Passauerbahn

Die Passauerbahn Wels-Neumarkt-Kallham-Schärding-Passau

Um die Mittagszeit des 16. September 2011 überquert die ICE-Garnitur getauft auf den Namen „Innsbruck“ die Kaiserin Elisabeth Brücke über den Inn und macht sich auf den Weg nach Wels und weiter nach Wien Westbahnhof

Die bis 1861 von der k.k. privilegierten Kaiserin Elisabeth-Bahn (KEB) errichtete und anfangs auch von ihr betriebene normalspurige Hauptbahn von Wels Hbf. nach Passau Hbf. umfasst ca. 81 Kilometer, ist seit 1955 durchgängig elektrifiziert und ab 1938 zweigleisig ausgebaut. Zum weitaus überwiegenden Teil liegt sie in Österreich. Die Höchststeigung beträgt ca. 7 Promille.

Der nördliche Abschnitt der Passauerbahn von Passau bis Andorf, ca. in der Mitte der Bahnhof Schärding, die Strecke nach Süden bzw. Südwest verlaufend. Von Passau aus sieht man weiters die Hauptstrecke weiter nach Regensburg nach Links (WNW) weiterlaufen, nach Norden ist die Ilztalbahn nach Freyung eingezeichnet, nach Südwest die Rottalbahn Richtung Neumarkt Sankt Veit (die Züge verkehren meist nach Mühldorf) und nach Ost bzw. Nordost die aktuell nicht im Planverkehr bediente Hauzenbergerbahn. Südlich von Schärding zweigt die Regionalbahnstrecke nach Ried im Innkreis ab (Kartengrundlage: openrailwaymap)
Für Abwechslung im Bahngeschehen mit den vielen modernen Kompositionen sorgte die Nostalgiegarnitur EZ (Erlebniszug) 5914/5927 RadExpress Donau von Wien Franz-Josefs-Bahnhof über Tulln, St. Pölten, Linz und Wels nach Passau. An einen heißen Augusttag 2011 (26.8.) wurden die historischen (Schlieren-) Waggons inkl. Buffetwagen von der ÖBB Lok 1044 068 gezogen und sind hier kurz nach der Ankunft in Passau Hbf zu sehen. Der Erlebniszug wurde 2015 durch den „Radtramper Donau“ ersetzt und wird nun saisonal im Sommer als REX geführt

Die Passauer Bahn ist Bestandteil des TEN-V -Kernnetzkorridors „Rhein-Donau“ (Straßburg – Mannheim – Frankfurt am Main – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau – Wels / Linz).

Der südöstliche Teil der Passauerbahn von Andau nach Süden und dann Osten bis Neumarkt-Kallham, wo die LILO nach Nordosten abzweigt und nach Westen die Innviertelbahn Richtung Ried i.I. und weiter nach Simbach in Bayern. In Haiding, wo die Passauerbahn grob nach Süden schwenkt, zweigt die Aschacherbahn nach Nordnordost ab, wo sie in Eferding auf die Trasse der LILO trifft und dann weiter nach Aschach an der Donau führt (Kartengrundlage openrailwaymap)

Seit dem Jahr 2005 fanden umfangreiche Streckensanierungen und Ausbauten und Optimierungen statt, mit dem Zweck (lt. ÖBB Infra)

  • Höhere Geschwindigkeiten durch Linienverbesserung (Vmax 160 km/h)
  • Mehr Lebensqualität durch verbesserten Schallschutz
  • Moderne Bahnhöfe entlang der Strecke

Meilensteine in der Ausbauzeit 2005-2021 (Quelle ÖBB Infra)

  • Streckenausbau Schärding–Wernstein (in Betrieb seit 2009)
  • Streckenausbau Wels bis einschließlich Bahnhof Taufkirchen/Pram (in Betrieb seit 2010)
  • Streckenausbau Taufkirchen/Pram–Schärding (in Betrieb seit 2012)
  • Streckenausbau Wernstein–Passau (fertig gestellt seit 2014)
  • Umbau Bahnhof Schärding (fertiggestellt 2017)
  • Umbau Bahnhof Wernstein (in Betrieb seit 2020)

Die Strecke weist eine dichte Zugfolge im Güterzugverkehr auf und auch der Personenverkehr ist mit stündlichen R oder REX-Verbindungen Passau – Wels – Linz sowie 2-stündlichen ICE-Verbindungen Wien – Linz – Wels – Passau (-Nürnberg – Frankfurt/Hamburg) recht dicht. Dazu kommen noch einige Nachtzugverbindungen (NJ).

