Salzkammergutbahn Stainach-Irdning nach Bad Aussee

Die Salzkammergutbahn von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim

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Teil 2: Durchs Steirische Salzkammergut von Stainach-Irdning nach Bad Aussee
Ein einem herrlich sonnigen aber frostigen Jännertag 2017 steht der direkte REX/Intercity von Stainach-Irdning nach Wien abfahrtsbereit auf Gleis 2. Für die Traktion sorgt an diesem Tag 1116 162

Der südliche Ausgangspunkt der Salzkammergutbahn und  km 0,0 liegt im Bahnhof Stainach-Irdning, Bahnhof für die Gemeinden Stainach-Pürgg (entstanden durch Fusion 2015 der Marktgemeinde Stainach und der Gemeinde Pürgg-Trautenfels)  und Irdning-Donnersbachtal (entstanden durch Fusion 2015 der Gemeinden Irdning, Donnersbach und Donnersbachwald). Der Bahnhof liegt im km 80,4 der Ennstalbahn (von Bischofshofen) im Ennstal, politischer Bezirk Liezen, Seehöhe 645 m.

Höhenmarken waren ein ein MUSS für jede Eisenbahnstation. Im Rahmen der diversen Umbauten verschwanden sie leider nach und nach. Höhenmarke Stainach-Irdning – 645,057 m über dem Pegel von Triest
Das Aufnahmsgebäude Stainach-Irdning, im Hintergrund der Grimming. Die Postbusse sowie der SEV fahren beim Ausnahmsgebäude straßenseitig ab

Das Bahnhofsrestaurant – zuletzt Dopolavoro – hatte eine über 100jährige Tradition, seit Oktober 2019 hat es geschlossen und das Verhalten der ÖBB Immobilien GmbH deutet nicht darauf hin, dass es wieder aufgesperrt wird. Auch der Schalter hat seit geraumer Zeit geschlossen, obwohl noch ein Fahrdienstleiter vor Ort ist. Auch Schließfächer sucht man im Bahnhof vergeblich. Ob das WC nach der Restaurantschließung weiter zugänglich sein wird das wird sich zeigen.


Ein paar Impressionen vom ehem. Bahnhofsresti in Stainach-Irdning:

Unter der von Weinreben geschmückten und im Sommer Schatten-spendenden Veranda des Aufnahmsgebäudes hatte man vom Gastgarten aus bestes Geschehen auf den Bahnbetrieb. Am 22.8.2011 zog 1044 096-6 den am neuen Mittelbahnsteig bereitgestellten REX/IC nach Wien
Das „Stainacher Schnitzl“ war eine der Spezialitäten im Dopolavoro
Danach folgte an diesem Tag noch ein Dessert in Form von „Süßspeisen-Variationen“, dazu ein Glaserl steirischer Wein
Auch für Einheimische war das „Dopo“ ein Ort der Einkehr und Begegnung – nicht nur Bahnhofsresti sondern auch Dorfwirtshaus
Diese Aufnahme stammt vom 6. August 2010, also noch die Vorgängerpächterin Anni Brunnthaler das Bahnhofsresti führte. Sie ging 2 Tage später in Pension, nachdem sie dort seit 1971 arbeitete und 1984 das Bahnhofsresti übernahm. Danach folgte das Dopolavoro von Roland und Silvia Kolb

Ich besuchte wenige Tage vor dem Ende nochmals das Dopo und wünschte Patron Roland Kolb (links) Alles Gute für sein neues Wirtshaus in der Tauplitz („Die Tauplitzerin“). Ein älteres Ehepaar war deswegen auch aus Attnang angereist und ebenso entsetzt, dass die ÖBB das Resti zusperren wollen

Landschaftlich dominant im Bahnhof Stainach-Irdning und auch während der ersten Kilometer Fahrt auf der Salzkammergutbahn ist der Grimming, ein mächtiger isoliert aufragender kalkiger Gebirgsstock, der immerhin seinen Gipfel (Hoher Grimming) auf 2.351 m hat.

