Ampflwanger Bahn

Die Ampflwanger Bahn – einst Kohle, heute Eisenbahnfreunde

Lokalbahnromantik pur zwischen Timelkam und Ampflwang am 27. Mai 2012. Die ÖGEG Dampflok 657.2770 zieht ihren aus zweiachsigen Spantenwagen gebildeten Zug Richtung Ampflwang. Für die Fotographen gibt es bei diesen Museumszubringern gerne auch Fotohalte und Scheinanfahrten

Diese 10,4 km lange Normalspurbahn zwischen Ampflwang und Timelkam diente anfangs als reine Industriebahn für den Bergbau (Kohlebahn) und war ursprünglich als Schmalspurbahn mit 600 mm ausgeführt. Diese Schmalspurbahn ging 1922 in Betrieb (Eigentümer „Industriebahn GmbH Ampflwang-Timelkam“, Bauführung Stern & Hafferl) wobei das Material aus k.u.k. Heeresfeldbahnbeständen kam. Der Minimalradius betrug 75 Meter, die Maximalneigung 40 Promille.

Durch Betriebsverlagerungen mit Konzentration auf Ampflwang und den Bau des Kohlekraftwerks in Timelkam verstärkte sich der Verkehr spürbar und machte den Bau einer Normalspurbahn notwendig. Diese ging 1925 in Betrieb, der kleinste Radius beträgt seither 180 Meter und die Maximalneigung nur mehr 19 Promille. Die Betriebsführung oblag der WTK (Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG). Seit 1943 gab es auf der Strecke eine Konzession für einen beschränkten öffentlichen Personenverkehr.

Ausgangspunkt der Ampflwanger Bahn ist Timelkam. Das denkmalgeschützte Aufnahmsgebäude an der Westbahnstrecke im Timelkamer Ortsteil Leidern strahlt Würde aus – ganz anders als die neuen „Bahnhofsbauten“, die meist nur mehr aus einem Glaskäfig für die Reisenden bestehen

Folgende Stationen gab / gibt es:
Timelkam (Übergang zur Westbahn Richtung Salzburg bzw. Linz, km 0,0; 450 m.ü.d.M.)
Timelkam Energie AG (heutige Abfahrtsstation vor dem Kraftwerk, km 0,2)
Aumühle, ehem. Haltestelle (km 4,2)
Puchkirchen, ehem. Bahnhof  (km 5,4)
Wolfsdoppl, ehem. Haltestelle (km 6,7)
Ampflwang, Bahnhof (km 10,3)
Ampflwang Museum, Betriebsstelle (km 10,4)

Nach Stillegung des gesamten Bergbaus in der Region wurde auch die Ampflwanger Bahn eingestellt (1995). Seit 1996 befindet sich die Strecke im Eigentum der ÖGEG, die Strecke dient als Zubringer zum Lokpark und zum Einsatz von Sonderzügen. Die Fahrtdauer beträgt ca. 25 Minuten.

Auf einigen Gleisen hat die ÖGEG Waggons und tw. auch Lokomotiven abgestellt, meist mit historischer Patina überzogen (Rost) und man muss sich fragen, ob dieses Material je aufgearbeitet werden wird
Die Museumszubringer sind unterschiedlich: Am 27. 5. 2012 war es die Dampflok 657.2770, hier kurz vor der Abfahrt bei der Station Timelkam Energie AG beim Kraftwerk
Am 31. 8. 2014 fuhr der Uerdinger Schienenbus 5081.001-3 auf der Ampflwanger Bahn. Auch das Zugpersonal der ÖGEG besteht aus Ehrenamtlichen, der freundliche Schaffner „Lukas“ kümmerte sich um Triebwagen und Gäste
Quasi als Lokdenkmäler sind einige ehem. ÖBB-E-Loks der ÖGEG auf dem Gelände der Energie AG aufgestellt
Landpartie zwischen Timelkam und Ampflwang
die Holzklasse von anno dazumal kann hier noch genossen werden bei der gemütlichen Fahrt durch das Hausruckviertel
Ankunft in Ampflwang direkt vor den Museumstoren
Eine tannengrüne ex ÖBB 2050 auf der Drehscheibe des Eisenbahnmuseums Ampflwang flankiert von 2 Dampfrössern (27. Mai 2012)
Nach dem Besuch vom Lokpark Ampflwang lohnt noch ein Besuch der Ausstellung „Erlebniswelt Energie“ im Kraftwerk der Energie AG. Am Wochenende fahren die Züge der ÖBB leider immer noch nur alle 2 Stunden und da bietet sich bei versäumten Anschluss dieses Museum an

Links:

DEEF-Portrait der ÖGEG >>>

ÖGEG Lokpark Ampflwang >>>


Alle Fotos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 27. Juni 2019; Letzte Ergänzung: