Absdorf-Hippersdorf-Krems

Die Bahnstrecke Absdorf-Hippersdorf – Krems oder: Franz-Josefs-Bahn – Kremser Ast

Die Bahnstrecke vom Eisenbahnknoten Absdorf-Hippersdorf nach Krems ist ein Seitenast der Franz-Josefs-Bahn, welche nach Gmünd und weiter nach Budweis bzw. Eger führt. Die Strecke wurde auch von der Kaiser Franz-Josefs-Bahn Gesellschaft errichtet, welche die Hauptstrecke nach Budweis bzw. Eger errichtet hat. Nach der Eröffnung der Hauptstrecke 1870 wurde die Flügelstrecke bzw. Kremser Ast zwei Jahre später am 10.1.1872 für den Personen- und Güterverkehr eröffnet.

5047 047-5 hat am 11.12.2015 Fahrgäste von Krems nach Absdorf-Hippersdorf gebracht und fährt nach knapper Wendezeit wieder zurück nach Krems

Die 31,5 km lange Strecke ist als Hauptbahn klassifiziert, eingleisig und seit 1982 elektrifiziert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt trotz Ebene und teils schnurstrackser Führung nur 120 km/h. Von Hadersdorf am Kamp, von wo seit 1889 die Kamptalbahn nach Sigmundsherberg abzweigt, bis Krems teilt sich der Kremser Ast der Franz-Josefs Bahn das einzige Gleis mit der Kamptalbahn.

Von Krems verkehren stündlich REX (meist Wiesel-Dosto) nach Wien Franz-Josefs Bahnhof, ebenso meist stündlich R mit Dieseltriebwägen 5047 nach Horn bzw. Sigmundsherberg.  Die REX halten dabei zum ersten Mal in Hadersdorf am Kamp, wo den Fahrgästen somit 2 Züge pro Stunde von/nach Krems zur Verfügung stehen.

Trotz dieses dichten Fahrplans und steigender Nutzerzahlen der Bahn macht der staatliche Infrastrukturbetreiber ÖBB  bis dato keine Anstalten, zumindest selektiv zweigleisig auszubauen, wodurch die Fahrzeiten deutlich verkürzt werden könnten.


Die Stationen:

  • Absdorf-Hippersdorf, Bf, km 0,0 (bzw. km 44,0 ab Wien FJ Bf); 183 m (> Franz Josefs Bahn)
Der Bahnknoten Absdorf-Hippersdorf vor der Renovierung bzw. Umbau mit einem CS Steuerwagen am Hausbahnsteig (16. 10. 2010)
Am 16. Oktober 2010 mittags lugt 4020 298 8 auf Gleis 4 des alten Mittelbahnsteigs von Absdorf-Hippersdorf hervor
4020 227-7 beginnt bei einsetzender Dämmerung am 11.12.2015 ihre Fahrt Richtung Wien vom zwischenzeitlich umgebauten Bf Absdorf-Hippersdorf
Absdorf-Hippersdorf nach dem Umbau. Man kann sagen alles neu und sauber, aber auch Einheitsbrei 0815, die Eigentümlichkeiten, das Alleinstellungsmerkmal des alten Bahnhofs – bspw. die abgewinkelte Dachkonstruktion über dem Warteraum am Mittelbahnsteig (siehe obiges Foto) ist leider Geschichte
  • Königsbrunn-Unterstockstall, ehem. Hst bis 2015, km 4,4
Die Haltestelle Königsbrunn-Unterstockstall war im Dezember 2015 noch aktiv, heute ist sie zugesperrt, die Fahrgäste werden jetzt wohl mit Autobus oder wieder mit dem Auto zur Arbeit und in der Freizeit fahren. An der FJB-Hauptstrecke wurden die letzten Jahre zahlreiche Haltestellen dicht gemacht – eine nicht sehr kreative und schon gar nicht nachhaltige Strategie der ÖBB Infra um den Fahrplan halten zu können. Da wären Streckenausbauten, Begradigungen, Entfall von EK etc. gefragt, keine Zusperraktionen!
  • Kirchberg am Wagram, Bf, km 7,4
Kirchberg am Wagram, Bf. Dem Wagram, ein langgezogener bis zu 40 m hoher Hügelzug aus fruchtbarem Löss, ein Relikt der letzten Eiszeit. Seit 2007 werden die Weine unter dem Markendach Weinbaugebiet Wagram vermarktet
Zugkreuzung im Bahnhof Kirchberg am Wagram. Unser Jenbacher Dieseltriebwagen, der auf der Relation Krems – Absdorf-Hippersdorf pendelt, lässt den Gegenzug den REX Wien FJB – Krems, ein Wieseldosto gezogen von 1144 059-3, passieren
  • Fels, Bf, km 12,8
Das kleine Aufnahmsgebäude des Bf Fels am Wagram. Fels am Wagram ist eine Marktgemeinde mit 2332 Einwohnern und bekannt für den Weinbau
  • Wagram-Grafenegg, Hst, km 16,5
Wagram-Grafenegg Aufnahmsgebäude. Von der Hst ist das Schloss Grafenegg fussläufig auf einer ca. 2 km langen Allee erreichbar
  • Etsdorf-Straß, Bf, km 20,6
Bahnhofsgebäude Etsdorf-Straß. Geht es nach den ÖBB, so soll das nette Häuschen 2020 abgerissen werden. Siehe dazu meinen Kommentar (Link)
  • Hadersdorf am Kamp, km 22,1 (Abzweig Kamptalbahn); 202 m
Hadersdorf am Kamp ist der Abzweigbahnhof Richtung Kamptal zum Bezirkshauptort Horn und nach Sigmundsherberg an der FJB
  • Gedersdorf, Haltestelle, km 24,6

  • Rohrendorf, Haltestelle, km 27,2

  • Krems an der Donau, Bahnhof, km 31,5; 196 m.ü.d.M. (Kremser Bahn nach St. Pölten, Donauuferbahn ehem. nach St. Valentin)
Der stadtseitige Haupteingang in den Bf Krems ist in Ordnung, detto sein Innenleben. Grässlich dagegen das Teile des Gleiskörpers überspannende hässliche Parkhaus, ganz aus Beton und ein Schandfleck. Zum Glück nur vom Bahnsteig aus sichtbar. Krems ist mit knapp 25.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt von NÖ, Handels-, Kultur- und Schul- und Hochschulstadt (Donau Uni Krems)

Der Wagram begleitet die Bahnstrecke ein Stück des Weges. Weinkulturen wo man hinsieht und in den Dörfern gibt es zahlreiche Keller in den Löss geschlagen zum Lagern aber auch zum Verkosten

Links:

DEEF Beitrag Franz Josef Bahn Wien – Gmünd >>>

DEEF Beitrag Kremser Bahn St. Pölten – Krems >>>

DEEF Beitrag Wachaubahn der NÖVOG >>>

DEEF Beitrag in 4 Teilen „Die Donauuferbahn“ >>>


Alle Fotos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 31. Juli 2019; Letzte Ergänzung: –