Am 17. August 2014 zog die „ÖAMTC-Taurus“ den REX/IC von Stainach-Irdning nach Wien. Bei schönem Sommerwetter abfahrtsbereit auf Gleis 2
Gleich gehts los. Im Hintergrund der mächtige (grimmige) Grimming

Nach dem Abzweig von der Ennstalstrecke, die eingleisig gen Westen Richtung Bischofshofen führt, steigt die Salzkammergutbahn mit der Streckenhöchststeigung von 28 Promille an steil abfallenden Hängen auf einer Lehnenstrecke Richtung Nordwesten, zwischen dem links liegenden mächtigen Grimming hat sich im Tal der Grimmingbach tief eingeschnitten und in diesem Einschnitt zwischen dem Grimming und dem rechts am Hang entlang aufsteigenden Bahntrassee verläuft auf der Talsohle die Salzkammergut Bundesstraße, welche nahezu parallel zur Bahn diese bis Bad Aussee begleitet.

Rückblick auf den Bf Stainach-Irdning, seit dem Umbau wie allerorts eine „Betonwüste“ – wie zierlich nahmen sich da die ehem. Metallmasten für die Oberleitung aus

Als erster von insgesamt 10 Tunnel auf der Salzkammergutbahn wird nach knapp 3 Kilometern der 185 m lange Unterburgtunnel durchfahren, dem Ende der 1970er Jahre eine kurze Steinschlaggalerie vorangesetzt wurde.

Im Unterburgtunnel mit Rückblich auf die nachträglich angebrachte Steinschlaggalerie
Unterburgtunnel Westportal
Eng an den Hang geschmiegt geht es aufwärts
Am 7. Juli 2010 erreicht der damals noch tägliche REX/IC nach Wien West die Haltestelle Pürgg. Deutlich sichtbar der unbeschrankte Fussgängerübergang, der zwischenzeitlich nach rechts hinunter ins Tal durch einen Eisenzaun abgesperrt ist. Zuglok an diesem Tag war die 1016-007-5

Die erste Haltestelle befindet sich in Kilometer 3,7, nämlich seit 1908 Pürgg, direkt vor dem Maul des Burgstaller Tunnels.

Welch Wohltat fürs Auge ist dieser Fachwerkbau als Stationsgebäude im Vergleich zu den neuen Glaskäfigen der ÖBB Infra. Links das Portal des Burgstaller Tunnels. Mich verwundert direkt, dass man die Station noch nicht dicht gemacht hat mit dem Argument der Nicht-Barrierefreiheit. Doch was würde Barrierefreiheit dort bedeuten? Weit käme man nicht mit Kinderwagen oder Rollstuhl, denn es geht steil bergan zum Dorf Pürgg hinauf
Das geheimnisvolle Loch des Burgstaller Tunnels, wie auch der Unterburgtunnel tw. nicht verkleidet, also purer Fels
Der Steuerwagen eines REX schiebt sich aus dem Felsenloch
Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter zum Endpunkt Stainach-Irdning (Schublok 1144 029, 7. Juli 2010)

Von der Haltestelle Pürgg mit dem kleinen Fachwerkhäuschen als Aufnahmsgebäude führt ein Fußpfad hinauf zur Ortschaft Pürgg, bis 2015 eine eigenständige Gemeinde, die auf einem Plateau in den Ausläufern des Toten Gebirges ca. 150 m exponiert über dem Talgrund direkt gegenüber des Grimmings liegt.

Gleich ist der steile Anstieg durch die Wiesen geschafft, die Kirche und der Wirt (Gasthof Krenn) rufen
Das wiesengesäumte Plateau von Pürgg, mit friedlich grasenden Kühen, dahinter der mächtige Klotz des Grimming und davor der steile Abfall Richtung Talsole
Herrlicher Blick von Pürgg Richtung Süden. Das Betonband ist die Salzkammergut Bundesstraße, die beim Schloß Trautenfels in die Ennstal Bundesstraße einmündet. Aktuell 2019 ist dort eine neue, sündteure Einmündung im Bau

Auf einem felsigen Rücken der „Purgstallhöhe“ befand sich eine mittelalterliche Burganlage, die Johanneskapelle mit den bedeutenden romanischen Fresken dürfte ein Relikt dieser Burg Grauscharn, auch Gruscharn, sein. Bedeutende Fresken finden sich auch in der Pfarrkirche.

