Achenseebahn Denkmalschutz Icomos

Achenseebahn auf Liste gefährdeter Kulturerbestätten

Schon mehrmals hat DEEF über die Achenseebahn in letzter Zeit berichtet, ja berichten müssen, ist doch – so scheint es – durch diverse „Intrigen vor Ort“ und „politische Spielchen“ das wertvolle technische Kulturgut Achenseebahn in Gefahr und anstatt in die Liste des Unesco Weltkulturerbes aufgenommen zu werden droht eine Zerschlagung und Verscherbelung der Achenseebahn.

Vor kurzem erreichte unsere Redaktion dazu noch eine Presseinformation, die wir hier gerne wiedergeben.


„Ergebnisse des Gesprächs der Präsidentin von ICOMOS Austria, Dr. Caroline Jäger-Klein, mit Staatssekretärin Andrea Mayer am 9.12.2020 über die Achenseebahn

ICOMOS berät als vollkommen unabhängiges, internationales Netzwerk von Fachexperten per Mandat durch die Welterbekonvention nicht nur die UNESCO, sondern gleichermaßen auch die sogenannte State Party, also auch die Republik Österreich, objektiv und auf rein sachlicher Ebene. Daher erlaubte sich ICOMOS Austria, Frau Staatssekretärin Mag. Andrea Mayer darauf aufmerksam zu machen, dass die Achenseebahn als Ganzes, und nicht nur in Teilen und Teilbereichen, dringlichst durch das Bundesdenkmalamt unter nationalen Denkmalschutz zu stellen ist. Nur damit ist ihre auch im internationalen Kontext Einzigartigkeit als vollkommen authentisch und integer erhaltenes Kulturerbe nicht weiter akut gefährdet.

Der von ICOMOS International in Kooperation mit TICCIH International im Juni 2020 ausgerufene Heritage Alert und nun die Aufnahme der Achenseebahn durch Europa Nostra in die Liste der sieben am meisten gefährdeten Kulturerbestätten Europas für 2021 bestätigen eindrucksvoll dieses für eine Kulturnation wie Österreich unwürdige derzeitige Bedrohungsszenario. Zudem ersuchte Präsidentin Jäger-Klein Staatssekretärin Mayer, auf die Tiroler Landesregierung dahingehend einzuwirken, dass schnellstens die längst zugesagten Unterstützungen zur Abwendung des betriebswirtschaftlichen Konkurses auch wirklich ausgezahlt werden. Denn aufgrund des Konkursrechtes besteht nach wie vor die unmittelbare Gefahr einer nie wieder gut zu machenden Zerschlagung der gesamten technischen Anlage.

Eine nationale Unterschutzstellung der Bahn steht nicht grundsätzlich in Widerspruch zu ihrem Betrieb als zeitgemäßes Regionalverkehrsmittel. Mittlerweile ist dies technisch problemlos durchführbar und in die Anlage der Achenseebahn integrierbar, ohne den historischen Kontext zu verletzen. Die Expertise dazu ist in Österreich vorhanden, und es gibt auch ausreichend erfolgreiche Beispiele dafür.

Die Staatssekretärin sagt den Vertreterinnen von ICOMOS Austria zu, sich schnellstens und persönlich für den Bestand der Achenseebahn einzusetzen.“


Links:

DEEF Doku Achenseebahn >>>

DEEF Beitrag „Rettet die Achenseebahn“ >>>

Icomos Austria >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

Sollten Sie Anregungen zu den Projekten haben oder eigene Beiträge oder Fotos präsentieren wollen, so freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Bitte um Info >

redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org


Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 31. Dezember 2020; Letzte Ergänzung: