Eisenbahn_SchwarzachSt.Veit-ZellamSee-Hochfilzen

Die Salzburg-Tiroler-Bahn – inneralpiner Eisenbahnkorridor zwischen Salzburg und Tirol

Teil 3: Durch den Pinzgau zur Tiroler Grenze

In Schwarzach-St. Veit macht das bis dahin Nord-Süd verlaufende Salzachtal einen markanten Knick („Salzach Knie“) nach Westen und verläuft parallel zwischen den Gebirgsformationen der Hohen Tauern und der Salzburger Schieferalpen („Nördliche Längstalfurche“) und die Giselabahn folgt diesem Talverlauf, der hier nicht mehr weit und lieblich sondern meist eng und schroff ist. Lend – so sagt man – hat das halbe Jahr keine Sonne dafür das halbe Jahr lang Schnee und Kälte.

Die Hohen Tauern entwässern hier in 3 Nord-Süd Tälern in die Salzach (Gasteiner Tal, Fuscher Tal, Rauriser Tal). Der Abschnitt Lend bis Bruck bzw. Taxenbach wird auch als Unterpinzgau bezeichnet.

Dieser Streckenabschnitt ist für den eisenbahnaffinen Reisenden sehr spannend, laufen doch die beiden Gleise nicht immer parallel zueinander sondern teilen sich abschnittsweise aufgrund der topographischen Notwendigkeiten in zwei Einzelgleise. Zahlreiche Tunnel werden passiert und die Salzach ist ein ständiger hautnaher Begleiter. Erst nach Taxenbach weitet sich allmählich die Talung wieder und mündet dann in das Zeller- und nachfolgend in das Saalfeldener Becken.


Die Strecke und Stationen:

Nach Verlassen des Bahnhofs Schwarzach-St. Veit verlaufen Giselabahn und Tauernbahn einige Kilometer parallel Richtung Westen allerdings in unterschiedlichen Höhenlagen, die Tauernbahn steigt sofort kräftig mit 28 Promille zum Gasteiner Tal hinan, am unteren Foto ist ein Güterzug mit Containern am Weg Richtung Süden auf der Tauernbahn

Auf diesen beiden Fotos sieht man deutlich die beiden räumlich getrennten Fahrwege – die Giselabahn war ja ursprünglich nur eingleisig und wurde erst später um das 2. Gleis ergänzt. Die ehem. Straßenbrücke ist nach dem Ausbau der Pinzgauer Straße (B 311) nun ohne Funktion, im ehem. Gasthof am linken Ufer befindet sich jetzt das Erotikcenter „Jaqueline“. Am Foto unten sieht man das Westportal des Blaue Wand Tunnels

Der REX Wörgl-Salzburg taucht in den 2-gleisigen 190 m langen Schwarzacher Tunnel ein, der erste Tunnel ab Schwarzach-St. Veit. Foto unten im Schwarzacher Tunnel rückblickend Richtung Westen

Schwarzacher Tunnel Ostportal

Während das talseitige Gleis (Richtungsgleis nach Zell am See) bis Lend keinen weiteren Tunnel durchörtert, verlaufen die Schienen des hangseitigen Gleises (Richtungsgleis n. Schwarzach-St. Veit) noch durch 2 weitere Tunnel, nämlich den 380 m langen Thumersbacher Tunnel sowie den 370 m langen Blaue Wand Tunnel.