Stau kann es auch auf der Schiene geben -zwischen Gopperding und Schärding (16.9.2011)

Insgesamt 14 Stationen (Bahnhöfe und Haltestellen) gibt es aktuell zwischen den beiden Endpunkten Passau und Wels. In Wels besteht Anschluss zur Westbahnstrecke (Linz-Wien bzw. Salzburg) sowie zur Grünauerbahn nach Grünau im Almtal. In Passau gibt es Anschluss an die Hauptstrecke Plattling- Obertraubling (-Regensburg) sowie die Strecken nach Neumarkt-Sankt Veit und die temporär reaktivierte Ilztalbahn über Waldkirchen nach Freyung.

Weiters zweigen 5 Eisenbahnstrecken von der Passauer Bahn ab. Es sind dies:

  1. Aschacher-Bahn (Haiding – Aschach a.d. Donau, Lokalbahn mit beschränktem Betrieb)
  2. Linzer Lokalbahn LILO (Neumarkt-Kallham – Niederspaching [Abzweig Peuerbach] – Waizenkirchen – Eferding – Linz)
  3. Innviertelbahn (Neumarkt-Kallham – Ried im Innkreis – Braunau am Inn [-Simbach – Mühdorf – München], Hauptbahn mit Lokalbahnbetrieb. Ausbau zur Hochleistungsstrecke in Planung)
  4. Salzkammergut-Bahn bzw. Hausruckbahn (Schärding – Ried im Innkreis – Hausruck Attnang-Puchheim – Gmunden – Stainach-Irdning)
  5. Hauzenberger-Bahn, bereits in Bayern gelegene Lokalbahn, stillgelegt 2002. Um eine Wiedereröffnung kämpfen die „Passauer Eisenbahnfreunde“
Blick von der zugewachsenen Hauzenbergerbahn bei km 1,2 über den Inn auf Passau (26.8.2011)

Die Stationen:

