Berchtesgadenerlandbahn

Berchtesgadener Land Bahn – Bahnstrecke Freilassing – Bad Reichenhall – Berchtesgaden

Oftmals aber nicht immer fahren die Züge Richtung Berchtesgaden am Hausbahnsteig in Freilassing ab

Von der 1860 eröffneten Maximiliansbahn München – Rosenheim – Freilassing – Salzburg zweigt in der traditionsreichen Eisenbahnerstadt Freilassing seit 1866 eine normalspurige Eisenbahnlinie in die Kurstadt Bad Reichenhall ab, die dann 1888 bis in den Inneren Landkreis nach Berchtesgaden verlängert wurde.

Die beiden Stumpfgleise im Osten des Freilassinger Bahnhofs Richtung Salzburg, links BLB Flirt ET 131, daneben eine Reihe von E-Loks der BR 111. Diese beiden Gleisen wurden zwischenzeitlich im Rahmen des Baus des 3. Gleises nach Salzburg mit Bahnsteigen versehen (Gleis 96 und 97) und dienen der S-Bahn

Die Streckenlänge bis Bad Reichenhall beträgt 14,9 km, von Bad Reichenhall bis Berchtesgaden dann nochmals 18,8 km, sodass sich eine gesamte Streckenlänge von 33,7 km ergibt.

Alter Hektometerstein nächst der Haltestelle Freilassing Hofham

Die Elektrifizierung der nach wie vor eingleisigen Strecke – bis Bad Reichenhall als Hauptbahn errichtet, von dort bis Berchtesgaden als Nebenbahn – erfolgte 1914, wobei der Strom vom Saalachkraftwerk am Saalachstausee in Bad Reichenhall Kirchberg geliefert wird.

Umspannwerke werden bei der Eisenbahn Unterwerke genannt – Bad Reichenhall-Kirchberg, dahinter die Bundesstraße über das Kleine Deutsche Eck

Nicht nur von der zeitlichen Genese her ist die Strecke zweigeteilt in die Abschnitte Freilassing – Bad Reichenhall und Bad Reichenhall – Berchtesgaden:

  • Der nördliche Abschnitt ist vom Gelände her unschwierig mit keiner nennenswerten Steigung. Der südliche Abschnitt weist zwischen der Haltestelle Bayerisch Gmain und der ehem. Haltestelle Hallthurm (aktuell nur Betriebsstelle) eine Steilstrecke mit einer max. Neigung von 40,8 Promille auf
  • Bis Bad Reichenhall verkehren die Züge der S-Bahnlinien 3 und 4 im Halbstundentakt, ab Reichenhall bis Berchtesgaden gibt es nur mehr Stundentakt mit der S4
  • Während die Höchstgeschwindigkeit bis Reichenhall 90 km/h beträgt und durchaus mit der Geschwindigkeit auf der staugeplagten Straße mithalten kann bzw. sie übertrifft, schaut es ab Bad Reichenhall Richtung Berchtesgaden eher schlecht aus – die maximale Geschwindigkeit beträgt 50 km/h und mehrmals darf der Zug Straßen- bzw. Wegübergänge auch nach mehrmaligem Pfeifen nur in Schrittgeschwindigkeit überqueren > hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Von Berchtesgaden ging es früher in den „Goldenen Eisenbahnzeiten“ noch weiter, nämlich mit der Königsseebahn zum Königssee (1909 bis 1965).

Weiters mit der „Grünen Elektrischen“ entlang der Königseer Ache zum Grenzübergang nach Österreich bei Hangendenstein (Gemeinde Grödig, 1907-1938) und von dort weiter mit der Roten Elektrischen in die Stadt Salzburg (1907-1953).

Rote und Grüne Elektrische aus dem Nostalgiebestand der SLB neben einem modernen Triebwagen der SLB in Oberndorf

Beiden Relationen trauert man bis heute nach und nicht selten wird davon gesprochen, wie herrlich es wäre, könnte man diese Strecken wieder nutzen.

