Attergaubahn Atterseebahn

Die Attergaubahn von Vöcklamarkt nach Attersee

3 Fahrzeug-Generationen vor der neuen Remise/Bahnhofsanbau am 10. September 2016 in Attersee – In der Mitte der neue hochmoderne und eben angelieferte Vossloh-Kiepe Triebwagen Nummer 125, rechts davon der noch im Plandienst eingesetzte ET 26 110 (Bj 1949, 2016 zurückgeführt ins Sernftal) und links ET 20.104 (Baujahr 1913, Nostalgiefahrzeug)

Die Attergaubahn (auch Atterseebahn, auch Lokalbahn Vöcklamarkt-Attersee) ist ein 13,3 km lange meterspurige und mit 750 Volt Gleichstrom elektrifizierte Regionalbahn, welche seit 1913 (Eröffnung 14.1.1913) von Vöcklamarkt an der Westbahnstrecke nach Attersee an den Gestaden des Attersees (auch Kammersee) führt. Der minimale Radius beträgt, 50 Meter, die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h  und die maximale Neigung 47 Promille. Die Strecke ist eingleisig mit Ausweichen in einigen Stationen, ausgerüstet mit Rückfallweichen.

Et 26.111 am 11. Feber 2012 im tiefverschneiten Attergau kurz vor dem Endbahnhof Attersee im Plandienst. Der 1951 bei Schindler in Pratteln (CH) gebaute ET wurde 2017 nach Hermannstadt (Rumänien) verkauft

Der Betreiber ist das Gmundner Traditionsunternehmen Stern & Hafferl, welches im Verkehrssegment noch weitere Bahnstrecken, Autobuslinien sowie Schifffahrtslinien in Österreich betreibt.

Eigentümer der Attergaubahn ist die Lokalbahn Vöcklamarkt-Attersee AG, welche sich im Besitz der Firma Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H. (75,91%), der OÖ Verkehrsholding GmbH (10,46%), der Marktgemeinde Vöcklamarkt (2,93%), der Marktgemeinde St. Georgen im Attergau (1,54%) sowie Sonstigen befindet.

Eine Fahrt durch die leicht hügelige Landschaft zum Attersee ist auch im Winter ein Erlebnis. Hier tiefverschneite Landschaft zwischen Vöcklamarkt und St. Georgen (11.2.2012)

Betrieb

Auf der Attergaubahn gibt es nun schon seit einigen Jahren (2009) einen Stundentakt, wofür nur mehr 1 Triebwagen benötigt wird und es somit keine Zugkreuzungen mehr gibt. Außer bei Verstärkerfahrten sowie touristischen Fahrten mit Nostalgietriebwagen und Nostalgiekompositionen, wovon einige an der Atterseebahn stationiert sind.

Die Fahrtzeit im Regelbetrieb beträgt 24 Minuten. Die Züge der Attergaubahn haben kurze Übergangszeiten zu den Zügen der ÖBB Richtung Salzburg und Richtung Linz.

Zwischen September und November 2009 war ein Flexity Outlook der Innsbrucker Verkehrsbetriebe zu Testfahren auf der Atterseebahn. Das Foto zeigt den Triebwagen 321 umringt von Oldtimern am 4.10.2009 im Bf Attersee

Seit 2016 sind 3 moderne Triebwagen Typ „Tramlink“ von Vossloh-Kiepe, welche auch für die Traunseetram Gmunden-Vorchdorf beschafft wurden, auf der Attergaubahn stationiert. Es sind dies die Triebwagen Nummern 124 „Attersee“, 125 „St. Georgen“ und 126 „Vöcklamarkt“. Insgesamt hat Stern & Hafferl 11 Triebwagen dieses Typs für die Traunseetram und die Attergaubahn beschafft.

