Liège-Guillemins

Belgien: Der monumentale neue Bahnhof Liège-Guillemins

Architektonisch höchst interessant und ein Genuss für Architekturliebhaber ist der neue Bahnhof von Lüttich (franz. Liège, niederländisch Luik), der 2009 eröffnet wurde. Als Architekt dieser „Modernen Kathedrale der Mobilität“ aus Stahl, Glas und weißem Beton zeichnet der spanisch-schweizerische Stararchitekt Santiago Calatrava Valls verantwortlich, der als Referenzen auch weitere Bahnhofsbauten aufweisen kann.

ICE International (Brüssel Süd – Frankfurt/Main) am 21. Mai 2013 abfahrtsbereit Richtung Osten über die neue HGV-Strecke. Nächster Halt ist Aachen Hbf.

Der alte Nachkriegs-Zweckbau war zu eng, zu klein geworden, sowohl was die Fahrgastzahlen anbelangt als auch hinsichtlich der Betriebsführung, galt es doch, die Hochgeschwindigkeitszüge ICE und Thalys in Doppeltraktion effizient abzufertigen. Der neue Bahnhof weist 9 Gleise auf und wird von ca. 500 Zügen täglich frequentiert.

Was noch fehlt ist die Integrierung des Bahnhofs in das umliegende Viertel und die Anbindung an die regionale Infrastruktur. Schon mehrfach geplant aber bis dato nicht verwirklicht ist ja die Wiedererrichtung der Straßenbahn in Lüttich, die von 1871 (Pferdebahn) bis 1967 existierte. 2022 wird als Eröffnungsdatum zuletzt genannt.

Der Stadtbahnhof von Lüttich, der dem Zentrum näher als Liège-Guillemins, ist der Bahnhof Liège-Saint-Lambert, der bis 2018 Liège-Palais hieß.


Ein innerbelgischer IC neben dem mit aufgeblendeten Scheinwerfern einfahrenden Thalys, der Frankreich, Belgien und Deutschland verbindet
Einer der alten aber bequemen ET der SNCB, die meist als L-Züge eingesetzt werden. Links Blick auf die Stadt Lüttich
Die Architektur ist spannend, interessant, aber nicht unbedingt gemütlich. Die offene Anlage beschert den Fahrgästen auch nicht unbedingt ein gemütliches Raumklima, wie man es bspw. in den Bahnhöfen mit geschlosseneren Hallen wie bspw. Hamburg Hbf vorfindet
Das Licht attraktiviert zusätzlich zu Beton, Stahl und Glas diese Kathedrale der Mobilität
Der Eingang / Aufgang auf Bahnsteig 1 von der Stadt kommend
Noch fehlt die harmonische Verbindung von der Stadt zum Bahnhof, 2017 war viel Bautätigkeit vor dem Bf zu erkennen. Das Gewusel an Bussen sollte nach Wiedereinführung der Straßenbahn (2022) etwas ruhiger werden

Alle Service- und Dienstleistungseinrichtungen sind unterirdisch im Bahnhof integriert. Eingang zur Bahnhofs-Brasserie
Die modern gestylter Bahnhofs-Brasserie


Alle Fotos / Videos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 3. Feber 2020; Letzte Ergänzung: 4.2.2020