Seilbahn Burgstall-Voeran

Die Vöraner Seilbahn von Burgstall nach Vöran

Alte „Designer-Gondel“ verlässt die Talstation

So wie die Seilbahn von Vilpian nach Mölten verbindet auch diese Seilbahn eine Gemeinde im Etschtal (Burgstall) mit einem Bergdorf, nämlich Vöran am Tschögglberg.

Ankunft

Vorläufer der heutigen Seilbahn war eine 1901 errichtete Materialseilbahn, die 1908 bis ins Dorf verlängert wurde.
Von der neuen Möglichkeit, die Abgeschiedenheit oben am Plateau durch die moderne Technik zu verringern, war natürlich der Wunsch nach einer Seilbahn für den Personentransport groß.

Nachdem einer 1928 gegründeten Aktiengesellschaft, welche sogar schon Stützen für die neue Seilbahn errichtet hatte, das Geld ausging, dauerte es nochmals 30 Jahre, bis die neue Personenseilbahn 1958 neben der Trasse der alten Materialseilbahn errichtet werden konnte. So wie die Seilbahn in Vilpian wurde auch die Vöraner Seilbahn vom Südtiroler Seilbahnpionier Ing. Karl Hölzl mit seiner Meraner Firma (heute in Lana ansässig und als Doppelmayr Italia firmierend) errichtet.

Kreuzung alte Bahn

Nach einer Generalsanierung im Jahr 2000 (u.a. neue Gondeln, Sanierung der Stützen, behindertengerechter Ausbau der Stationen) wurde dann im Herbst 2017 eine komplett neue Seilbahn (von Doppelmayr) eröffnet, welche dem gestiegenen Andrang u.a. von Fahrrädern durch deutlich größere Gondeln Rechnung trägt. Da die neue Seilbahn direkt neben der alten errichtet wurde, kam es zu keiner Betriebsunterbrechung. Auch die beiden Stationen wurden komplett neu und deutlich größer errichtet.

Alte Trasse mit den Betonstützen links, rechts noch ohne Seile die neue mächtige Stütze der neuen Bahn

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Einige technische Angaben:

Alte Vöraner Seilbahn (1958 – 2017)

  • Gesamtplanung, Ausführung: Hölzl Seilbahn GmbH
  • Errichtet: 1958
  • Typus: Pendelbahn, 1 Tragseil, 1 Zugseil (2S-Bahn)
  • Gesamtlänge: 2.115 Meter
  • Talstation: 269 m.ü.d.M.
  • Bergstation: 1.162 m.ü.d.M.
  • Höhenunterschied: 913 m
  • Stützen: 5 aus Beton
  • Fahrbetriebsmittel: 2 Gondeln
  • Fassungsvermögen: 12 Personen je Gondel
  • Fahrtdauer: ca. 8 Minuten
Alte Talstation
Warteraum alte Talstation
Warteraum alte Bergstation

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Neue Vöraner Seilbahn (ab Herbst 2017)

  • Planung, Ausführung: Doppelmayr Italia (Lana, vormals Hölzl)
  • In Betrieb seit: 7. Oktober 2017
  • Typus: Pendelbahn, 2 Tragseile, 1 Zugseil (3S-Bahn)
  • Gesamtlänge: 2.109 Meter
  • Talstation: 269 m.ü.d.M.
  • Bergstation: 1.162 m.ü.d.M.
  • Höhenunterschied: 913 m
  • Stützen: 1 aus Metall
  • Geschwindigkeit max.: 10 m/sek
  • Fahrzeit: ca. 5 Minuten
  • Fahrbetriebsmittel: 2 Gondeln
  • Fassungsvermögen: Je Gondel 35 Personen
  • Förderleistung je Stunde: 360 Personen
  • Kosten: 9,3 Mio Euro
„Bescheidene“ alte Bergstation, daneben die neue Bergstation im Bau (Juni 2017)
Neue Bergstation im Bau, daneben direkt unscheinbar die alte Bergstation

Anreise:

Buslinie 201 Bozen – Meran, Haltestelle direkt vor der Talstation, Nächste Bahnstation Lana-Burgstall an der Bozen-Meraner-Bahn. Mobilcard gültig.


Links:

DEEF Doku Seilbahn Vilpian – Mölten >>>

DEEF Doku Die Bozen-Meraner-Bahn >>>


Die Fotos von der alten Bahn stammen vom Juni 2017. Eine Befahrung der neuen Bahn ist für Herbst 2020 geplant.

Text / Fotos / Videos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 2. April 2020; Letzte Ergänzung: –