Blick aus dem Thumersbacher Tunnel gegen das Ostportal des Blaue Wand Tunnels
Ostportal des Thumersbacher Tunnels

Lend, Bahnhof, km 75,0; 634 m

Die Einfahrtsweichen des Bahnhofs Lend sind in Sicht, ebenso die mächtige Brücke über die Salzach. Das früher nach links in das Betriebsgelände der Salzburger Aluminium Werke abzweigende Gleis ist seit einiger Zeit tw. abgebaut
Der Bahnhof Lend noch vor seinem „Umbau/Neubau“ im Jahre 2012 – man hat wie überall in Österreich einen Mittelbahnsteig mit Glaskäfig hingepflanzt und das alte Bahnhofsgebäude für die Fahrgäste gesperrt. Somit kein beheizter Warteraum mehr, keine Toiletten, kein Wasseranschluss
In Lend halten die REX-Züge. Hier der REX Wörgl-Salzburg am 20.11.2008 mit Steuerwagen 80-73 035-2 voran
Zwischen Lend und Eschenau kurz vor Eschenau wird die Salzach wieder auf zwei getrennten Eisenkastenbrücken übersetzt

Eschenau, Haltestelle, km 79,0; 673 m

Die Haltestelle Eschenau, leider am Wochenende gar nicht mit dem Zug erreichbar, wochentags alle 2 Stunden mit der S-Bahn (Stand Oktober 2018). Eschenau ist eine Katastralgemeinde von Taxenbach und besteht nur aus wenigen Wohnobjekten („Rotte“).
Das Haltestellenhäuschen Eschenau

Video: REX Salzburg Hbf – Wörgl Hbf braust durch die HS Eschenau

Unmittelbar hinter Eschenau in Richtung Taxenbach/Zell am See teilen sich die Streckengleise wieder. Das Richtungsgleis nach Taxenbach verschwindet nach Unterfahren der B 311 sofort im 851 m langen Unterstein Tunnel II und daran anschließend nach wenigen Metern im Freien im 58 m langen Trattensach Tunnel, während das Richtungsgleis n. Schwarzach-St. Veit um den Felssporn herumführt und dann in den 464 m langen Unterstein Tunnel I eintaucht
Ostportal des Unterstein Tunnel II
Westportal des Unterstein Tunnel II, danach eine kleine Eisenbrücke, nach links geht es dann unmittelbar in den kurzen Trattensach Tunnel. Das Richtungsgleis Ri Schwarzach-St. Veit, von wo aus das Foto gemacht wurde, verschwindet nach rechts sofort im Unterstein Tunnel I
Rückschuss aus dem Unterstein Tunnel I. Man sieht die kleine Eisenbrücke, auf der das vorige Foto entstanden ist
Westportal des kurzen Trattensach Tunnel nach dem Unterstein Tunnel II am hangseitigen Richtungsgleis nach Taxenbach/Zell am See, während der REX am talseitingen Richtungsgleis Schwarzach-St. Veit in den Unterstein Tunnel I einfährt
Westportal des 346 m langen Spritzbach Tunnel am hangseitigen Richtungsgleis Taxenbach/Zell am See

Kitzlochklamm, ehem. Haltestelle, km 81,9

Das Haltestellenhäuschen Kitzlochklamm kurz vor der Demolierung durch die ÖBB im Juni 2011. In Österreich forciert man im Unterschied zur Schweiz leider das Wandern mit der Eisenbahn so gut wie überhaupt nicht. Links im Hintergrund sieht man die Umrisse des doppelspurigen 277 m langen Taxenbach Tunnel
Ostportal des doppelspurigen Taxenbach Tunnel. Links davon am anderen Ufer der Salzach befindet sich das Gasthaus Kitzlochklamm an der Einmündung der Rauriser Ache in die Salzach. Die Kitzlochklamm ist eine der schönsten und eindrucksvollsten Klammen in den Ostalpen. Nota bene: Interessanterweise ist auf der Webseite des Tourismusverbandes Taxenbach ein „Bahnhof Kitzlochklamm“ auf einer Karte dargestellt – schön wäre es….
Im Taxenbach Tunnel Blickrichtung Taxenbach – zum letzten Mal verzweigen sich die Gleise, das Richtungsgleis nach Taxenbach taucht in den 574 m langen Martinswand Tunnel ein während das ursprüngliche alte Gleis (die Bahnstrecke war ja ursprünglich nur eingleisig) den Felssporn direkt an den Gestaden der Salzach liegend umfährt
Ostportal des Martinswand Tunnel sowie das ursprüngliche alte Gleis an der Salzach
Westportal des Martinswand Tunnel (Juni 2012)
Westportal des Martinswand Tunnel nach dem Hochwasser 2013, aufgenommen im Juli 2013. Die Salzach trat über die Ufer und zerstörte die Gleise vor dem Martinswand Tunnel. Die Strecke war mehrmonatig nur eingleisig befahrbar, für das in Normalzeiten friedliche Rinnsal links des Tunnels hat man einen die Bahn überführenden Aquädukt gebaut