Blick vom Berchtesgadner Hbf zum Doppelspurtunnel neben dem Hotel Bavaria, gebaut 1940, einziges Relikt der geplanten Hauptbahn von Berchtesgaden Richtung Salzburg. Die Bahn sollte im Raum Elsbethen in die Salzburg-Tiroler-Bahn einmünden. Der Tunnel wir heute als Unterstellmöglichkeit des Bauhofs genutzt

 


Die Stationen:

  • Freilassing, Bahnhof, km 0,0; 421 m.ü.d.M. (Übergang Maximiliansbahn Rosenheim-München bzw. Salzburg sowie nach Mühldorf (Oberbay)
BLB Flirt am Hausbahnsteig (Gleis 1) in Freilassing abfahrtsbereit als S4 Richtung Berchtesgaden am 15. März 2015
Die Bahnhofshalle in Freilassing ist in Ordnung, leider hat man das Buffet, welches früher beim Zeitschriftengeschäft dabei war, geschlossen und durch ein „orientalisches Beisl“ mit fluktuierenden Öffnungszeiten ersetzt. Ansonsten ist der stark frequentierte Umsteigebahnhof Freilassing eine einzige Katastrophe! Von Barrierefreiheit keine Spur, kein einziger Lift, keine einzige Rolltreppe, digitale Abfahrtsmonitore an den Bahnsteigen Fehlanzeige. Das WC ist seit Jahren in einem Container außerhalb des Bahnhofs. Seit Jahren wird über einen Neubau gesprochen, passiert ist bis dato zum Schaden der Fahrgäste nichts
Am Stumpfgleis (in D „Gleisstutzen“) sonnt sich in der Frühlingssonne ET 132 (15.3.2015)
Da sich zu Beginn der Betriebsführung durch die BLB die Zulassung der Stadler Flirt durch das dt. Eisenbahnbundesamt immer und immer wieder verzögerte, mußten Ersatzfahrzeuge eingesetzt werden. Am 19. Dezember 2009 startet VT 11B der Vogtlandbahn (Arriva) vom Freilassinger Bahnhof Richtung Bad Reichenhall. Links am anderen Gleis ein Talent der ÖBB als S3, links davon n-Wagen der DB als RE nach München
ET 130 an einem kalten Jännervormittag (2.1.2015) als S4 abfahrtsbereit am Freilassinger Hausbahnsteig
ET 134 ist als S4 am 15.3.2015 in Freilassing gestartet und biegt dann vor dem alten Bahnbetriebswerk Freilassing (heute Lokwelt) nach links auf die eingleisige Strecke nach Berchtesgaden ab
  • Freilassing Hofham, Haltestelle seit 2014 (in D als Haltepunkt bezeichnet), km 1,5
ET 134 am 15.3.2015 in der damals erst kürzlich eröffneten Haltestelle Freilassing Hofham
  • Ainring, Haltestelle, km 3,3
ET 132 in der Haltestelle Ainring am 10.4.2012
  • Hammerau, Bahnhof, km 5,9
Zugkreuzung im Bf Hammerau am 15.3.2015. BLB ET 134 als S4 Richtung Berchtesgaden, ÖBB Talent 4024 063-2 als S3 Richtung Salzburg
AM 10. April 2012 bei prächtigen Frühlingswetter begegnen sich im Bahnhof Hammerau ET 132 sowie die DB Verschublok 294 797-6, welche über das Anschlussgleis einen Zug von der Annahütte abgeholt hat
2012 präsentierte sich der Bf Hammerau noch im „klassischen“ Zustand, zwischenzeitlich wurde er etwas modernisiert
  • Piding, Bahnhof, km 10,8
Nostalgiker kommen bei dieser Eisenbahnstrecke noch auf ihre Kosten – neben Formsignalen finden sich auch ca. 100 Jahre alte mechanische Stellwerke so wie hier im Bahnhof Piding
Einfahrt des IC Königsee (als RE) am 10. April 2012, gezogen von der MRCE Dispolok ES 64 U2 -074, in den Bahnhof Piding (rechts das von einem FDL besetzte Stellwerk im Bahnhofsgebäude)
Die Formsignale zeigen Halt zur Weiterfahrt da die Strecke durch einen BLB Flirt belegt ist
ET 133 Richtung Berchtesgaden ist angekommen
  • Bad Reichenhall, Bahnhof, km 14,9; 466 m (Endpunkt S3)
Deutlich ramponiert zeigen sich die Flugdächer an den Bahnsteigen am Bahnhof Bad Reichenhall im 3. Jänner 2011. Die Dächer sind undicht und müssen durch Metallpfosten vor dem Einsturz gesichert werden. BLB ET 132 auf Gleis 3 Richtung Freilassing, auf Gleis 1 ist eben der ÖBB Talent 4024 086-2 als S3 angekommen
Am 10.4.2012 waren die Flugdächer sogar nur mehr einseitig vorhanden, ein Quasi-Geisterbahnhof als Entre zu einer Kur- und Fremdenverkehrsstadt! So etwas wäre in der Schweiz undenkbar. Talent 4024 018-6 als S3 Richtung Golling-Abtenau steht auf Gleis 3 zur Abfahrt bereit
ET 133 auf Gleis 1 Richtung Berchtesgaden, das bisherige Gleis 2 wurde demoliert (angeblich neue gesetzliche Vorgaben), der Talent als S3 dahinter am ehem. Gleis 3, heute Gleis 2. Das Gleis daran anschließend ohne Bahnsteig wurde belassen. Dennoch wurde durch diese Maßnahme das Führen von Sonderzügen erschwert (10.4.2012)