  • Wels Hbf, Bahnhof, km 0,0; 316 m.ü.d.M. (> Westbahnstrecke; Grünauerbahn/Almtalbahn)
Der Welser Hauptbahnhof nach den Modernisierungsmaßnahmen straßenseitig (25.9.2011)
Auf Gleis 5 des Welser Hbf wartet 1144 207 in Schiebefunktion ihres CS-Wendzuges als Regionalzug nach Passau Hbf auf die Abfahrt (23.9.2011)
Beim Welser Stellwerk westlich des Personenbahnhofs teilen sich die Schienenstränge – links im Vordergrund mit der km-Marke 213,2 ziehen die Gleise der Westbahnstrecke weiter nach Salzburg, rechts sieht man einen Kesselwagenzug gezogen von der Taurus 1016 029-9 auf den Gleisen der Passauerbahn von Passau kommend in Wels einfahren (23.9.2011)
  • Wels Puchberg, ehem. HS bis 2.7.1996, km 3,6
  • Haiding, Bf, km 7,3; 320 m (>Aschacher Bahn)
Der unbesetzte Bahnhof Haiding mit verschlossenem alten Aufnahmsgebäude und einem Regionalzug Richtung Passau, der noch tw. aus Schlierenwagen besteht (25.9.2011)
Bf Haiding, neuer Mittelbahnsteig Gleis 3 mit der Nachschiebelok des Regionalzugs nach Passau, 1144 032 (25.9.2011)
  • Bad Schallerbach-Wallern, Bf, km 12,3; 309 m
1144 207 als Schiebelok am Schluss ihres Wendezuges Richtung Passau. Das alte Aufnahmsgebäude befindet sich auf der rechten Seite hinter dem neu errichteten Flugdach mit gläsernem Wartekäfig (23.9.2011)
Das alte Bahnhofsgebäude wird erfreulicherweise weiter genutzt und hat 2 Gaststätten – links „Bistro Pub“, rechts „Bahnwirt“, beide mit Gastgarten. (23.9.2011)
ICE-Garnitur, getauft auf den Namen „Pirna“, durcheilt am 23.9.2011 den Bf Richtung Passau
  • Schlüßlberg, HS, km 16,7
Ein einfacher Unterstand (16.9.2011)
  • Grieskirchen-Gallspach, Bf, km 19,0; 330 m
Aufgrund der international bekannten Kureinrichtungen in Gallspach hielten hier früher auch Schnellzüge, darunter der legendäre Oostende-Wien-Express. Das Bahnhofsbuffet hatte unregelmäßig geöffnet (16.9.2011)
  • Obertrattnach-Markt Hofkirchen, HS, km 24,7
Gleich gibt der Zugbegleiter das Abfahrtssignal an den Triebfahrzeugführer im Steuerwagen des CS-Wendezuges Richtung Passau (16.9.2011)
  • Neumarkt-Kallham, Bf, km 29,7; 387 m (> LILO Niederspaching-Linz/Peuerbach; > Innviertelbahn Ried i. I. – Simbach a. I.)
Der mächtige Gebäudekomplex, 1861 als Durchgangsbahnhof eröffnet, 1870 mit Eröffnung der Innviertelbahn zum Abzweigbahnhof geworden. 2008 bis 2010 Umbau des Bahnhofs und der zugehörigen Anlagen um 53 Mio Euro. Sehr positiv aus Kundensicht ist zu vermerken, dass beim Umbau/Neubau das alte Bahnhofsgebäude mit integriert wurde und daher entsprechenden Komfort bietet. Beheizter Schalter-/Warteraum, Geschäft, Bahnhofsrestaurant, WC-Anlagen
Innenleben Bf Neumarkt-Kallham (16.9.2011)
Auf Gleis 5 wartet der Jenbacher Dieseltriebwagen 5047 098-8 auf seinen weiteren Einsatz auf der Innviertelbahn Richtung Ried im Innkreis (16.9.2011)
„Alte Lilo“ 22-106 am 16.9.2011 abfahrbereit auf dem ab 2008 neu errichten Stumpfgleis 11 (vorher hielt die LILO am Bahnhofsvorplatz) nach Peuerbach via Niederspaching. Dahinter die Gebäude mit markantem Turm der mittlerweile nicht mehr produzierenden Firma Leder- und Extraktfabrik Gustav Wurm Ges.m.b.H.
  • Kimpling, HS, km 34,1
Kimpling, Unterstand Fahrtrichtung Passau (16.9.2011)
Kimpling, Unterstand Fahrtrichtung Wels (16.9.2011)
  • Kumpfmühl, HS, km 39,1
Kumpfmühl ist ein Ortsteil der 1.000 Seelen zählenden Gemeinde Dorf an der Pram und schließt diese an das Eisenbahnnetz an (16.9.2011)
  • Riedau, Bf, km 42,3; 380 m
1861 als Riedau-Ried eröffnet heißt er seit 1870 nur mehr Riedau, hatte doch das 20 km entfernte Ried im Innkreis endlich seinen eigenen Bahnhof erhalten. Einkehrtip: Gleich beim Bahnhof der „Bahnwirt“ mit guter regionaler und leistbarer Küche mit Kastaniengarten. Der Bf selbst hat außer Mittelbahnsteig mit Unterstand und Fahrkartenautomaten nichts zu bieten (16.9.2011)