Taxenbach-Rauris, Bahnhof, km 84,3; 718 m

Der Bahnhof befindet sich in der Marktgemeinde Taxenbach (2.755 Einwohner), die Marktgemeinde Rauris im Raurisertal (> Goldbergbau, >Sonnblick) mit 3.059 Einwohnern ist gut 10 km entfernt.

Auch der Bahnhof Taxenbach-Rauris blieb nicht von der Beglückung mit einem Mittelbahnsteig verschont, das prächtige Aufnahmsgebäude steht den Fahrgästen nicht mehr zur Verfügung, die müssen sich mit engem Glaskäfig begnügen
Intercity aus Graz Richtung Innsbruck mit offenbar defektem Steuerwagen bei der Einfahrt in den Bahnhof Taxenbach-Rauris (24.6.2012)

Gries im Pinzgau, Haltestelle, km 88,9; 744 m

Das kleine Haltestellenhütterl Gries im Pinzgau. Gries ist eine Ortschaft der Gemeinde Bruck an der Glocknerstraße

Bruck-Fusch, Bahnhof, km 93,7; 757 m

Der Bahnhof befindet sich in der Gemeinde Bruck an der Glocknerstraße mit 4.644 Einwohnern, die Gemeinde Fusch an der Glocknerstraße mit 698 Einwohnern befindet sich ca. 5 km südlich am Ausgang des Fuscher Tals. Im Fuscher Ortsteil Ferleiten beginnt die weltberühmte Großglockner Hochalpenstraße.

Die Großeltern des Autors dieser Zeilen sind Teil der Erfolgsgeschichte der Großglockner Hochalpenstraße – Baumeister Ing. Hans Populorum war deren 1. Straßenmeister, Auguste Populorum die erste Mautnerin im Mauthaus zu Fusch.

Zell am See Schüttdorf, geplante Haltestelle, km 96,6

Wann wird die schon lange Jahre geplante Haltestelle endlich kommen?? Den Politikern fehlt meist immer noch das klare Bekenntnis zum Öffentlichen Verkehr abseits von machtpolitisch motivierten Sonntagsreden 🙁

Zell am See, Bahnhof, km 99,4; 752 m (> Pinzgauer Lokalbahn nach Mittersill-Krimml)

Zell am See ist der Verwaltungssitz des Pinzgaus – bzw. wie es amtlich heißt – Bezirkshauptstadt des Bezirks Zell am See. Die Stadt Zell am See hat 9.759 Einwohner und liegt im Zeller Becken als Verbindung zwischen dem Salzachtal, welches weiter nach Westen Richtung Oberpinzgau verläuft und dem nach Norden entwässernden Saalachtal (die Saalach entspringt im Glemmtal) an den Gestaden des Zeller Sees.

Die Europasportregion Zell am See – Kaprun ist eine der führenden Destinationen im Wintertourismus in Österreich bzw. der Alpen überhaupt. Hausberg der Zeller ist die „Schmittn“, in Langversion die „Schmittenhöhe“, welche natürlich per Seilbahn erschlossen ist.

Sommerlicher Gletscherschilauf ist am nahen und von Zell gut sichtbaren Kitzsteinhorn möglich. Zell am See entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer begehrten Destination von zahlungskräftigen Arabern, die – manchmal zum Leidwesen von Einheimischen und anderen Gästen – das Ortsbild deutlich prägen.