10.2.2013: Es hat sich etwas getan, die Bahnsteige wurden saniert, dh. angehoben auf 55 cm sowie Sitzmöglichkeiten errichtet, das Flugdach erneuert und hinter den Bänken ein „Windschutz“ errichtet. Von einem richtigen Warteraum allerdings keine Spur und das ist mehr als peinlich, da ja das nette Aufnahmsgebäude ab 20 Uhr!! versperrt wird und man dann im Freien auf den Zug warten muss. Und in Reichenhall kann es ordentlich frostig werden! Dass zur Eröffnung so einer banalen Baumaßnahme sogar der damalige Bundesverkehrsminister Ramsauer angereist kam mutet schon richtig grotesk an
Eigentlich ein stattliches Bahnhofsgebäude, sogar mit Springbrunnen und Fontänen vor dem Eingang. Allerdings wird das Bahnhofsgebäude um 20 Uhr versperrt – doch etwas sehr peinlich für eine vom Tourismus lebende Stadt wie Bad Reichenhall
Als Bahnhofsrestaurant hat es in Bad Reichenhall eine Pizzeria
Die schmucke Bahnhofshalle – aber wie gesagt, ab 20 Uhr werden die Gehsteige hochgeklappt und alles wird versperrt
  • Bad Reichenhall-Kirchberg, Haltestelle, km 1,7 (ab Reichenhall), 476 m
Die Haltestelle Bad Reichenhall Kirchberg – BLB ET 134 am 15.3.2015 zur Fahrt nach Berchtesgaden als S4
ET 134 kommt von der Steilstrecke herunter nach Bad Reichenhall Kirchberg, rechts im Hintergrund das bekannte Gasthaus Schießstätte
  • Bayerisch Gmain, Haltestelle (vormals Bahnhof), km 3,4; 540 m
ET 131 im ehem. Bahnhof Bayrisch Gmain, aktuell nur Haltestelle, am 2. Jänner 2015
Mit starkem Gefälle geht es direkt aus der Haltestelle hinaus und entlang der Bundesstraße nach Bad Reichenhall
  • Hallthurm, Betriebsstelle, vormals Bahnhof, km 7,4; 693 m
Der ehem. Bahnhof Hallthurm am gleichnamigen Pass zwischen dem Massiv des Untersbergs und des Lattengebirges wird aktuell tw. für Zugkreuzungen genutzt und ist mit einem FDL besetzt. Es würde Sinn machen, hier wieder für den Personenverkehr zu halten
Der Flirt der BLB hat die Steilstrecke mit bis zu 42 Promille gemeistert und fährt nach Kreuzung der dichtbefahrenen Bundesstraße in den Betriebshalt Hallthurm ein
Aktuell kommt man mit dem RVO-Bus nach Hallthurm. Eine Reaktivierung als Personenhalt wäre wünschenswert, vor allem Wanderer im Sommer und Langläufer im Winter werden es danken
  • Winkl, ehem. Haltestelle, km 10,2; 665 m
  • Bischofswiesen, Bahnhof, km 13,6; 614 m
ET 131 ist am 2.1.2015 im tiefverschneiten Bahnhof Bischofswiesen angekommen und wird nach kurzem Halt weiter zum Endpunkt Berchtesgaden weiterfahren
Das alte mech. Stellwerk im Bf Bischofswiesen
Das Formsignal zeigt freie Fahrt und weiter gehts nach Berchtesgaden Hbf
ET 130 im Bf Bischofswiesen
  • Gmundbrücke, ehem Haltestelle, km 17,7
  • Berchtesgaden Hbf, Bahnhof, km 18,8; 540 m (ehem. Übergang zur Königsseebahn und zur Lokalbahn nach Hangendenstein (Grödig-Salzburg)
BLB ET 132 (li) und 130 im Endbahnhof Berchtesgaden Bhf (2.1.2015)
Der Bahnhof Berchtesgaden im Überblick vom Steg Richtung Markt aus. Das Bahnhofsgebäude mit angeschlossenem Postgebäude wirkt heute überdimensioniert, allerdings ob der Bedeutung Berchtesgadens in den 1930er/40er Jahren („Führerbahnhof“ durch den nahen Obersalzberg und die Kleine Reichskanzlei) lässt sich seine Größe verstehen
Der Bahnhofskomplex straßenseitig, davor links der Busbahnhof. Auf der Königsseer Ache wurde ein Kreisverkehr errichtet, früher führten hier die Gleise über eine Brücke zum Bahnhof der Königsseebahn direkt gegenüber vom Hbf
Stattlich außen
Stattlich innen, mit monumentalen Fresken
Der Bahnhof wird angeblich durch einen privaten Investor saniert. Es fehlt vor allem eine gastronomische Einrichtung, die auch regelmäßig geöffnet hat
Ein Hauch von Geschichte ist hier überall spürbar
Teilbereiche werden schon privat genutzt. Wie gesagt, eine Restauration fehlt
Wie schon in Bad Reichenhall so sind auch in Berchtesgaden die Bahnsteigdächer äußerst marode und müssen abgestützt werden. Zusätzlich wurden unter Zuhilfenahme eines Traktors die Dächer vom Schnee befreit
Ein Sonderzug der SOB gezogen von 218 401-8 am 28. Feber 2009 im Hbf von Berchtesgaden vor der Kulisse des Watzmann
Einkehrtipp: Bräustüberl Berchtesgaden, ca. 10 Minuten vom Bahnhof zu Fuß
Auch in knapp 10 Minuten vom Hbf Berchtesgaden aus zu erreichen, die Luftseilbahn auf den Obersalzberg hinauf. Diese ist eine 2-Seil 2-Kabinenpendelbahn in 2 Sektionen

