Niederösterreichische Landesausstellung 2019 Wr. Neustadt

NÖ-Landesausstellung 2019 Wiener Neustadt – „Welt in Bewegung“

Eingang „Kasematten“ in der Bahngasse

Stadt. Geschichte. Mobilität

Während man in meinem Heimatbundesland Salzburg nur alle „Heiligen Zeiten“ eine Landesausstellung veranstaltet, sind LA in Niederösterreich oder Oberösterreich etwas Alltägliches und finden im 1-3-jährigen Rhythmus statt.

Die LA in Wiener Neustadt, in dieser ehemaligen österreichischen Metropole zahlreicher Wirtschaftsunternehmungen von nationalem und internationalem Ruf, zerstört leider in den Wirren zweier Weltkriege, wurde unter dem Titel „Welt in Bewegung. Stadt. Geschichte. Mobilität“ ausgerichtet. Als Hauptörtlichkeiten der LA fungierten die alte Stadtbefestigung, genannt Kasematten, die man in den letzten Jahren saniert und für Veranstaltungen adaptiert hat sowie im ehem. Kloster St. Peter an der Sperr aus dem 13. Jahrhundert.

Wie oft war ich vor nun schon fast 30 Jahren an den alten Stadtmauern in Wiener Neustadt vorbeigegangen, als ich im Rahmen meiner Seminare und Übungen an der Theresianischen Militärakademie (kurz MilAk genannt) den kürzesten Weg vom Bahnhof durch die Bahngasse zur Burg wählte. Schon damals war ich umweltbewusst unterwegs, auch wenn es damals keine pubertierenden und neurotischen Gretls gab, die den Untergang der Welt so wie wir sie kennen durch einen „Klimawandel“ unter großer Medienanteilnahme proklamieren. Damals waren es der „Kalte Krieg“ und der „Eiserne Vorhang“, welche die Durchschnittsmenschen vom totalen Glücklichsein abhielten und ja, irgendwann war auch mal was mit einem „Sauren Regen“ und dann einem „Ozonloch“, aber das hat sich wohl alles von selbst wieder erledigt.

Die Stadtmauern hatte ich bei meinen Gängen vom Bahnhof zur Burg und dann Tage später retour von der Burg zum Bahnhof wohl gesehen, von „Kasematten“ hatte ich nichts wahrgenommen. Die hat man offenbar erst später ausgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Angereist von Salzburg mit der Staatsbahn ÖBB war ich in wenigen Minuten vom Bahnhof beim ersten Teil der Ausstellung der NÖ LA 2019 angekommen. Ich war vor allem gespannt darauf, einmal in diese Kasematten vordringen zu können. Kasematten, lt. Wikipedia „ein vor Artilleriebeschuss geschütztes Gewölbe im Festungsbau“.

Laut Webseite der LA wird in den Kasematten

„die Geschichte der Mobilität erzählt. Im Mittelpunkt stehen Wiener Neustadt und seine Beziehungen zur Region im Kleinen und zur Welt im Großen. Multimediale Inszenierungen, faszinierende Objekte und außergewöhnliche Biografien begleiten auf eine Zeitreise durch gestern, heute und morgen. Wie verändert Mobilität unsere Zukunft?“

Ehrlich gesagt war ich aufgrund dieser Ankündigung und der damit verbundenen großen Erwartungshaltung nach dem Besuch doch einigermaßen enttäuscht, denn wirklich strukturiert und in die Tiefe gehend wurde hier die Geschichte der Mobilität wahrlich nicht präsentiert und auch was die Zukunft betrifft wird ein Antwort suchender Besucher der LA auch kaum auf seine Rechnung gekommen sein.

Faszinierend fand ich, dass man die Kasematten als Veranstaltungsort adaptieren konnte  und einige Präsentationen im Detail, aber über die Geschichte der Mobilität hätte ich nach dem Besuch keine Prüfung oder Seminararbeit ablegen können.

Bevor ich noch auf den 2. Teil der Ausstellung eingehen möchte, ein paar Impressionen von den Kasematten.

In den Kasematten


Der Start eines Oldtimer – „Rennens“ am Stadtplatz zwischen den beiden Ausstellungsorten sorgte für Kurzweil. Aber so gut wie keine Zuschauer

Am zweiten LA-Standort im Museum Kloster St. Peter an der Sperr „präsentiert sich Wiener Neustadt im Spiegel der Weltgeschichte. Im Blick steht zunächst das Wirken der Habsburger Kaiser Friedrich III. und Maximilian I., die von hier aus regierten. Sie trugen den Namen Wiener Neustadts in die Welt. Wie sich die einstige kaiserliche Residenz zur Industriestadt und zum Innovationsstandort von heute entwickelte: Das wird anhand prägender Persönlichkeiten erzählt.“

Dieser zweite Standort zeigte sich schon deutlich informativer, wenngleich auch hier mehr die Geschichte der Stadt Wiener Neustadt im Vordergrund stand als die Geschichte der Mobilität. Einige Eindrücke von der Ausstellung:

Tourismus bzw. Fremdenverkehr, auch eine sehr wichtige Form des Verkehrs

Von dieser weltberühmten Lokomotivfabrik zu Wiener Neustadt steht nur mehr der Eingangsportikus als eine Art Mahnmal – gegen Kriegstreiberei und gegen schlechte Wirtschaftspolitik. Beides hat den Prämiumstandort der österr. Industrie nachhaltig vernichtet
Austro Daimler, einst ein weltweit führendes Automobilunternehmen
Zentrum der Rüstungsindustrie im Dritten Reich, Wr. Neustadt in der damaligen „Ostmark“

Fazit: Das wäre doch noch was im Herbst 2019, einen Halbtages- oder Tagesausflug ist die LA allemal wert. Und danach als Lokaltip: Gleich gegenüber vom Bahnhof Einkehrschwung im Cafe Stadler (zur Webseite >>>), wo man angenehm sitzt und mit guten Speisen und Getränken verwöhnt wird. Und zur Abreise mit den umweltfreundlichen „grünen ÖBB“ sind es nur ein paar Schritte.

Neben den beiden offiziellen Hauptstandorten in den Kasematten und im ehem. Kloster gibt es noch „Nebenschauplätze“ der LA 2019, u.a. die traditionsreichste Militärakademie der Welt, die Theresianische Militärakademie zu Wiener Neustadt in der „Burg“

Link:
NÖ Landesausstellung 2019 Wiener Neustadt >>>


Alle Fotos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

Sollten Sie Anregungen zu den Projekten haben oder eigene Beiträge oder Fotos präsentieren wollen, so freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Bitte um Info >

redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org


Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 29. Oktober 2019; Letzte Ergänzung: –