Die Schifffahrt am Starnberger See

Allgemeines
Die Schifffahrt auf dem Starnberger See wird von der Bayerische Seenschifffahrt GmbH betrieben. Dieses zu 100% dem Freistaat Bayern gehörende Verkehrsunternehmen betreibt die Schifffahrt auf folgenden Seen:
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- Starnberger See
- Königssee
- Tegernsee
- Ammersee
Seit dem 1.1.1997 liegt die Betriebsführung aller 4 vorhin genannten Seen der Bayerischen Seenschifffahrt GmbH (100% im Eigentum des Freistaats Bayern).
Die Schifffahrt am Starnberger See
1959 übernahm die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen die Betriebsführung der Schifffahrt auf dem Starnberger See und auch auf dem Ammersee von der Bundesbahndirektion München. Die Schiffsbetriebe am Königssee sowie am Tegernsee waren schon vorher zum Freistaat gekommen.

Waren anfangs am Starnberger See jahrhundertelang Fischer und Händler mit Einbäumen und Ruderbooten unterwegs, so folgten teils luxuriös gestaltete Schiffe des Bayerischen Hofs. Bekanntestes Beispiel ist die „Bucentaur“, die 1664 in Dienst gestellt wurde, von 32 Rudern (Riemen) auf jeder Seite bewegt wurde und Platz für 500 PAX hatte. Danach wurden die Schiffe des Hofes kleiner, dafür wurden Schiffe für den prosperierenden Tourismus gebaut, welcher durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie München-Starnberg im Jahr 1854 befeuert wurde. Die Ära der Dampfschiffe brach an.

Am 25. September 1849 erhält der Baurat Ulrich Himbsel die Bewilligung zur Errichtung der „Dampfschifffahrt auf dem Würmsee“ (so hieß der Starnberger See damals) und als 1. Dampfschiff kam der bei J.A. Maffei gebaute Raddampfer Maximilian (330 PAX) zum Einsatz. Einige Jahre später erfolgte die Gründung der „Würmsee-Dampfschifffahrts-Gesellschaft“. Es folgten weitere Dampfschiffe, wobei besonders der luxuriöse Salondampfer Bavaria (erbaut bei Escher Wyss in Zürich) zu nennen ist. Die Bavaria galt als schönstes Schiff auf Deutschlands See und es ist ein Jammer, dass so ein prächtiges Schiff im 2. Weltkrieg zur Gewinnung von Rohstoffen abgebrochen wurde. Die prunkvoll ausgestattete Bavaria hatte Platz für 1.000 Personen. Was wäre das heute wohl für ein Hingucker – vergleichbar mit den tollen Dampfern auf den Schweizer Seen.

Auch der Bayerische Märchenkönig Ludwig II kaufte sich ein Schiff und nanntes es „Tristan“ und der Hof nutzte es vorwiegend für Fahrten zum Schloss Berg und zur Roseninsel.
Die Konzession der Betreibergesellschaft endete mit Ende 1914 und der Bayerische Staat wird Eigentümer der Schifffahrt auf dem Starnberger See mit den Betreibern Bayerische Staatseisenbahn – Deutsche Reichsbahn – Deutsche Bundesbahn – Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und ab 1984 bis heute der Staatlichen Seenschifffahrt.
Die Dampfschiffe verschwanden sukzessive: Verschrottung der „Tutzing I“ (1935, ex Ludwig), der „Bavaria“ (1940), Starnberg I (1950, ex Wittelsbach) und zuletzt die München (1954, ex Luitpold) und Bayern (2024). Seither verkehren nur mehr nach dem 2. WK beschaffte Motorschiffe und mit der Indienststellung der MS Berg 2021 ein Schiff mit Elektroantrieb.

Die Schiffe am Starnberger See

Die aktuelle Flotte besteht (2026) aus 4 Schiffen, nämlich
MS Berg II: Baujahr 2021; Lux-Werft; Länge 35 m; Breite 8,2 m; PAX 300; Elektroantrieb
MS Seeshaupt II: 2012; Lux-Werft; 60 m; 12,5 m; 1,6 m800 PAX; Maschine 2× Deutz BF8M 1015 MC mit 990 PS
MS Starnberg II: Lux Werft; 2004; 56 m; 15 m; 800 PAX; Maschine 2 Deutz-Dieselmotoren mit je 500 PS; Katamaran, Platz für 30 Fahrräder
MS Bernried: seit 1983; gebaut Lux Werft 1955 als „Zeus“; 34 m: 6,6 m; 300 PAX

Von den ehemaligen Schiffen ist die Tutzing II noch am Starnberger See zu bewundern – Der Museumsschiff-Verein Tutzing e.V. betreibt sie seit 1997 – an einem Steg liegend – als Cafe-Bistro.


Die 1951 gebaute MS Berg I dient als Arbeitsschiff und die 1960 bei Theodor Hitzler in Regensburg vom Stapel gelaufene „Phantasie“ (ex Rottach am Tegernsee) wurde von der Buchheim-Stiftung im Museumspark abgestellt.

Zuletzt wurde die MS Bayern 2023 außer Dienst gestellt und 2024 verschrottet. Die Bayern wurde 1939 von der Bauwerft DWE aus Deggendorf nach Starnberg geliefert und dann erst nach dem WK 2 im Jahr 1948 in Dienst gestellt. Die Bayern hatte eine Gesamtlänge von 48 Metern und eine Breite von 10,4 Metern. Sie war zugelassen für die Beförderung von 700 Personen und verfügte über 130 Innenplätze in zwei Salons mit je 65 Plätzen im Hauptdeck und im Oberdeck.

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 2.9.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 21.10.2026