Die romanische Johanneskapelle mit bedeutenden Fresken im Innenbereich als Rest einer mittelalterlichen Burganlage

Vom Dorfzentrum führte der Fußweg über die ÖBB-Haltestelle hinunter in die Talsohle zur Bundesstraße, aus Haftungsgründen – im Behördenverfahren lief etwas schief – wurde der Weg von der Station talwärts nun gesperrt und auch noch mit einem Zaun direkt beim Bahndamm abgesperrt. Hier wiehert mal wieder der Amtsschimmel, denn der Zaun bewirkt nur, dass Einheimische nun ggf. die Bahngleise als Fußweg benutzen.

Der kurze Bahnsteig der Haltestelle endet direkt beim Portal des Burgstallertunnels, Länge 335 m mit vorangesetzter kurzer, 1984 erbauter Steinschlaggalerie. Danach geht es weiter bergan durch waldreiches Gebiet.

Der Burgstaller Tunnel verschlingt den REX/IC
Gleich ist er weg…
Im Burgstaller Tunnel
Burgstaller Tunnel Nordwest-Portal

Im Weiler Lessern gab es bis 2003 eine Haltestelle (Streckenkilometer 6,8), Reste davon sieht man noch, es halten allerdings keine Züge mehr.

Die ehem. Haltestelle Lessern
An der hier parallel verlaufenden Bundesstraße merkt man deutlich die Steigung

Vor Erreichen des Bahnhofs Tauplitz wird die Salzkammergut Bundesstraße unterfahren sowie der Grimmingbach übersetzt, welcher im Toten Gebirge, an dessen Ausläufern Tauplitz mit dem berühmten Wandergebiet Tauplitzalm liegt, entspringt. Auf die Tauplitzalm führt vom Ortszentrum (ca. Viertelstunde vom Bahnhof) ein Sessellift (ehem. der längste der Welt), eine Straße führt von Bad Mitterndorf auf die Tauplitzalm.

Ein Entenschnabel erreicht am 17.8.2014 von Stainach-Irdning kommend den Bahnhof Tauplitz (Talent 4024 062-4)

Der Bahnhof von Tauplitz in km 9,7 liegt am Scheitelpunkt der Strecke auf einer Höhe von 835 m und trug früher den Namen der Katastralgemeinde in welcher er errichtet wurde, nämlich Klachau.

Das Aufnahmsgebäude des Bahnhofs Tauplitz, im Hintergrund die Tauplitz Alm

Wie vielerorts in Österreich sieht man auch hier im Bf Tauplitz, dass früher offenbar viel mehr Transport über die Eisenbahn abgewickelt wurde

Die Gemeinde Tauplitz wurde 2015 mit den Gemeinden Pichl-Kainisch sowie Bad Mitterndorf zur Marktgemeinde Bad Mitterndorf zwangsfusioniert. Tauplitz hat ca. 1.000 Einwohner, die neue Marktgemeinde Bad Mitterndorf hat 4.941 EW (2019).

Ein herrlicher Talblick von meinem „Hatscher“ auf Kampl und Rötelstein im Sommer 2005 als Belohnung. Im Hintergrund der Grimming, in der Bildmitte Bad Mitterndorf im Zentrum des Hinterberger Tals

Die von Wiesen, Mooren und Wäldern geprägte liebliche  und durchwegs ebene Kleinregion von Tauplitz bis Kainisch heißt Hinterberger Tal, auch Hinterberg und ist Teil des Steirischen Salzkammerguts.

Bahnhof Tauplitz mit REX/IC Richtung Stainach Irdning, gezogen von der ÖAMTC-Taurus (1116 153) am 17. August 2014
Ein etwas anderer Blick auf den Bahnhof Tauplitz, vom Gasthaus Moser aus

Die Bahnstrecke verläuft nach dem Bahnhof Tauplitz Richtung Westen, linker Hand taucht bald der mächtige Backen der Skiflugschanze Kulm auf, wofür bei Wettkämpfen eine temporäre, „russisch“ gehaltene Haltestelle (km 10,8) zum Besuchertransport genutzt wird.