  • Zell an der Pram, HS, km 43,8
Foto 16.9.2011
  • Griesbach, ehem. HS bis 2.7.1996, km 47,2
Der Kukurruz (Mais) ist am Reifen – Landschaft zwischen Zell/Pram und Andorf (16.9.2011)
  • Andorf, Bf, km 51,3; 352 m
Andorf bekam 1914 als erste Station der Strecke elektrisches Licht. Leider musste das weitum bekannte Wirtshaus „Quetschn“ zwischenzeitlich einem Wohnblock weichen (16.9.2011)
  • Taufkirchen an der Pram, Bf, km 57,1; 333 m
Von der Eröffnung der Strecke 1861 an hieß der Bahnhof Taufkirchen, ab 1.5.1939 Taufkirchen (Pram) schlußendlich seit 23.3.1946 Taufkirchen an der Pram (16.9.2011)
  • Allerding, ehem. HS bit 2.7.1996; km 60,6
Bahnschotterverladestelle Allerding der Bayerischen Granit AG mit Verladegleis. Hier befand sich die Haltestelle Allerding (16.9.2011)
  • Gopperding, ehem. Doppelhaltestelle, km 64,1 (HS Gopperding der Bahnstrecke Schärding – Ried im Innkreis weiterhin in Funktion)
Die Station Gopperding wurde als jüngste Haltestelle erst 1948 errichtet, fiel aber den massiven Erneuerungsmaßnahmen in diesem Raum zu Opfer und wird seit einigen Jahren nur mehr durch die Strecke von Ried im Innkreis (Nordast Salzkammergutbahn / Hausruckbahn) bedient (23.9.2011)
  • Schärding, Bf, km 67,1; 314 m (> Hausruckbahn nach Ried.i.I. – Attnang-Puchheim)
Aufnahmsgebäude Bahnhof Schärding gleisseitig, wie man es seit den 1970er Jahren bis 2015 kannte (Foto 16.9.2011). Ein Zweckbau aber mit viel Infrastruktur für die Fahrgäste (beheizter Warteraum mit Schalter, WC-Anlagen, überdachte Veranda, Bahnhofsrestaurant mit Gastgarten)
Am 23.9.2011 wartet der Jenbacher Dieseltriebwagen 5047 089-7 auf die Abfahrt Richtung Ried im Innkreis. Links im flachen Anbau das Bahnhofsresti mit Gastgarten straßenseitig
Aufnahmsgebäude mit Gastgarten des Restaurants (28. August 2011)
Viel Platz hatte es im beheizten Aufenthaltsbereich des Bahnhofs mit den WC-Anlagen (22. Juli 2010)
Der neue Bahnhof in Schärding: Baubeginn war Frühjahr 2014, Fertigstellung im Juni 2017. Die Gesamtinvestitionen betrugen 48,6 Millionen Euro, getragen durch ÖBB, Land OÖ, Stadt Schärding. Optisch interessant aber für Fahrgäste zu nutzender Raum minimal und ohne Bequemlichkeit – auch gibt es kein Geschäft bzw. Restaurant, was besonders bitter ist, da der Bf gut 20 Minuten zu Fuß außerhalb der Stadt liegt und die historischen Labungsstellen Gasthof zur Staatsbahn bzw. die Altbayrische Bierstuben / Inntalschenke dem An- oder Abreisenden keine Labung mit Speis´und Trank mehr anbieten (8. Juli 2017)
Neuer Bahnhof mit Jenbacher Triebwagen 5047 075-6 wartend auf seinen Einsatz Richtung Ried im Innkreis (8.7.2017)
Modern aber kahl, kalt und klein
Der ursprüngliche Schärdinger Bahnhof mit wertvollem Wappenfries im Innenbereich fiel unverständlicherweise der Spitzhacke der ÖBB zum Opfer. Aber zumindest überdauerte er über ein Jahrhundert, während der Bahnhof Nummer 2 aus den 1970er Jahren schon nach nicht einmal 40 Jahren wieder platt gemacht wurde. Das Foto ist von ca. 1971 (Danke nochmals an das Stadtmuseum Schärding – weitere historische Fotos im E-Book 150 Jahre Passauerbahn, siehe unter Literatur)
Begegnung mit dem ICE nach Wien West am 16.9.2011 kurz vor Wernstein
  • Wernstein, Bf, km 71,9;
Eines der Wahrzeichen der Passauerbahn, die spätgotische Pfarrkirche St. Georg, aus dem Regionalzug heraus aufgenommen (16.9.2011)
Ein Regionalzug mit City Shuttle Waggons von Passau kommend fährt in Wernstein ein. Zuglok ist die 1144 109 (24.11.2017)
Neben der Funktion als Unterstand für die Fahrgäste hatte das Gebäude auch noch eine betriebliche Funktion – es beherbergte den Fahrdienstleiter (24.11.2017)
Wartebereich innnen (24.11.2017)
  • Pyret, ehem. HS bis 2002 (vormals Bf, jetzt Betriebsbahnhof), km 76,9; 309 m