 


Betrieb:

Zwischen Freilassing und Bad Reichenhall verkehren die S-Bahn Linien 3 und 4, sodass hier 2x pro Stunde (leider kein exakter 30-Minuten-Takt) Verbindungen bestehen. Zwischen Bad Reichenhall Hbf und Berchtesgaden Hbf werden stündlich Verbindungen angeboten, leider abends mit einer 2-Stunden-Lücke Richtung Freilassing.

Nachdem im Rahmen der Ausschreibung 2006 die Staatsbahn DB nicht mehr zum Zug kam (diese wollte den Abschnitt Bad Reichenhall – Berchtesgaden stilllegen), kam frischer Wind in das Betriebsgeschehen durch den neuen Betreiber BLB (Berchtesgadener Land Bahn), der in Folge mehrfach aufgrund hoher Kundenzufriedenheit ausgezeichnet wurde.

Denkmallok 144 502-2 an ihrem Platz in der Eisenbahnerstadt Freilassing. Diese Baureihe ‚(E 44) wurde von 1932 bis 1935 gebaut

Die BLB ist ein Joint Venture aus Salzburg AG und der Regentalbahn und bedient seit dem Fahrplanwechsel 2009/10 die Strecke. Bei der Ausschreibung 2017 nahm die BLB nicht teil und somit wird der Gewinner der Ausschreibung, die BOB (Bayerische Oberlandbahn, ein Unternehmen der Transdev-Gruppe) ab 2021/22 die Strecke bedienen, welche auch schon seit Jahren mit der Marke Meridian u.a. die Strecke München-Salzburg bedient.

Bis Reichenhall verkehren Talent-Triebwagen der ÖBB sowie Flirt-Triebwagen des Herstellers Stadler Rail der BLB, weiter bis Berchtesgaden verkehren die Flirt der BLB sowie 1x pro Tag der einzige aktuelle Fernverkehrszug der DB, der IC Königssee, der von Freilassing bis Berchtesgaden als RE verkehrt und somit auch mit Nahverkehrsfahrkarten benutzbar ist.

Der BLB Flirt hat auch eine 1. Klasse und wird immer von Schaffnern begleitet, wo man auch Fahrkarten kaufen kann. Das ist ein großes Plus gegenüber den ÖBB

Trotz Versprechen seitens der Politik halten sich die grenzüberschreitenden Verbindungen, vor allem von Berchtesgaden durchgebunden bis Salzburg Hbf, sehr in Grenzen. Dabei gab es das schon verstärkt, als die ÖBB vor einigen Jahren die Gesamtstrecke bedienten. Es wurde versprochen, wenn der Salzburger Hauptbahnhof umgebaut ist und das Dritte Gleis von Freilassing über die Saalach nach Österreich gelegt ist – beides ist inzwischen Wirklichkeit – dann fahren die Züge wieder verstärkt durchgebunden über die Grenze. Leider wie so Vieles aus der Politik eine glatte Lüge. So wird die an sich schon nicht gerade konkurrenzfähige Reisezeit gegenüber dem Auto nochmals verlängert, indem man in Freilassing umsteigen muss und eine halbe Stunde auf den Anschluss warten muss.