Diese Kompositionen prägten Jahr und Tag die Salzkammergutbahn – am 17. August 2014 zieht 1142 575-8 ihre 4 CS-Waggons als REX von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim und passiert dabei die temporäre Haltestelle Skiflugschanze Kulm, im Hintergrund die Ausläufer des Toten Gebirges mit der Tauplitzalm
Bis vor dem Umbau die größte Naturflugschanze der Welt, der Kulmer Backen
Sessellift am der der Schiflugschanze Kulm

Dass es dabei nicht gerade professionell zugeht und normale Eisenbahnreisende bei Veranstaltungen einen Autobus des SEV nutzen müssen zeigt dieser Beitrag auf >>>

Ein nette Wanderung und dabei fast immer die Salzkammergutbahn im Blick führt vom Bahnhof Bad Mitterndorf zum Bahnhof Tauplitz. Hier bei der kleinen Kapelle läßt sich gut rasten und entspannen, der Grimming im Hintergrund
1142 575-8 schiebt an einem prächtigen und heißen Augusttag 2014 ihren Wendezug aus dem Bf Bad Mitterndorf hinaus und dem nächsten Halt im Bf Tauplitz entgegen

Der Bahnhof Bad Mitterndorf liegt in einer Höhe von 820 m bei Streckenkilometer 14,6 und hieß bis 1972 Mitterndorf-Zauchen.

Zugkreuzung Bf Bad Mitterndorf – die hier leider nur mehr zweistündlich verkehrenden REX waren im Jahr 2014 fast ausschließlich Wendezüge mit CS-Waggons. Hier mit 1142 575-8 und (nicht sichtbar) 1144 274-8
Ein schönes Aufnahmsgebäude in Bad Mitterndorf – leider nimmt die Unsitte mancher FDL Überhand, ihre persönliche Blechkarosse höchst unfotogen ins Bild zu rücken. Manche parkieren – hier zum Glück nicht – sogar ihre Dreckschleuder direkt am Hausbahnsteig

Dazu eine kleine Anekdote wie schwachsinnig und kundenfeindlich man seitens der Staatsbahn agiert – in einem der Bahnhöfe im steirischen Salzkammergut erzählte mir ein FDL, dass kurz vor dem Zusperren der Schalter ein neues Buchungsprogramm angeschafft wurde und man die FDL auf Schulung ins ferne Graz abkommandierte. Als der letzte geschult war kam die Order aus Wien: Kassen zusperren! Und welch Chuzpe – die FDL sind ja nach wie vor in Amt und Würden, aber es werden halt keine Fahrkarte mehr für die PV AG (die FDL sind ja von der ÖBB Infra) verkauft 🙁
Ein nettes Gebäudeensemble am Bf Bad Mitterndorf. Und die teils zugewachsenen Gleise zeugen von mehr Betrieb in der Vergangenheit was den Gütertransport betrifft

Von 1920 bis 1961 wurde mittels der Hinterberg-Grubegger Waldbahnen (Spurweite 760 mm, Traktion durch Loks mit Verbrennungsmotor) Holz zur Verladestelle am Bahnhof gebracht. Ferner gab es eine normalspurige Schleppbahn zum Sägewerk Johann Loitzl.

Nochmals Zugkreuzung in Bad Mitterndorf, diesmal am 24. August 2011 mit dem REX/IC gezogen von 1044 049

Mit 8 Promille Gefälle zieht der Schienenstrang durch die im Sommer beweideten Wiesen Richtung Westen, im Winter sieht man statt Kühen zahlreiche Langläufer, die hier auf perfekt gespurten Loipen unterwegs sind, bspw. von Kainisch bis Tauplitz.

Die Haltestelle Bad Mitterndorf-Heilbrunn liegt in km 16,1 auf einer Seehöhe von 806 m und hieß ursprünglich Grubegg und wurde 1909 auf Mitterndorf-Haltestelle umbenannt.

