Traunseetram Gmunden-Vorchdorf

Die Traunseetram von Gmunden nach Vorchdorf

Dieser Beitrag behandelt die durch die Verbindung der Gmundner Straßenbahn und der Traunseebahn (Gmunden Seebahnhof – Vorchdorf) im Jahr 2018 entstandene Stadt-Regio-Tram, auch Traunseetram genannt, vom Bahnhof Gmunden an der Salzkammergutbahn über Gmunden Klosterplatz und Engelhof nach Vorchdorf.

Bezüglich Lokalbahn Gmunden Seebahnhof – Vorchdorf vor 2018 siehe >>> Traunseebahn (dort auch die Geschichte der Strecke)

Bezüglich Gmundner Straßenbahn vor 2018 >>>


Traunseetram / Stadt.Regio.Tram = Traunseebahn + Gmundner Straßenbahn

Seit Bestehen der 2,54 km langen Gmundner Straßenbahn (eröffnet 1894, Gmunden Rudolfsbahnhof – Gmunden Rathausplatz) und der ab 1990 15 km langen Traunseebahn (eröffnet 1912, Gmunden Seebahnhof – Vorchdorf) gab es Bestrebungen, diese beiden meterspurigen Bahnen zu verbinden, also die kurze Lücke zwischen Rathausplatz und Seebahnhof zu schließen.

Doch „Gut Ding“ braucht Weil, speziell bei Bahnprojekten in Österreich, da wird viel und lange geredet aber nicht so wie in der Schweiz auch baldigst gebaut. So dauerte es 108 Jahre, bis der Lückenschluss im Jahr 2018 endlich vollzogen werden konnte und die beiden Bahnen nun Eins wurden.

Neben der kurzen Neubaustrecke mit Brückenbau über die Traun vom Rathausplatz über den Klosterplatz zum neu errichteten Seebahnhof wurden die bestehenden Trassen saniert, um mit höheren Geschwindigkeiten eine Verkürzung der Reisezeit und damit Konkurrenzfähigkeit zum Auto zu erreichen.

Auch wurden Haltestellen neu errichtet bzw. bestehende modernisiert und barrierefrei ausgeführt – schließlich haben die Öffis auch die Aufgabe, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder auch Personen mit Kinderwägen zu transportieren.

Die offizielle Eröffnung der Traunseetram mit sanierter Infrastruktur und neuen Fahrzeugen erfolgte am 1. September 2018.


Die Fahrzeuge

Nachdem von 2011 bzw. 2012 zwei Triebwägen vom Typ Flexity Outlook von den Innsbrucker Verkehrsbetrieben geliehen auf der Traunseebahn zum Einsatz kamen (Nummern 307 und 320), bestellte der Betreiber Stern & Hafferl im Jänner 2014  bei Vossloh Kiepe elf neue Niederflurgelenkwagen vom Typ Tramlink, wovon 3 für die Atterseebahn vorgesehen waren.

Die Fahrzeuge sind fünfteilig, komplett niederflurig, sechsachsig, 32 Meter lang und bieten Platz für 183 Fahrgäste. Produziert wurden sie im spanischen Werk von Vossloh Kiepe in Valencia, das während der Ausführung des Auftrags von Stadler Rail aufgekauft wurde. Die Auslieferung der Fahrzeuge startete im Dezember 2015, wobei die 4 zuletzt gelieferten Triebwagen außen nicht mehr mit „Vossloh“ beschriftet sind.

Somit sind bei der Traunseetram die „Tramlinks“ Nummer 121 „Traunsee“ (Baujahr 2015), 122 „Traunstein“ (Bj 2016), 123 „Laudach“ (Bj 2016), 127, 128, 129, 130 (alle Bj 2016) sowie 131 (Bj 2017) im Einsatz. Nummer 129 war bereits 2017 bei Testfahrten auf der Gmundner Straßenbahn im Einsatz.

Zusätzlich werden einige Altbautriebwagen für Nostalgiefahrten bzw. als Arbeitstriebwagen vorgehalten (untergestellt in Vorchdorf) sowie historische Straßenbahnwagen der ehem. Straßenbahn Gmunden in der Remise in Gmunden.


Die Stationen

  • Gmunden Bahnhof, (> Übergang zur Salzkammergutbahn), km 0,226

  • Grüner Wald, ehem. Hs bis 2014, km 0,35
  • Gmundner Keramik, Bf ab 2005, km 0,639
  • Kraftstation, ehem. Hs bis 2005 (> Remise), km 0,7
  • Rosenkranz/OKA Siedlung, Hs, km 1,020
  • Tennisplatz, Bf, km 1,354

  • Kuferzeile, Hs, km 1,743

  • Parkstraße, ehem. Hs, km 1,77
  • Bezirkshauptmannschaft, Hs, km 2,050
  • Korso, ehem Hs, km 2,22
  • Franz-Josef-Platz, Hs, km 2,257 (Ri Vorchdorf), km 2,307 (Ri Bf)

  • Postgebäude, ehem. Hs bis 1975, km 2,42
  • Rathausplatz, Hs, km 2,513 (Ri Vorchdorf), km 2,518 (Ri Bf)

  • Klosterplatz, Bf seit 2014, km 2,864

  • Gmunden Seebahnhof, Bf seit 2014, km 3,075 (Ende Straßenbahnstrecke ab Gmunden Bf), km -0,154 (Beginn Regionalbahnstrecke)

  • Gmunden Traundorf, ehem. Hs 1990-2014, km 0,2
  • Gmunden Schloss Weyer, Hs seit 2017, km 0,309

  • Lembergweg, Hs, km 1,084
  • Engelhof Lokalbahn, Bf, km 1,763

  • Baumgarten-Waldbach, Hs, km 2,886
  • Unterm Wald, Hs seit 2008, km 3,596
  • Gschwandt-Rabesberg, Bf, km 4,317
  • Gschwandt Schule, Hs, km 4,772
  • Neuhub, Hs, km 5,954
  • Karl z´Neuhub, Hs, km 6,908

  • Eisengattern, Bf, km 8,231

  • Laizing, Hs, km 9,791
  • Kirchham Ort, Hs seit 2011, km 10,659
  • Kirchham, Hs, km 11,154
  • Falkenohren, Hs, km 12,713
  • Weidach, Hs, 13,040
  • Schloss Eggenberg, Hs, km 13,930
  • Vorchdorf, Bf, km 14,585 (> Vorchdorferbahn nach Lambach)

Die Stationen sind Bedarfshalte.


Der Betrieb

Im Regelbetrieb werden seit 2018 nur mehr die neuen Tramlink-Triebwagen Vossloh-Kiepe eingesetzt.

Wochentags (Mo-Fr) gibt es auf der Gesamtstrecke einen durchgängigen Halbstundentakt, am Wochenende einen Stundentakt. Zwischen Gmunden Bahnhof und Engelhof Lokalbahn verkehren zusätzlich zu den Zügen nach Vorchdorf noch 2 Züge pro Stunde, also 4 Züge pro Stunde wochentags inkl. Samstag sowie am Sonntag 3 Züge pro Stunde.

Im Nostalgieverkehr werden nach wie vor wie schon vor 2018 Themenfahrten angeboten, bspw. der „Bratlzug“, wo im Fahrpreis mit der Nostalgiegarnitur ein Schweinsbraten und ein Getränk inkludiert sind.

Die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke beträgt 39 Minuten.


Links

Betreiber Stern & Hafferl Verkehr >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 14. Oktober 2021; Letzte Ergänzung: 15.10.2021