Die alte Brennerbahn – Eine eisenbahnarchäologische Wanderung von Bozen nach Waidbruck (Teil 4)

Gewidmet meinem Lehrmeister für Geographie an der Universität Salzburg
o.Univ. Prof. Dr. Helmut Heuberger 1923 – 2011
Ein aufrechter Tiroler und wahrer Freund Südtirols
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Teil 4: Atzwang – Waidbruck
Nach erfolgter Labung in der Radstation BIOS zu Atzwang, wo der wandernde Eisenbahnforscher doch länger als geplant geblieben war, ging es weiter dem Etappenziel Waidbruck entgegen, wo ja die Brennerbahn als Verkehrsmittel wieder zur Verfügung steht, sie verläßt dort den Schlerntunnel kurz vor dem Bahnhof. Der nördliche Teil der dem Kuntersweg folgenden alten Brennerbahn ist weiterhin eingezwängt in der Eisackschlucht und teilt sich den engen Weg noch mit der Autobahn an der Hanglehne und der Staatsstraße. Man passiert auf der Wanderung dann noch die ehemalige Haltestelle Kastelruth.

Einige Fotos von der letzten Etappe







Nach gut einer halben Stunde Wanderung ab Kastelruth kommt das markanteste Bauwerk dieses Abschnitts in Sicht – die sogenannte „Rötelebrücke“, ein Doppeleisenkasten über den Eisack. Auf einem Stahlträger ist auch das Datum der letzten Inspektion noch abzulesen: 28.9.1990. Das enge Tal hat sich geweitet und es geht eben ca. noch eine gute halbe Stunde Wanderszeit bis Waidbruck.













Schlussbemerkungen
So bequem es sein mag, mit dem Veloziped (Fahrrad) dem Gefälle folgend nach Süden zu brausen, so sehr viel mehr nimmt der Wandersmann auf Schusters Rappen, doch etwas langsamer vorankommend, die Landschaft in ihrer ganzen Vielfalt wahr. Oftmals sah der Wandersmann Menschen auf dem Rad sitzend, entweder verbissen in die Pedale tretend oder auf der Balance liegend, um weniger Luftwiderstand zu haben – in beiden Fällen jedoch quasi mit Scheuklappen, nicht registrierend, was links oder rechts sich darbot. Da lobt sich der Wandersmann die Kontemplation beim Gehen.
Die Wanderzeit von Bozen bis Waidbruck betrug in Summe (inkl. kleinerer Foto-Halte und Einkehr beim Rungger Pius) von 9 Uhr bis 17 Uhr, also 8 Stunden. Wer sich mehr Zeit für die einzelnen Abschnitte gönnen möchte der kann unterwegs entweder übernachten oder die Wanderung „portionieren“, sprich den auf der Staatsstrasse verkehrenden Bus benutzen.
Von großer Dringlichkeit wäre es, die noch vorhandenen und dem Pangermanismus-Vernichtungswahn der Italofaschisten bis dato entronnenen Kulturgüter der österreichisch-tirolerischen Epoche zu schützen, Denkmal- bzw. Ensembleschutz ist ein Muß. Und danach die gedeihliche Sanierung und Revitalisierung, bspw. in Atzwang das Bahnhofsgebäude für ein kleines Museum zur Geschichte der Brennerbahn zu adaptieren, inkl. einer Bar versteht sich. Die Sanierung der Gebäude des alten Umspannwerkes in Atzwang durch Pius Rungger können hier als Vorbild dienen.
Wenn schon beim Abtrag der Strecke nahezu sämtliche Zeichen der Eisenbahn mitverschwunden sind, so wäre es umso wichtiger, entlang der Strecke mittels der einen oder anderen Schautafel auf die Geschichte der Bahn und der Region hinzuweisen.
Diese spannende Eisenbahnhistorische Wanderung als Publikation

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Eisenbahnarchäologische Wanderung Bozen – Waidbruck (Reader in 4 Teilen)
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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 27. Dezember 2011; Seiten-Relaunch 6.1.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 6.1.2026