An einem frostigen Febertag 2010 braust ein Talent den Pulverschnee aufstäubend von Bad Mitterndorf kommend zur Haltestelle Bad Mitterndorf-Heilbrunn
Rasch hinein in die gute Stube und der Talent (4024 051-7) kann seine Fahrt von Bad Mitterndorf-Heilbrunn Richtung Kainisch fortsetzen
Etwas lieblicher zeigt sich die Haltestelle Bad Mitterndorf-Heilbrunn am 17. August 2014 vormittags. Zahlreiche Radler nutzen wie immer die Salzkammergutbahn zur An- oder Abreise
Hier gibt es auch noch Blumenschmuck (24.8.2011)

2 km südlich der Haltestelle gelangt man zur bereits in römischer Zeit bekannten Mitterndorf-Grubegg Heilquelle, wo heute das Kurhotel Heilbrunn angesiedelt ist. Seit einigen Jahren kommen auch die Wellness-Freude auf ihre Kosten, nämlich in der nahe gelegenen Grimming-Therme, wohin man durchaus mit dem Zug anreisen kann.

Die Grimming Therme kurz nach der Eröffnung an einem trüben Wintertag

Eine weitere Erholungsmöglichkeit bietet sich weiter südlich am Salza-Stausee, wo man früher mit dem PKW auf der schmalen Straße ins Ennstal passieren konnte (heute gesperrt, Steinschlaggefahr).

Bei der Weiterfahrt am naturbelassenen Hochplateau des Hinterberger Tals mit Wiesen und Wäldern sowie Hochmooren passiert das Streckenband dann die Wasserscheide zwischen Enns und Traun.

Zwischen Bad Mitterndorf-Heilbrunn und Kainisch
Zwischen Bad Mitterndorf-Heilbrunn und Kainisch. Im Winter gibt es hier gespurte Loipen

Der Bahnhof Kainisch liegt im Streckenkilometer 23,2 und einer Höhe von 768 m. Rechter Hand im Hintergrund sieht man den markanten Kalkstock des Losers, ein beliebter Wander- und im Winter Skiberg mit einigen Aufstiegshilfen. Die Auffahrt mit dem Auto erfolgt von Altaussee aus.

15. August 2014 im Bahnhof Kainisch. Eben ist der REX/IC aus Wien eingefahren und wird gleich weiter nach Stainach-Irdning fahren. Gezogen von 1016 050, mit dabei der AD-Wagen mit der auffallend roten Gepäcktüre
Ein schmuckes und von einem FDL besetztes Aufnahmsgebäude
Ein beheizter Warteraum mit Tisch und Bank, der Schalter geschlossen. Auch ein offenes und gratis zu benutzendes WC gab es hier 2014 noch
Zu Besuch beim Fahrdienstleiter
Da gibts noch massig Mechanik – und das ist gut so!

Kainisch dient als Bahnhof für die ehem. Gemeinde Pichl-Kainisch, die gegen den Willen der Gemeinde durch Weisung aus dem fernen Graz mit Bad Mitterndorf und Tauplitz  2015 zwangsfusioniert wurde.

ein kleines Nebengebäude, das Pumpenhaus

Der Ödensee, der durch das dann Kainisch-Traun genannte Gewässer entwässert wird, ist sowohl im Sommer (Baden, Wandern) als auch Winter (Langlauf) einen Besuch wert. In der Kohlröserlhütte kommen Fischliebhaber auf ihre Kosten. Und auch für Schatzsucher ist der See interessant, wird doch immer so ähnlich wie beim Toplitzsee von möglichen Schätzen aus der „Adolfinischen Epoche“ gemunkelt.

Die Gleise der Salzkammergutbahn verlassen nun das liebliche wiesen- und waldreiche Hinterberger Tal und zwängen sich gemeinsam mit der Kainischtraun und der Salzkammergut- Bundesstraße in den engen Einschnitt zwischen links dem Ausseer Zinken (1.854 m)  und rechts dem Hohen Radling (1.398 m), wo ostwärts davon über den Radlingpass (herrliche Wandermöglichkeit auf Rötelstein und Kampl) eine Autostraße zum Grundlsee, dem Steirischen Meer, führt.