Die aktuellen hochmodernen Triebwagen von Vossloh-Kiepe. ET 125 am 1. Oktober 2021 im Bf Vöcklamarkt kurz vor der Abfahrt nach Attersee. Es gilt die ÖBB S-Bahnen aus Salzburg und Linz abzuwarten
Moderner Innenraum in den fünfteiligen Gelenktriebwagen, die 32 Meter lang und 2,40 Meter breit sind und Platz für 183 Fahrgästen bieten
Moderne Displays für Fahrplan und Information sind selbstverständlich auch vorhanden

Untergestellt sind die neuen Triebwagen sowie Teile der Nostalgiefahrzeuge in der neu erbauten Remise im Bahnhof Attersee. Weitere Wagen (auch Güterwagen) sind open air in Vöcklamarkt abgestellt.

Die Remise im Bf Attersee, wo seit dem Umbau der Warte- und Zustiegsbereich witterungsgeschützt in den rechten Trakt der Remise integriert wurden. Am 1. Oktober 2021 wartet ganz rechts am Hausbahnsteig ET 125 auf die Abfahrt nach Vöcklamarkt, links daneben steht ET 126
Am 4. September 2016 wartet im Bf Attersee links eine Nostalgiekomposition bestehend aus ET 20.104, daran ein Zweiachser der ehem. Straßenbahn Ebelsberg – St. Florian und am Zugschluss der beige Wagen Nr. 2 der ehem. Straßenbahn Unterach-See (am Mondsee), abgek. E.L.B.U.S. Am Hausbahnsteig wartet ET 26.111 auf seine Abfahrt im Plandienst nach Vöcklamarkt, links der neue eben angelieferte ET 126 von Vossloh-Kiepe

Zubringer zur Atterseeschifffahrt

Neben der Funktion als umweltfreundliches und modernes Verkehrsmittel für Schüler und berufstätige Anwohner nimmt die Attergaubahn eine wichtige touristische Funktion als umweltfreundlicher Zubringer zum Attersee wahr. Vom Endbahnhof Attersee sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Anleger der Atterseeschifffahrt, die ebenfalls von Stern & Hafferl betrieben wird. Die Gleise direkt zum Schifffsanleger mussten schon vor Jahren dem Straßenverkehr weichen.

Das Flaggschiff der Atterseeflotte von Stern & Hafferl, die MS Stadt Vöcklabruck („Klimt Schiff“) am 1. Oktober 2021 beim Anlegen in Attersee

Die Stationen

  • Vöcklamarkt Lokalbahnhof, Bf, km 0,0; (>Westbahnstrecke Salzburg bzw. Linz)
Neuer Vossloh-Triebwagen vor dem alten Aufnahmsgebäude Vöcklamarkt Lokalbahn
ET 26.111 am 11.2.2012 im Bf Vöcklamarkt Lokalbahn. Der Triebwagen wurde nach Anlieferung der neuen Vossloh-Kiepe Triebwagen zwischenzeitlich nach Rumänien verkauft (Straßenbahn Hermannstadt)
Der gemütliche Innenraum des ET 26.111
  • Haid, Hs, km 1,5
  • Walchen, Hs, km 3,1
  • Schmidham, Hs, km 4,0

  • Walsberg, Bf, km 6,2
  • Hipping, Hs, km 6,9
  • Kogl, Hs, km 7,5

  • St. Geogen im Attergau, Bf, km 9,0
Zugkreuzung des Nostalgiezuges am 10.9.2016 im Bf St. Georgen im Attergau mit dem Planzug in Form des ET 26.111
  • St. Georgen im Attergau Seniorenheim, Hs, km 9,5
  • Thern, Hs, km 10,5
  • Stöttham, Hs, km 11,0

  • Palmsdorf, Hs, km 11,4

  • Attersee, Bf, km 13,3
Bahnhofsgebäude Attersee, Zustand 4.10.2009
  • Attersee Landungsplatz, ehem. Bf, km 13,7

Die Haltestellen sind Bedarfshalte, dh. möchte man aussteigen, so muss man den Haltewunsch per Knopfdruck dem Triebfahrzeugführer anzeigen.

Tramlink Nr. 125 am 1. Oktober 2021 in der Kurve vor dem Bf. Attersee

Links

Atterseebahn Betreiber Stern & Hafferl >>>

DEEF-Doku Atterseeschifffahrt >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 13. Oktober 2021; Letzte Ergänzung: –