ÖBB Unterinntalbahn Neubaustrecke Schaftenau-Radfeld

Unterinntalbahn: UVP für den Neubau-Abschnitt Schaftenau – Radfeld

Seit Kurzem ist der Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung für die Eisenbahn-Neubaustrecke Schaftenau – Radfeld als Verlängerung der Neuen Unterinntalbahn rechtskräftig. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein für den Ausbau der Bahninfrastruktur erreicht. Die ÖBB-Planer starten jetzt in die nächste Phase des Großprojektes.


Dazu die PA der ÖBB (Innsbruck, 29. November 2021):

Der Bau einer Eisenbahn-Neubaustrecke setzt jahrelange akribische Vorbereitung voraus, bei der zahlreiche Parameter zu berücksichtigen sind. So wird auch für den zweiten Ausbauschritt der neuen Unterinntalbahn zwischen Schaftenau – Radfeld seit vielen Jahren an einer möglichst umweltverträglichen Trassierung und Umsetzung der Bauarbeiten geplant. Im Herbst 2020 hat das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) in Kufstein das Vorhaben für eine Grundsatzgenehmigung öffentlich verhandelt. Sachverständige und Anrainer haben die Gelegenheit genutzt, um sich intensiv über das wichtige Großvorhaben zu beraten. Dabei wurden auch zahlreiche Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen festgelegt.

Trassenführung Neubaustrecke sowie Bestandsstrecke (Visualisierung im Info-Point Bf Wörgl)

Rechtskräftige UVP-Grundsatzgenehmigung ebnet den Weg für die nächste Phase

Der nun vorliegende rechtskräftige Bescheid des Ministeriums umfasst mehr als 200 Seiten. Um eine möglichst hohe Transparenz zu gewährleisten, wurde die Verhandlungsschrift im Frühjahr 2021 in den betroffenen Gemeinden der Projektregion zur Einsichtnahme für die Bürger:innen aufgelegt. Interessierte haben auch vom Recht zur Stellungnahme Gebrauch gemacht. Nach nochmaliger, eingehender Prüfung durch Fachexperten hat nun das BMK mit der positiven UVP-Grundsatzgenehmigung grünes Licht für die Fortsetzung der Planungen an dem 20,5 Kilometer langen Vorhaben gegeben. Für die ÖBB-Ingenieur:innen ein großer Erfolg und zugleich der Startschuss für die nächste Phase des Großprojektes.


Einreichung der Detailplanung 2022 geplant

In den kommenden Monaten steht für die Planungsexperten viel Arbeit bevor, denn sie werden sich mit hunderten Details des Großvorhabens beschäftigen. Ziel ist, eine umfassende und detaillierte Beschreibung des Eisenbahnprojektes zu erstellen. Kann alles wie vorgesehen umgesetzt werden, ist die Einreichung der Unterlagen 2022 zur Genehmigung beim Ministerium möglich. Vorarbeiten für einen Rohbaustollen werden voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/22 anlaufen, der Stollenbau selbst wird für 2023 erwartet.


Intensive Abstimmung mit Anrainern und Gemeinden

Auch in der kommenden Projektphase streben die ÖBB, wie bisher, eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Anrainern und Gemeinden der Projektregion an. „Frühzeitig und transparent die Planungen kommunizieren, zuhören sowie gemeinsam an Lösungen arbeiten hat sich auch während der Umweltverträglichkeitsprüfung bewährt“, erklärt ÖBB-Projektleiter Peter Kölbach. Für die Abstimmung mit Gemeinden und Interessensvertretern wird das bewährte „Regionalforum“ fortgeführt. Und auch Planausstellungen sowie die kontinuierliche Abstimmung mit Grundstückseigentümern und unmittelbaren Nachbarn des Projektes werden fortgesetzt.


Projekt des Europäischen Kernnetzkorridors

Der zweite Ausbauschritt der neuen Unterinntalbahn umfasst rund 20,5 Kilometer Neubaustrecke. Davon befinden sich mehr als 14 Kilometer in Tunnels. Auch der Inn wird am Gebiet der Gemeinden Breitenbach am Inn und Kundl unterquert. In Langkampfen errichten die ÖBB im Zuge der Projektumsetzung eine neue barrierefreie Haltestelle. Die Neubaustrecke soll den stark beanspruchten Eisenbahnknoten Wörgl entlasten und ist Teil des europäischen Skandinavien-Mittelmeer Kernnetzkorridors.

Eröffnungsfahrt Unterinntalbahn Phase 1 2012 (Halt im Münsterertunnel)

Projektausstellung am „Erlebnisbahnsteig“ Bf Wörgl (Info-Point)

In einem Raum im Bahnhof Wörgl (gegenüber dem Cafe/Bäckerei) wird das Projekt für Interessierte präsentiert und visualisiert. Der Info-Point ist frei zugänglich, leider aber zeitweise geschlossen gemäß den wechselnden Corona-Vorschriften.

Info-Point Bf Wörgl


Links

ÖBB Infra >>>

DEEF-Doku Unterinntalbahn >>>

DEEF-Blog Tag der Offenen Baustelle Unterinntalbahn 2011 >>>

DEEF-Blog Eröffnung Neue Unterinntalbahn 2012 >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 26. Dezember 2021; Letzte Ergänzung: –