Herrlicher Blick vom Kampl auf den Dachstein, wo das (noch) ewige Eis des Hallstätter Gletschers herüberfunkelt

Das Bahntrassee umfährt den Kalkstock des Ausseer Zinkens, der zum Dachsteingebirge gehört, via Bad Aussee und Koppental, eigentlich ein ordentlicher Umweg. Aber zum Einen muss ja Bad Aussee an die Schiene angebunden werden und zum Anderen sind wir in Österreich und nicht in der Schweiz, wo man ggf. einen kilometerlangen Tunnel durch den Ausseer Zinken direkt bis Obertraun gebohrt hätte.

Die Eisenbahnkreuzung mit der Salzkammergut Bundesstraße wurde in den 2000-er Jahren aufgelassen, die Straße unterfährt nun die Bahnstrecke, welche dabei auch optimiert wurde (u.a. Absicherung gegen Steinschlag).

Beim Eintritt in das Ausseer Becken zweigen rechts die Gleise der Anschlussbahn zum Werk und Firmenzentrale der Rigips Austria, die seit 2005 Teil des franz. Saint-Gobain Konzerns sind, ab. Im Werk Bad Aussee werden Gipskartonplatten hergestellt, das dazu notwendige Material wird seit 1951 umweltfreundlich über eine über 8 km lange Lorenseilbahn vom Steinbruch am Südufer des Grundlsees antransportiert.

Eine REX-Komposition verlässt den Bf Bad Aussee Richtung Stainach Irdning am 14. Jänner 2015, geschoben von 1144 245. Im Hintergrund die ob der klirrenden Temperaturen gut sichtbaren Fahnen aus den Schlotten der Rigips Austria

Nach Überqueren der Bundesstraße und der Kainischtraun laufen die Gleise dem nächsten Haltepunkt, dem Bahnhof Bad Aussee in der geographischen Mitte Österreichs, entgegen. Am gegenüberliegenden Flussufer sieht man beim Vorbeifahren den Kalßwirt, der für eine Labung gut geeignet ist, vor allem auch deshalb, weil seit einigen Jahren das Bahnhofsbuffet sowie das dahinter liegende Wirtshaus dicht gemacht haben.

Entlang der Kainisch Traun kurz vor dem Bf Bad Aussee eilt ein REX Richtung Attnang-Puchheim gezogen von einer 1142 und CS-Wagen am Haken (14.1.2015)
Nachschuss, aufgenommen vor dem Gasthaus Kalß aus
Die Gleise schlängeln sich entlang der Kainischtraun vom Bf Bad Aussee Richtung Kainisch, rechts geht ein Steig auf den Ausseer Zinken

Bei der Einfahrt in den Bahnhof von Bad Aussee, Streckenkilometer 29,8 und auf 641 m Seehöhe gelegen, zweigten bis vor einigen Jahren die Gleise in die ehem. Saline ab.

Einfahrt des REX/IC in den Bf Bad Aussee von Stainach I. kommend. Gezogen wird die Komposition am 19.8. 2010 (darunter zwecks chronischem Wagenmangel der ÖBB ein ehem. dt. IR-Waggon) von 1044 044-4. Dieses Foto von DEEF zierte kurz darauf den Bericht der OÖ-Nachrichten zur Einstellung der täglichen Direktverbindung von Wien ins Salzkammergut

Mehr über Bad Aussee im nächsten Teil des Readers Salzkammergutbahn, nämlich im Teil 3.

  1. Teil 1 Überblick >>>
  2. Teil 2 Durchs Steirische Salzkammergut von Stainach-Irdning nach Bad Aussee >>>
  3. Teil 3 Durchs Koppental im Steir./OÖ-Grenzland (in Arbeit)
  4. Teil 4 Durchs Innere Salzkammergut von Obertraun bis Ebensee (in Arbeit)
  5. Teil 5 Durchs Äußere Salzkammergut von Ebensee über Gmunden nach Attnang-Puchheim (in Arbeit)

Alle Fotos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 19. November 2019; Letzte Ergänzung: –