Am Zeller See gibt es eine Schifffahrt, die – zumindest touristisch – ganzjährig angeboten wird.

Die 760 mm Schmalspurtbahn nach Krimml (Pinzgauer Lokalbahn, abgek. PLB) des Anbieters Salzburg AG (vormals ÖBB) hat in Zell am See ihren Ausgangspunkt.

Immer wieder ist die Stadt Zell am See total verstaut und die Eisenbahn – Giselabahn wie Pinzgauer Lokalbahn – bietet sich als Alternative an, einzig die Politiker sie zaudern noch.

Am 26.1.2017 steht der REX nach Wörgl – in Form des 3teiligen Talents 4023 010-4 – abfahrtsbereit auf Gleis 3 im Zeller Bahnhof
Am 1. Juli 2017 wartet auf Gleis 3 auf die unmittelbare Abfahrt 1116 097 mit einem IC nach Wien am Haken sowie auf Gleis 2 1116 062 mit „der längsten Fahne Österreichs“ am Haken auf die noch ca. 1 Stunde entfernte Abfahrt Richtung Salzburg
Steuerwagen der „längsten Fahne Österreichs“ in Zell am See am 1. Juli 2017
Ein REX Richtung Salzburg verlässt den Bahnhof Zell am See
Man kann es deutlich erkennen – 99,5 km sind es bis zur Mitte des Zeller Bahnhofs. Aber den Fahrgästen hat die ÖBB bis heute immer Fahrkarten mit einem Preis ab 100 km Entfernung verkauft – warum wohl??
Der Zeller See, aufgenommen aus dem Zug, im Hintergrund das Steinerne Meer als Umrahmung des Saalfeldner Beckens

Maishofen-Saalbach, Haltestelle, ehem. WM Bahnhof, km 104,0; 765 m

Die Gemeinde Maishofen hat 3.557 Einwohner, die Gemeinde Saalbach-Hinterglemm 2.896 Einwohner, die dazwischen liegende Gemeinde Viehhofen 615 Einwohner, zusammen – ohne die unzähligen Touristen – immerhin über 7.000 Einwohner.

Für die Ski-WM 1990 in Saalbach wurde der Bahnhof Maishofen-Saalbach „Intercitytauglich“ ausgebaut. In den letzten Jahren hielten nicht mal mehr die S-Bahnen regelmäßig am Bahnhof – warum?? Vorhandene Infrastruktur sollte genutzt werden wenn man schon kaum Neues bringt. Der Bahnhof hat einen riesigen Parkplatz, der überhaupt nicht genutzt wird. Die Örtlichkeit schreit gerade danach, wieder ordentlich bespielt zu werden – bspw. als Nahverkehrsdrehscheibe, Umstieg Bahn-Bus für die Skitouristen ins Glemmtal, nicht in Zell am See, dort ist ja schon alles dicht während hier die Infrastruktur nutzlos vor sich hindümpelt.

Bahnhof Maishofen-Saalbach adäquat nutzen!

Ungenutzte Infrastruktur die es wieder zu nutzen gilt!

Gerling im Pinzgau, Haltestelle, km 108,8; 748 m

Eine einfach gestaltete Haltestelle – Gerling ist ein Teil der Stadt Saalfelden

Saalfelden, Bahnhof, km 112,3; 728 m

Saalfelden am Steinernen Meer ist der zentrale Ort im Pinzgauer Saalachtal und mit 16.567 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Bundesland Salzburg nach der Stadt Salzburg und Hallein. Während nach Süden hin das Saalfeldner Becken in das Zeller Becken übergeht und herrliche Blicke auf die Hohen Tauern und den hier markanten Landmarken Kitzsteinhorn und Wiesbachhorn ermöglicht, ist das Saalfeldner Becken an restlichen drei Seiten von Gebirgskämmen eingesäumt – im Norden vom Steinernen Meer (>Übergang zum Königssee in Bayern), im Westen von den Leoganger Steinbergen und dem Biberg sowie im Osten dem Hochkönigmassiv und den Dientner Bergen.

