Eisenbahnstrecke Belluno – Feltre – Montebelluna- Treviso

Vorbemerkung
Nachdem ich von Treviso aus die Fahrt nach Calalzo über Conegliano – Vittorio-Veneto – Ponte nelle Alpi Polpet gemacht hatte und auch darüber berichtet hatte, nahm ich für die Rückfahrt die Route von Belluno aus nach Süden entlang des Flusses Piave über Feltre und Montebelluna nach Treviso. Ebenso wie die bereits beschriebenen beiden Routen in diesem Gebiet ist diese Strecke nicht elektrifiziert – Dieselstrecken haben aber wahrlich einen tollen Charme!
Ein kleiner Stadtspaziergang in Belluno durfte natürlich nicht fehlen. Belluno, dt. Bellun, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Venetien. Einwohner 36.000. Ein sehr liebenswertes Städtchen mit netten Plätzen und Altstadt.

Die Bahnstrecke von Belluno südwärts bis Montebelluna verläuft großteils entlang der Piave, wobei mehr als ein Dutzend Tunnel durchfahren werden. Von Montebelluna bis Treviso verläuft die Strecke eben und schnurgerade, wie mit einem Lineal gezogen.



Allgemeines, Geschichte
Die Eisenbahnstrecke Treviso – Feltre – Belluno ist eingleisig, normalspurig, 85 km lang und war bis 2021 nicht elektrifiziert. Im Dezember 2020 wurde mit Elektrifizierungsarbeiten begonnen und nach diversen Streckensperren konnte ab 14. Dezember 2025 der elektrische Betrieb aufgenommen werden (3.000 Volt Gleichstrom).
Die Kilometrierung beginnt in Treviso und zeichnet somit auch die zeitliche Entstehung nach – die Strecke wurde in 2 Etappen eröffnet:
Treviso – Cornuda: 1. April 1884
Cornuda – Feltre – Belluno: 10. November 1886
Die Fahrzeit beträgt knapp unter 2 Stunden, wobei teilweise in Montebelluna nach Treviso umgestiegen werden muss, da ein Teil der Züge nach Padua verkehrt. Seit der Wiederinbetriebnahme der Strecke nach der Elektrifizierung im Dezember 2025 gibt es keine Direktverbindungen mehr zwischen Treviso und Belluno über Feltre, die Direktverbindungen laufen über Conegliano und Ponte nelle Alpi-Polpet.
Betreiber ist die Trenitalia, in früheren Zeiten nahmen diese Funktion die Gesellschaften SV (Società Veneto) und SFM (Società Italiana per le strade ferrate meridionali). Die Infrastruktur gehört zum staatlichen Netz der RFI/FS.
Eingesetzt wurden bis 2021 Wendezüge, bespannt meist mit einer Diesellok der FS Baureihe D 445 sowie Dieseltriebwägen (ALe 668). Seit der elektrischen Traktion beginnend mit Dezember 2025 werden Elektrozüge eingesetzt, u.a. ETR 104 (Pop).

Die Stationen
Belluno, Bahnhof, km 85,093; 382 m.ü.d.M. (> Ponte nelle Alpi – Calalzo/Conegliano)

Das stattliche Aufnahmsgebäude von 1928, geplant vom Architekten Roberto Narducci. Dieser zweite Bahnhof von Belluno ging an dieser Stelle 1912 in Betrieb, der erste Bahnhof von Belluno wurde am 11.11.1886 an der heutigen piazza Cesare Battisti eröffnet.

Am Hausbahnsteig fahren primär die Triebwägen nach Norden Richtung Ponte nelle Alpi ab, am Mittelbahnsteig die Züge Richtung Süden nach Treviso bzw. Padua.



Sedico-Bribano, Bahnhof, km 73,025; 300 m (von 1925-1955 Abzweig der 29 km langen elektrifizierten Bahnlinie Bribano-Agordo der SAIF – Società Anonima Industriale Ferroviaria)

Santa Giustina-Cesio, Bahnhof, km 68,760; 295 m

Busche-Lentiai-Mel, Bahnhof, km 61,639; 264 m

Feltre, Bahnhof, km 54,560; 256 m

Quero-Vas, Bahnhof, km 42,908; 196 m



Alano-Fener-Valdobbiadene, Bahnhof, km 37,404; 181 m

Pederobba-Cavaso-Possagno, Haltestelle, km 33,915; 166 m

Levada, Haltestelle, km 29,201; 164 m
Cornuda, Bahnhof, km 27,331; 159 m

Montebelluna Stazione, Bahnhof, km 20,064; 114 m (> Castelfranco Veneto – Camposampiero – Padua; ehem. Überlandstraßenbahnen (Tranvia) der SV nach Valdobbiadene sowie nach Asolo; ehem. Bahnstrecke bis 1966 nach Susegana)

Richtung Treviso hieß es für mich umsteigen – der Wendezug auf Gleis 2 fährt weiter nach Padua, auf mich wartete mit laufendem Motor der Triebwagen ALe 668 1208 Richtung Treviso (8.10.2015). Die Züge waren übrigens gut frequentiert.


Trevignano-Signoressa, Haltestelle, km 15,092; 81 m

Postioma, Bahnhof, km 10,090; 54 m


Paese-Castagnole, Haltestelle, km 6,253; 34 m

Treviso San Giuseppe, ehem. Haltestelle
Treviso Porta Santi Quaranta, Betriebsstelle, km 1,639; 16 m
Treviso Centrale, Bahnhof, km 0,0; 15 m.ü.d.M. (> Udine bzw. Vendig, sowie Portogruaro-Caorle)
Treviso Centrale ist erreicht und nach einem Apero in der Bar Venezia gleich gegenüber dem Bahnhof und einem Abstecher in mein Hotel Carlton ging es zum Abendessen – so ein herrlicher Bahnausflug macht hungrig und vor allem durstig.



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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 25. Jänner 2016; Seiten-Relaunch 15.2.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 15.2.2026
