Seilbahn Vilpian-Mölten

Südtirol: Die Seilbahn von Vilpian nach Mölten

Von Vilpian im Etschtal zwischen Bozen und Meran gelegen, einer Ortschaft (Fraktion) der Gemeinde Terlan mit 800 Einwohnern, führt eine Seilbahn hinauf auf den Tschögglberg ins Bergdorf Mölten. Auf dem sonnigen Mittelgebirgsrücken auf einer Höhe von 1.133 m gelegen lässt sich herrlich wandern und biken – eine Wanderung bspw. ist über den hügeligen Salten, Europas größtem Lärchenhochplateau, hinüber nach Jenesien möglich, wo man mit der dortigen Seilbahn hinunter nach Bozen fahren kann. Mölten und die Umgebung hier am Tschögglberg ist das Ursprungsgebiet der auch in Österreich bekannten Haflinger-Pferde, wobei in Mölten 1904 die erste Haflinger-Zuchtgenossenschaft gegründet wurde.

Start Tal


Die Seilbahn Vilpian – Mölten, eine zweispurige Pedelbahn mit einem Tragseil sowie einem Zug- und Gegenseil, wurde 1958 erbaut und im gleichen Jahr eröffnet. Die Seilbahn wurde vom Südtiroler Seilbahnpionier Ing. Karl Hölzl, einem „Schüler“ der Schweizer Seilbahnpioniere Gebrüder Zuegg, geplant und errichtet. Das innovative Seilbahnunternehmen Hölzl, damals Sitz in Meran, heute in Lana, fusionierte 2002 mit dem österr. Weltmarktführer Doppelmayr zu Doppelmayr Italia, welche den italienischen Seilbahnmarkt bearbeitet.  Die Firma Hölzl gilt als Erfinder des Funifors.

Projektiert wurde die Seilbahn von Dr.Ing. Alois Mitterer und Dr.Ing. Christoph von Pföstl.

Kreuzung


Einige Details zur Seilbahn Vilpian – Mölten:

  • Schräge Länge: 1.420,20 m
  • Horizontale Länge: 1.193,50 m
  • Höhenunterschied: 794,70 m
  • Mittlere Neigung der Strecke: 640m/km
  • Größte Neigung der Tragseile: 810m/km
  • Stützen: keine
  • Leistung Hauptmotor: 63 kW
  • Leistung Reserve- Notantrieb: 47 kW
  • Leistung Bergungsantrieb: 7 kW
  • Förderleistung: 140Pers/h
  • größte Betriebsgeschwindigkeit: 6,00m/s
  • Fahrbetriebsmittel: 2 Gondeln
  • Fassungsvermögen je Gondel: 12 + 0 Personen
  • Talstation: 255,00 m
  • Bergstation: 1.050,00 m

Abfahrt Bergstation

  • Standort der Antriebstation: am Berg
  • Standort der Spannstation: im Tal
  • Spannvorrichtung
  • Tragseile : im Tal
  • Zugseilring : im Tal
  • Spanngewichte Tragseile: 250.155
  • Zugseilring : 56.898
  • Durchmesser Seile Tragseile: 32 mm
  • Spannseile Tragseile 32 mm
  • Zugseil 17 mm
  • Gegenseil 16mm
  • Bergungsseil 7 mm
  • Gewicht Fahrzeug ohne Wagenbegleiter: 5.101 kg
  • Gewicht des beladenen Fahrzeugs: Max. 14.519 kg
  • Verbindung der Tragseile an das Spanngewicht: mittels Spannseil
  • Verbindung des Zugseiles an die Kabine: mittels Vergusskopf
in der Talstation mit Blick zur Bergstation – keine Stütze vorhanden wie man sieht
Talstation mit integrierter Pizzeria
Gondel 1 in der Talstation
bevor eine Straße von Terlan hinauf auf den Tschögglberg gebaut wurde war die Seilbahn die einzige und direkte Verbindung, zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen
die Bergstation ist fast erreicht
Gondel in der Bergstation
die Bergstation mit angrenzendem Wohnhaus. Gegenüber gleich der Gasthof Etschblick mit Zimmer
Steuerraum in der Bergstation. Im Jahr 2001 wurde die Talstation umgebaut, von der Bergstation aus wird via Kameras die Talstation überwacht

Erreichbar ist die Seilbahn mit der Bozen-Meraner Eisenbahn (Station Vilpian Nals) oder mit dem Autobus 201, der Bozen und Meran im Taktverkehr verbindet und direkt bei der Talstation der Seilbahn eine Station hat.

Bei der Seilbahn hat auch die Südtiroler Mobilcard Gültigkeit. Meist wird 2x die Stunde gefahren.

Flirt der SAD im Bahnhof Vilpian-Nals

Einkehr:

In der Talstation befindet sich ein Ristorante / Pizzeria. Direkt gegenüber der Bergstation lockt die Terrasse des Gasthof Etschblick, wo man – so verrät es ja schon der Name – eine tollen Ausblick auf das Etschtal hat und dabei ein gutes Glas Wein gustieren kann.

Herrliche Kulisse von der Bergstation aus

Links:

Südtirol Info zur Seilbahn >>>

DEEF Doku Die Bozen-Meraner-Bahn >>>

Abfahrt Talstation


Text / Fotos / Videos copyright DEEF/Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum. Seilbahn-Fotos Oktober 2016.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 2. April 2020; Letzte Ergänzung: –