Um von Saalfelden in die Stadt Salzburg zu gelangen bietet sich als kürzeste Verbindung das „kleine deutsche Eck“ an, nämlich die Verbindung entlang des Saalachtals über Lofer und dann über Bayerisches Staatsgebiet via Schneizlreuth und Bad Reichenhall in die Mozartstadt. Allerdings nur für den Individualverkehr auf der Straße, denn der Postbus auf dieser Strecke fährt selten und unregelmäßig und braucht genauso lange wie die Eisenbahn über Zell am See.

Die oftmals angedachte und vor allem von der Gemeinde Lofer geforderte Bahnstrecke Salzburg – Bad Reichenhall – Lofer – Saalfelden kam leider nie zustande. In einem Schreiben des Verkehrsministeriums aus dem Jahr 1928 wird mitgeteilt, dass vor allem die Bayern dem Projekt ablehnend gegenüberstehen und man damit auch die Linie über Schwarzach-St. Veit (Giselabahn) konkurrenzieren würde. Man schlug seitens des Ministeriums und der Salzburger Landesregierung vor, anstatt einer Bahnlinie den Autobusverkehr zu intensiviere – was leider bis heute nicht adäquat umgesetzt wurde. Doch kurioserweise findet sich heute ein Relikt dieser nie gebauten Bahnstrecke – in der Hoffnung, daß die Bahnstrecke doch gebaut wird, hat man in der Gemeinde Weissenbach bei Lofer ein durchaus ansehnliches Bahnhofsgebäude errichtet, heute Gasthof Auvogl – allerdings fuhr dort nie ein Zug vorbei. Oder ist das nur eine Mär?

4024 018-6 fährt als REX am 19.12.2016 von Gleis 2 des Saalfeldner Bahnhofs nach Wörgl ab
Am 31.5.2014 zieht 1144 090 ihren REX von Saalfelden weiter nach Wörgl

Das Bahnhofsgebäude Saalfelden straßenseitig. Das Bahnhofsrestaurant ist aktiv (Thailändische und österr. Küche), leider war der Raum so verraucht, dass eine Einkehr inakzeptabel war
Es ist immer noch recht viel los am ehem. Traktionsstandort Saalfelden. Am 25.2.2013 von rechts nach links ein Talent der BR 4024 nach Wörgl, Verschublok 1163 006-8 sowie Diesellok 2043 029-4

In einer langgezogenen Linkskurve verlassen die Züge den Bahnhof Saalfelden Richtung Hochfilzen. In der Kurve zweigt ein Anschlußgleis zum Diabas-Steinbruch Saalfelden ab, der am Fuß des Bibergs dort seit 1927 existiert. Bis 2008 wurde das Material vom Werk zur Verladung am Saalfeldner Bahnhof mit einer 600 mm Feldbahn transportiert, seither auf einer Normalspurstrecke.

Nach einer weiteren langgezogenen Schleife nach rechts und dann links wird das Saalfeldner Becken durchquert und der Anstieg zum Pass Grießen und Hochfilzen beginnt.

Leogang-Steinberge, Haltestelle, km 118,2; 796 m

Die Gemeinde Leogang hat 3.265 Einwohner und ist stark touristisch orientiert. Sie ist Teil des größten zusammenhängenden Skigebietes Österreichs, dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm / Leogang / Fieberbrunn. Wie vielerorts in den Alpen gab es auch in Leogang einen bedeutenden Bergbau. Der Bergbau im „Schwarzleotal“ ist der älteste im Bundesland Salzburg, seit über 3.500 Jahren wurde dort abgebaut, zuletzt noch Magnesit bis 1970. Im Mittelalter war der Bergbau in Leogang die Haupteinnahmequelle der Salzburger Erzbischöfe. Abgebaut wurden Kupfer, Blei und Silber, in der frühen Neuzeit kamen Kobalt, Nickel und Quecksilber hinzu. Für Bergbauinteressierte lohnt der Besuch des Schaubergwerks Leogang Schwarzleo.