Auch Nostalgiefahrten finden auf dieser Eisenbahnstrecke statt, so wie hier eine Weihnachtsdampffahrt der ÖGEG mit 638 1301 am 22. Dezember 2013, kurz nach der Ankunft im Bf Bad Reichenhall

Güterverkehr findet noch in Form von „Müllzügen“ zur Kreis-Müllumladestation bei Freilassing-Hofham sowie in Form von Transporten zum Stahlwerk Annahütte (Fa. Aicher) in Hammerau statt. Das Anschlussgleis zur Saline in Bad Reichenhall wird nicht mehr bedient, man ist dort auf den wohl flexibleren und vielleicht auch günstigeren LKW umgestiegen.

Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Strecke ist die DB Netz AG – sehr zum Leidwesen der BLB, denn selbst Kleinigkeiten, welche den Betrieb effizienter und schneller machen würden, werden vom EIU auf die lange Bank geschoben so nach dem Motto „wer seid ihr hier, soweit weg von der Zentrale in Berlin“?? Somit ein Indiz, dass es nicht von Haus aus immer das Beste ist, wenn die Eisenbahn-Infrastruktur in staatlicher Hand verbleibt.


Kunstbauten: Gibt es eigentlich keine nennenswerten, einen Tunnel gab es bis Mitte der 1930er Jahre nahe der Haltestelle Gmundbrücke – dieser 70 m lange Tristram – Tunnel wurde abgetragen, damit neue 4-achsige Wagen hindurchpassten.


Fahrkarten: Schon bei einer Fahrt von Freilassing nach Bad Reichenhall und retour kommt das BLB-Tagesticket günstiger als ein normaler HR-Fahrschein. Das Ticket (Preis 2019: 9 Euro, ab Sbg Hbf 11 Euro) gilt für beliebig viele Fahrten auf der Gesamtstrecke am jeweiligen Geltungstag. Bis zu 3 eigene Kinder/Enkel können gratis mitgenommen werden. Um Land und Leute zu erkunden gibt es das BLB Tagesticket Bus & Bahn, gültig in allen Bahnen im Landkreis sowie allen RVO Bussen im Gesamtnetz zum Preis von (2019) 14 Euro. Auch ein Kombiticket Zug und Therme (Rupertustherme Bad Reichenhall) wird angeboten.

Nota bene: Im Unterschied zu den ÖBB kann man bei der BLB die Fahrscheine aufpreisfrei beim Zugbegleiter kaufen 🙂

Fazit/Ausblick:

Die Eisenbahnstrecke hat sich zum einen „gemausert“, ist attraktiv und der Betreiber BLB bei den Fahrgästen beliebt. Durch die veraltete Infrastruktur vor allem zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden gibt es aktuell aber kaum Möglichkeiten, den Betrieb zu verbessern.

Folgende Forderungen sind zu stellen:

  1. Sofortige Beseitigung der Langsamfahrstellen (Pfeifen und Schrittgeschwindigkeiten) aufgrund von technisch nicht hochwertig abgesicherten EK. Moderne Absicherung aller EK sowie Erhöhung der Streckengeschwindigkeit durch Streckenbegradigungen wo immer es geht
  2. Zumindest einen Stundentakt auf der Gesamtstrecke, keine Lücke abends
  3. Wiedereröffnung der Betriebsstelle Hallthurm für den Personenverkehr (Wanderer)
  4. Eröffnung von neuen Halten entsprechend der Siedlungsentwicklung. Vor allem beim Panoramapark in Bischofswiesen scheint ein Halt dringend erforderlich
  5. Verstärkte Durchbindung von/nach Salzburg, damit Entfall der zeitraubenden Aufenthalte in Freilassing
  6. Eine Fahrzeit von Berchtesgaden Hbf bis Salzburg Hbf von tw. deutlich über 1 Stunde ist inakzeptabel! Der Bus über Hangendenstein nach Salzburg („Watzmannexpress“) braucht 48 Minuten, diesen Wert gilt es mindestens zu erreichen
Sonderfahrt im Rahmen des Krokodiltreffens 2010 in Freilassing nach Berchtesgaden. Foto: 194 051-9 zieht den mit französischen Corail-Wagen gebildeten Sonderzug von Berchtesgaden kommend in den Bahnhof Bad Reichenhall

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum,
Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 24. Juli 2019; Letzte Ergänzung / page last modified: