Eisenbahnstrecke Grafing Bahnhof – Ebersberg – Wasserburg Bahnhof (Filzenexpress)

Allgemeines
Die 25 km lange Eisenbahnstrecke von Grafing Bahnhof an der Bahnstrecke München-Rosenheim über die Kreisstadt Ebersberg nach Wasserburg Bahnhof an der Bahnstrecke Rosenheim-Mühldorf ist eingleisig, nur teilweise elektrifiziert und wird ob der Streckenführung über ehemalige Hochmoore auch Filzenexpress genannt. Nach diversen Sanierungen beträgt die Höchstgeschwindigkeit nun 80 km/h, der minimale Radius 190 m und die Zugsicherung erfolgt durch die PZB. Von Grafing bis Ebersberg ist die Strecke mit 15 kV 16,7 Herz elektrifiziert und wird neben den Dieselzügen der SOB auch von der S-München befahren.

Die Eröffnung der Strecke erfolgte in 3 Etappen:
Grafing-Ebersberg: Feierliche Eröffnung am 6.11.1899, Planverkehr ab 12.11.1899
Wasserburg Bahnhof-Wasserburg Stadt: Probefahrten/Eröffnung am 20.12.1902, Planverkehr ab 24.12.1902
Ebersberg-Wasserburg Bahnhof: Abnahmefahrt am 27.9.1905, Planverkehr ab 1.10.1905
Eine angedachte Verlängerung der Strecke von Wasserburg über Schnaitsee nach Trostberg wurde nicht verwirklicht.
Die Stationen des Filzenexpress

Grafing Bahnhof, Bahnhof (Bf), km 0,0 (> Hauptbahn Rosenheim/München; ehemals Lokalbahn nach Glonn)

Grafing Stadt, Haltepunkt (HP), ehem. Bf, km 2,10

Wiesham, ehem. HP (bis 1972), km 3,57
Ebersberg Süd, geplanter HP
Ebersberg (Oberbay), Bf, km 5,96 (Ende der S-Bahn, weiter SOB nach Wasserburg)


Oberndorf (b. Ebersberg), ehem. HP, km 9,08
Neuhausen (b. Ebersberg), ehem. HP, km 10,27
Steinhöring, Bf, km 12,04


Tulling, HP (ehem. Bf), km 14,18

Forsting, HP, Awanst (ehem. Bf), km 16,69

Brandstätt, ehem. HP (bis 2014), km 19,53
Edling, HP, km 22,63

Wasserburg (Inn) Bahnhof, Bf, km 24,71 (>Rosenheim bzw. Mühldorf; bis 1987 nach Wasserburg (Inn) Stadt



Betrieb
Der Betrieb auf der Gesamtstrecke von Grafing Bahnhof nach Wasserburg (Inn) Bahnhof erfolgt durch die SOB (Südostbayernbahn). Es verkehren Dieseltriebwägen der Baureihe 628 im Stundentakt, am Wochenende im 2-Stundentakt. Die Züge haben die Bezeichnung RB 48. Die Triebwagen verkehren zu Stoßzeiten in Mehrfachtraktion. Die Fahrzeit von Grafing Bahnhof bis Wasserburg (Inn) Bahnhof beträgt ca. 35 Minuten.




Bis Ebersberg verkehren Garnituren der Münchener S-Bahn, und zwar die Linie S6 (Tutzing-Ebersberg) im 20-Minuten-Takt. Zusätzlich verkehren einzelne Kompositionen der S4 von Geltendorf bis Ebersberg (standardmäßig nur bis Haar). Eingesetzt werden bei der S-Bahn München aktuell (2026) vorwiegend Garnituren der Baureihe 423, ausgeliefert ab dem Jahr 2000. Gebaut wurden diese Triebzüge von einem Konsortium Adtranz, Alstom LHB, ABB und Bombardier.




Die Elektrifizierung des Abschnitts Ebersberg-Wasserburg ist vorgesehen, wurde aber immer wieder verschoben. Aktuell (2026) soll die Strecke bis 2030 mit Strom versehen werden und in das S-Bahn-System München eingebunden werden. In diesem Zusammenhang wird auch über eine Reaktivierung der seit 1987 unterbrochenen Strecke nach Wasserburg Stadt nachgedacht.
Noch einige Fotos vom Filzenexpress Grafing-Ebersberg-Wasserburg















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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 13.1.2026 Letzte Ergänzung / page last modified 14.1.2026