—– Staatsgrenze Österreich / Deutschland km 79,6 —— 

  • Passau-Voglau, Betriebsbahnhof, km 80,0 (> Hauzenbergerbahn)
Kurz vor der Kaiserin Elisabeth Brücke über den Inn zweigt(e) die Hauzenbergerbahn in Passau Voglau ab – man sieht hier rechts noch das Gleis, welches nach rechts abzweigt und anfangs am Innufer mit besten Blick auf Passau entlangführt (16.9.2011)
Blick von der abzweigenden Hauzenbergerbahn auf die Passauerbahn, wo eben eine ÖBB-Taurus einen Kesselwagenzug Richtung Süden transportiert (16.9.2011)
Das mächtigste Bauwerk der Passauerbahn, die Kaiserin-Elisabeth-Brücke mit einer Länge von 110 m (ohne Steinviadukte). Die Brücke wurde im 2. WK gesprengt und ist bis heute ein Provisorium – rechts die Eisen-Rundbogenbrücke ist original, links der Eisenkasten ist das Provisorium nach dem 2. WK, auf dem eine Lok der BR 185 (185 281-3 der DB Tochter Railion) einen gemischten Güterzug übre den Inn in Fahrtrichtung Wels zieht (16.9.2011)
Die Brücke mit dem erhaltenen, bezinnten Rundturm (16.9.2011)
Einen Tunnel hat die Passauerbahn auch noch zu bieten – der Regionalzug fährt eben in den 138 m langen Passauer Tunnel ein. Dieser unterquert die Neue Mitte Passau (ehem. Kleiner Exerzierplatz) und hatte bis 1954 (Aufweitung) eine Länge von ca. 170 m (16.9.2011)
Gleich nach dem Passauer Tunnel weiten sich die Gleisanlagen des Passauer Hbf. Das markante weiße Gebäude ist das Brückenpostamt Passau
  • Passau Hbf, Bahnhof, km 81,2; (> Bahnstrecke Passau – Obertraubling (-Regensburg); Rottalbahn nach Neumarkt-Sankt Veit; > Ilztalbahn nach Freyung)
Der langgezogene Komplex des Passauer Hauptbahnhofs, straßenseitig. Der im klassizistischen Stil errichtete Bahnhof wurde 1860 eröffnet und zuletzt in den Jahren 2013 bis 2017 umgebaut
Bis zum Beitritt Österreichs zur EU (1995) war der Tunnel zu den Bahnsteigen zwecks Pass- und Zollkontrolle durch eine Mauer geteilt – die Absperrungen sind entfernt, ein verbliebendes Mauerstücke eines Durchgangs wird als Gedenkstelle für die Ermordung zweier Polizisten (1993 in einem IC Linz-Passau nächst Schärding) genutzt. Passau Hbf ist wie Salzburg Hbf Grenzbahnhof und wird von DB und ÖBB wie ein Binnenbahnhof tariflich genutzt. Der eigene Fahrkartenschalter der ÖBB machte zwischenzeitlich einem Automaten der ÖBB Platz (Foto 26. August 2011)
In Passau findet auch der Personalwechsel im Zug (ÖBB/DB) statt. Am 8. Juli 2017 zur Hauptreisezeit wurde an die von Wien kommende ICE-Garnitur (ICE-T) mit Fahrtziel Hamburg Altona eine zweite Garnitur angekuppelt. Vorne die auf den Namen „Mainz“ getaufte Garnitur (BR 411 082-1)
Am 26.8.2011 gegen 16 Uhr wartet am Hausbahnsteig 440 546-0 auf seinen Einsatz
DB 928-585 am 16.9.2011 abfahrtbereit zur Fahrt über die Rottalbahn nach Mühldorf (Oberbay), dem bayerischen Paradies für Dieselfreunde
Triebwagen VT 650 721, geliehen vom EVU Agilis, steht am Stumpfgleis bereit zur Fahrt nach Freyung auf der saisonal im Tourismusverkehr betriebenen Ilztalbahn

Seit dem Fahrplanwechsel 2017/2018 fahren die meisten ICE im Welser Hauptbahnhof durch, angeblich um die Fahrzeit zu verkürzen zwischen den jeweiligen Endpunkten. Allerdings ist dies für Kunden aus dem Raum Wels aber auch bspw. aus Salzburg, die nach Passau oder darüber hinaus fahren wollen, eine Zumutung! Längere Fahrzeiten, mehrmaliger Umstieg und dazu noch höhere Fahrkartenpreise.

