Bahnhofsbuffet Georges Wenger Le Noirmont

Das wohl beste Bahnhofsbuffet der Schweiz – Maison Wenger

Als ich meinen Schweizer Freund Jabob Bärtschi aus Muri bei Bern Mitte der 2000er Jahre besuchte, machten wir einen Ausflug mit seinem Automobil in den Schweizer Jura.

Als es Mittag wurde fragte mich Jakob, ob ich denn Hunger hätte, er wüsste da ein kleines Bahnhofsbuffet ganz in der Nähe. Da ich erstens Hunger hatte und zweitens mich Bahnhofsbuffets interessierten – auch Jakob reiste gerne per Bahn – war ich von seiner Einladung erfreut, gleichzeitig ein bisschen verwundert, kehrten wir doch sonst eher nobel (und teuer) ein.

Die kleine Villa beim Bahnhof machte einen netten und freundlichen Eindruck auf mich, als wir von der Hauptstraße kommend darauf zusteuerten. Und das mit dem nobel und teuer einkehren – als wir um die Villa herum zum Parkieren fuhren, standen dort ein Porsche, ein Ferrari und ein Bentley. Ok, also doch „standesgemäß“ 🙂

Jakob sagte mir beim Hineingehen, er möge die kreative und aufs Terroir fokussierte Küche des Patrons Georges Wenger und offensichtlich nicht nur Jakob, sondern auch die diversen Testesser, ist doch das Etablissement mit 18 Punkten und 3 Hauben beim Gault Millau sowie (noch wertvoller) mit 2 Sternen beim Michelin-Guide ausgezeichnet.

In dem gemütlichen Wohnzimmer hielten wir uns 2 Stunden auf, ich nahm – der Einfachheit halber – das Menu Complete.

Es bestand an diesem Tag aus:

  • Amuse bouche
  • Raviole de caillé, cornes d`abondances et chanterelles poelées a la marjolaine
  • Truite du lac de Neuchatel au fenouil et oignons vinaigrés
  • Poire rotie, crème glacée girofle, craquant d`epices
  • Nos friandises et chocolats

Dazu Wein, den Jakob aussuchte, denn er war ein Genießer und Kenner, nicht nur von Bieren, mit denen er sich natürlich als ehem. Chef der Gurtenbrauerei zu Bern und dann als Generaldirektor von Feldschlösschen in Rheinfelden ja beruflich beschäftigt hatte.

Patron Georges Wenger schaute natürlich auch persönlich bei uns vorbei und fragte, ob wir zufrieden sind. Was wir natürlich waren, keine Frage.

Zufrieden fuhren wir dann mit Jakobs Automobil (es war nicht mehr sein 500er Mercedes sondern sein neuer Audi A8) dem Neuenburger See entgegen, wo ich ja schon beim Essen Bekanntschaft mit einem Bewohner, einer Forelle, gemacht hatte.


Meinen Freund Jakob Bärtschi deckt nun schon seit 2011 der grüne Rasen und auch Georges Wenger ist mit seiner Frau zwischenzeitlich nach 38 Jahren als Gastgeber in Le Noirmont 2018 in Pension gegangen. Nur seinen legendären Weinkeller hat er sich behalten,  wie man halt so hört, stellt ihn aber seinem Nachfolger Jérémy Desbraux, wo der Gault Millau schreibt, es war eine gute Wahl diesen auszusuchen, zur Verfügung.

Vielleicht schaffe ich es ja noch einmal in den Jahren, die mir noch für meine irdischen Abenteuer gegeben sind, im Rahmen einer Schweiz-Bereisung auf Schienen und mit dem nötigen Kleingeld im Börserl, im Maison Wenger einzukehren, ggf. auch abends ein opulentes 7-Gang-Menü genießen, dazu herrlichen Wein, den mir Jakob einflüstert und dort in den herrlichen Räumlichkeiten gleich auch zu übernächtigen. Wer weiß, wer weiß ….

„Nachtessen“ mit meinen Freund Jakob Bärtschi im Buberlgut Salzburg im Sommer 2009

Links:

Maison Wenger, Le Noirmont, Suisse >>>

Artikel Gault Millau zum Betreiberwechsel >>>


Alle Fotos / Videos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 4. Jänner 2020; Letzte Ergänzung: