Zwettlerbahn

Die Zwettlerbahn bzw. Lokalbahn Schwarzenau – Zwettl – Waldhausen – Martinsberg-Gutenbrunn

5047.018-6 hat am 16.10.2010 den Bahnhof Zwettl erreicht

Von Schwarzenau an der Franz-Josefs-Bahn (Wien – Gmünd) gab es bis Dezember 2010 2 abzweigende Bahnstrecken mit Personenverkehr, nämlich

  1. Thayatalbahn (Schwarzenau – Waidhofen/Thaya – Fratres (>Tschechien))
  2. Zwettlerbahn (Schwarzenau – Zwettl – Waldhausen – Martinsberg-Gutenbrunn)

Während die nach Norden abzweigende Thaytalbahn trotz zahlreicher Ausbau-Gelöbnisse der Politik (ex LH Pröll) und Wiederherstellen des Anschlusses nach Tschechien bei Zlabings (Slavonice) seit 2010 nicht nur ohne Personenverkehr sondern auch großteils ohne Gleise ist, hat es den südlichen Zweig, die Zwettlerbahn nicht so arg erwischt. Zwar gibt es keinen Personenverkehr mehr wie 2010 nach Zwettl, aber es gibt noch regelmäßigen Güterverkehr (vorwiegend Holz) nach Waldhausen.

Und ein rühriger Verein namens Museums-Lokalbahn Verein (vormals Martinsberger Lokalbahnverein) führt mehrmals im Jahr Nostalgiefahrten zwischen Schwarzenau und Waldhausen durch.

Einige Fahrzeuge des in Zwettl ansässigen Nostalgievereins

Fakt ist allerdings, dass aufgrund kurzsichtiger Verkehrspolitik in NÖ (ÖVP-geführt) die Bezirkshauptstädte Waidhofen an der Thaya und Zwettl seit Dezember 2010 keine Schienenanbindung mehr haben – eine verurteilenswerte Politik in Zeiten des Klimaschutzes!

Die am 22. Oktober 1894 konzessionierte Lokalbahn Schwarzenau–Zwettl wurde am  4. Juli 1896 durch die A.G. Localbahn Schwarzenau–Zwettl eröffnet. Der Abschnitt Zwettl–Martinsberg wurde 1904 konzessioniert und 1906 in Betrieb genommen. Die ursprünglich angedachte Verlängerung nach Süden ins Donautal wurde – wie leider so oft in Österreich – nicht verwirklicht.

Die Verstaatlichung der A.G. Localbahn Schwarzenau–Zwettl erfolgte zum 1. Jänner 1941, die Einstellung des Personenverkehrs zwischen Zwettl und Martinsberg-Gutenbrunn erfolgte zum 28.9.1986. Beginnend mit August 2014 erfolgte die Demolierung (Abbau) der Gleisanlagen zwischen Waldhausen und Martinsberg-Gutenbrunn.


Einige Kennzahlen:

  • Streckenlänge: 57,8 km
  • Spurweite: Normalspur
  • Traktion: Diesel
  • Maximale Neigung: 29 Promille
  • Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
  • Letzter Betreiber: ÖBB

Die Stationen:

  • Schwarzenau, Bf, km 0,0; 498 m (> Franz-Josefs-Bahn Wien-Gmünd; bis 2010 nach Waidhofen/Thaya)
3 Züge stehen am 16.10.2010 abfahrtsbereit im Bahnhof Schwarzenau – 1116.242-7 mit einer CS-Garnitur als REX nach Gmünd, links im Vordergrund am Stumpfgleis 5047.021-0 als R nach Waidhofen/Thaya und am hinteren Stumpfgleis 5047.018-6 als R nach Zwettl
5047.018-6 als R nach Zwettl am Stumpfgleis 21
  • Ganz, ehem. HS, km 3,8
  • Bernschlag, ehem. HS, km 5,6; 604 m
  • Hörmans, ehem. Bf, km 9,3; 604 m

  • Groß Globnitz, ehem. HS, km 13,7; 636 m (Scheitelpunkt 1)

Wie bei allen Bahnen welche die Staatsbahn einstellte auch auf der Zwettlerbahn – Alles abgewirtschaftet bis zum letzten, hier eine der zahlreichen Langsamfahrstellen „20 km/h“
  • Groß Haslau, ehem. HS, km 16,3; 609 m
  • Gerotten, ehm. HS, km 18,1; 595 m

  • Zwettl, ehem. Bf, km 21,5; 536 m
Der 5047er ist nach kurzem Aufenthalt in der Bezirkshauptstadt Zwettl schon wieder bereit zur Rückfahrt nach Schwarzenau
Noch eine solide analoge Technik
Gleich nach Verlassen des Bahnhofs von Zwettl laufen die Gleise zum 240 m langen Eisenviadukt, der sich zwischen den Stationen Zwettl Bahnhof und Zwettl Stadt befindet
  • Zwettl Stadt (ehem. Syrnau), ehem. HS, km 22,7; 543 m
  • Klein Schönau, ehem. Bf, km 28,9; 633 m
  • Ober Nondorf, ehem. HS, 32,5 km; 695 m
  • Waldhausen, ehem. Bf, km 34,7; 695 m
  • Klein Weißenbach, ehem. HS, km 36,8; 694 m
  • Kaltenbrunn, ehem. HS, km 39,3; 730 m
  • Grafenschlag, ehem. Bf, km 41,0; 741 m
  • Lugendorf, ehem. HS, km 43,2; 777 m
  • Biberschlag, ehem. HS, km 46,6; 816 m
  • Ottenschlag, ehem. Bf, km 50,1; 831 m (danach 2. Scheitelpunkt 860 m)
  • Klein Pertholz, ehem. HS, km 53,6
  • Martinsberg-Gutenbrunn, ehem. Bf, km 57,6; 820 m

Links:

Museums-Lokalbahn Verein >>>

DEEF Beitrag Franz-Josefs-Bahn >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 21. Oktober 2020; Letzte Ergänzung: 23.10.2020