Da gab es noch einen regelmäßigen Halt in Wels Hbf durch den ICE – 26. August 2011 auf Gleis 4 mit Fahrtziel Wien West

Der ICE hält zwischen Passau und Regensburg zwar in Plattling mit 13.000 Einwohnern, in Wels mit über 62.000 Einwohnern wird durchgefahren. Auch der Bezirkshauptort Schärding wird vom ICE nur 1x pro Tag (Tagesrandverbindung Berlin/Wien) bedient.

Ungünstig haben sich auch die Anschlussverbindungen von der Passauerbahn in Wels Hbf Richtung Westen (Salzburg) entwickelt, zumindest für Kunden der ÖBB – man versäumt in Wels den Railjet (RJ) um 5 Minuten und muss dann 55 Minuten! auf den Anschluss warten! Diese höchst kundenunfreundliche Situation könnte behoben werden, indem die „schnellen Railjets“ (RJX) in Wels halten würden, was ja eine langjährige Forderung der Stadt Wels ist.

Das 130. Jubiläum zur Eröffnung der Passauerbahn im Jahr 1991 wurde auch durch Aufstellen eines Denkmals neben dem Bahnhof in Schärding nachhaltig gefeiert (Foto 28. August 2011). Im Rahmen der Umgestaltung beim Bahnhofsneu- bzw. Umbaus verschwand dieses Denkmal. Angeblich ist es ins ÖGEG-Museum in Ampflwang verbracht worden

Links/Literatur:

Michael Alexander Populorum: 150 Jahre Passauer Bahn 1861-2011. Wels Hbf.-Neumarkt-Kallham-Schärding-Staatsgrenze-Passau Hbf. Ein kleiner Beitrag zum „vergessenen Jubiläum“ im September 2011. Mit einem Exkurs „Die Zweigbahnen der Passauer Bahn“. Schriftenreihe des Dokumentationszentrums für Europäische Eisenbahnforschung (DEEF), Band 3, 3. Auflage 2018 als E-Book (USB Karte, pdf + Bonusmaterial), ISBN 978-3-903132-08-5; Mercurius Verlag Grödig/Salzburg. Dieses E-Book bestellen >>>

Aschauer, Franz, 1964: Oberösterreichs Eisenbahnen. Geschichte des Schienenverkehrs im ältesten Eisenbahnland Österreichs. Schriftenreihe der oö. Landesbaudirektion, Band 18. Wels

Oberegger, Elmar, 2008: Grundlinien der Eisenbahngeschichte Oberösterreichs. Sattledt.

Oberegger, Elmar, 2011: Zu Struktur und Geschichte der „Passauer-Bahn“. Wels Hbf. – Neumarkt-Kallham – Passau Hbf. Eigenverlag des Infobüros f. Österr. Eisenbahngeschichte. Sattledt.

Wegenstein, Peter: Die Westbahnstrecke 3 Linz-Salzburg, Wels-Passau. Reihe Bahn im Bild, Band 48

DEEF: Die Innviertelbahn von Neumarkt-Kallham nach Ried im Innkreis >>>

DEEF: Die Direttissima „Hausruckbahn Nord“ von Schärding nach Ried im Innkreis >>>

DEEF: Die „Alte LILO“ von Neumarkt-Kallham über Niederspaching nach Waizenkirchen / Peuerbach >>>

DEEF: Die Aschacherbahn von Haiding nach Aschach an der Donau >>>

DEEF Doku: Die Ilztalbahn Passau-Freyung mit Anschluss nach Budweis >>>

DEEF: Die Hauzenberger Bahn (Granitbahn) von Passau nach Hauzenberg >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 16. Dezember 2012;  Relaunch 1. Mai 2021; Letzte Aktualisierung: 2.5.2021