Kohlebahn Breitenschützing-Wufing-Kohlgrube

200 Jahre Kohle-Bergbau im Hausruck – Dokumentation der Relikte # Teil 4: Die ehemalige Kohlebahn von Breitenschützing über Wufing nach Kohlgrube

Der Wufingertunnel von innen gegen das Nordportal. Interessant die Auskleidung des Tunnels mit Ziegeln. Foto Juni 2011, danke an Dipl. Ing. Paul Nikolic

Die 10,7 km lange Kohlebahn mit einer Spurweite von 1.106 mm (Pferdebahnspur) diente dem Kohletransport (zeitweise auch dem Personentransport) vom Brecher Kohlgrube zum Bahnhof und Umladeterminal Breitenschützing an der Westbahnstrecke und war von 1854 bis 1966 in Betrieb. Als Antrieb wurde von Kohlgrube nach Breitenschützing die Schwerkraft (Gefälle) genutzt, in Richtung Kohlgrube gab es ab 1877 Lokomotivtraktion, davor eine animalische Traktion durch „Spitzohrlokomotiven“ (Pferde).


Weitere Kennzahlen

  • Privilegium (Konzession): Privilegium 25.1.1853
  • Betriebsbeginn: 8.5.1854
  • Einstellung: 10.03.1966
  • Betreiber: Wolfsegg-Trauntaler Kohlenwerks- und Eisenbahngesellschaft Wien (WTK)
  • Am 25. Jänner 1903 fiel die Kohlebahn laut Vertrag aus dem Jahre 1853 dem Staat zu. Sie wurde jedoch auf weitere 50 Jahre an die WTK verpachtet
  • Lokomotivbetrieb Breitenschützing – Lambach (Dreischienengleis) – (Gmunden): 1871 bis 1879

Die ehemaligen Stationen

  • Breitenschützing, km 0,0; 393 m.ü.d.M. (Westbahnstrecke)
  • Viert, km 4,3
  • Wufing, km 6,0
  • Albertsham, km 7,8
  • Friesam, km 8,9
  • Kohlgrube (Ortsteil Hauxmoos), km 10,7; 606 m (Kohlebrecher, Anschluss an das 580mm-Schmalspurnetz)

An Kunstbauten gab es nördlich der Ortschaft Wufing den 330 m langen Wufinger-Tunnel.


Relikte heute

Von der ehemaligen Strecke ist im Gelände nicht mehr viel zu sehen. In Breitenschützing sieht bzw. sah man bis vor wenigen Jahren noch einige Schmalspurgleise und Weichen im verwachsenen Bahnhofsgelände sowie (normalspurige) Gleise, die einige hundert Meter auf der ehemaligen Trasse liegend zu einem Unternehmen führen.

Der Bahnhof Breitenschützing. Vor dem prächtigen Aufnahmsgebäude wurden Schienen entfernt (vormals 7 Gleise im gesamten Bahnhofsbereich) und mehr Platz geschaffen, u.a. für Wartebereich und Unterführung. Foto vom Juli 2012
Im Juli 2012 führte noch ein Gütergleis hinter den Bahnhof zur ehem. Laderampe. Im Wäldchen rechts davon fanden sich noch Relikte aus der Zeit der Kohlebahn
Ende Jänner 2016 war das Landegleis bereits herausgerissen
Noch Relikte im Wäldchen neben dem Bf im Jänner 2016
Schienenreste im Bereich der ehem. Ladestelle (u.a. Rübenverladung) im Jänner 2016
Bahnhofsrückseite mit Schienenresten im Jänner 2016
Zug der Westbahn Richtung Wien West sowie Gleisreste des ehem. Ladegleises

Der Wufinger Tunnel ist auf der südlichen Seite tw. eingestürzt und dann verschüttet worden, das Nordportal ist noch sichtbar aber mehr oder minder verschlossen worden.

Wufingertunnel Nordportal Juni 2011 (Foto Paul Nikolic)
Wufingertunnel Nordportal mit Holztür wie bei einem Scheuneneingang (Foto Paul Nikolic Juni 2011)
Im inneren des Wufingertunnels mit abgebrochenen Ziegeln am Boden beim Nordportal (Foto Paul Nikolic Juni 2011)
Blick in die dunkle Röhre (Juni 2011, Foto Paul Nikolic)
So sieht das Nordportal im Sommer 2020 aus (Foto Dipl. Ing. Paul Nikolic)

Beim Brecher Kohlgrube liegen im zuwachsenden  Planum vor dem Brecher noch vereinzelt Schienen, die aber kaum erkennbar sind.

Schienenrelikte im Bereich des Brechers Kohlgrube im Juni 2021
Hier beim Brecher lagen früher überall Schienen der Grubenbahnen sowie der Kohlebahn nach Breitenschützing (Juni 2021)

Links

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 15. Juli 2021;  Letzte Ergänzung: 1.8.2021