Von den ehem. 4 Eisenbahnstationen sind nach der Schließung von Hütten und Berg Grießen noch 2 aktiv, nämlich Leogang-Steinberge und Leogang Hbf, heute auch Haltestelle. Um eine bessere Anbindung des Bahnhofs an den Ort mit seinen immerhin knapp 700.000! Übernächtigungen (2015/16, ohne die zahlreichen Tagesgäste) zu ermöglichen, sollte durchaus eine kleine Standseilbahn angedacht werden – in der Schweiz eigentlich alltäglich in Österreich offenbar ein Ding der Unmöglichkeit.

Ein Talent-Doppel am 6.10.2018 in der Haltestelle Leogang-Steinberge bereit zur Weiterfahrt nach Wörgl Hbf
Idyllisch gelegen, die Namensgeber der Haltestelle im Hintergrund, die Leoganger Steinberge
Die ultimative Ratio der ÖBB?? Zuerst das Personal eingespart nun in beiden Stationen in Leogang sogar die Automaten herausgerissen – da in den Talent keine Automaten sind und auch nicht immer Zugbegleiter, ist ein Gratistransport quasi vorprogrammiert
Der Mastercard-Talent am 6.10.2018 auf der Fahrt Richtung Saalfelden in Leogang-Steinberge, am unteren Foto im Hintergrund das Steinerne Meer, die Hausberge von Saalfelden

EC Transalpin durcheilt die Haltestelle Leogang-Steinberge

Leogang, Haltestelle, ehem. Bahnhof, km 120,5; 840 m

Der ehem. Bahnhof von Leogang, ca. 100 Höhenmeter über der Gemeinde, die sich langgezogen entlang der Straßenverbindung Hochfilzen – Saalfelden hinzieht
Das Haus wird offensichtlich von Privat bewohnt – der reichhaltige Blumenschmuck (Rosen) steht im krassen Gegensatz zur Bahnsteigseite, welche von den ÖBB „bewirtschaftet“ wird
Ein ehem. Bahnhofs-Nebengebäude ist privat bewohnt. Links sieht man noch Reste des ehem. Bahnhofs, ein Stumpfgleis mit Prellbock
Talent-Doppel am 6.10.2018 abfahrtsbereit im ehem. Bahnhof Leogang Richtung Schwarzach-St. Veit

Hütten, ehem. Haltestelle bis 2008, km 173,1; 885 m (Gemeinde Leogang)

Berg Grießen, ehem. Haltestelle bis 1995, km 126,3; 946 m (Gemeinde Leogang)

——- Bundesländergrenze Salzburg – Tirol ——-

Hochfilzen, Bahnhof, km 130,1; 970 m

Die Gemeinde Hochfilzen hat 1.182 Einwohner und ist überregional vor allem durch die Biathlon-Weltcup Veranstaltungen bzw. Weltmeisterschaften bekannt. Wirtschaftsbetrieb Nummer 1 ist das Magnesitwerk der RHI direkt neben dem Bahnhof Hochfilzen mit eigenen Gleisanlagen und Verschublok mit dem über 100 m hohen und weithin sichtbaren Kamin.

Der traditionelle Truppenübungsplatz Hochfilzen des ÖBH hat durch die Aufwertung des Standortes Saalfelden Wallner Kaserne zum Internationalen Gebirgskampfzentrum neue Bedeutung erlangt.

Der Bahnhof von Hochfilzen. Hier halten S-Bahnen und REX-Züge, während die hier früher oft haltenden IC/EC sowie RJ heute hier durchfahren
Magnesitwerk direkt neben dem Bahnhof, dahinter befindet sich der Truppenübungsplatz (TÜPL) des Österreichischen Bundesheers

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 8. Jänner 2018;  Relaunch 7.5. 2021; Letzte Ergänzung: –