Böhmen: Bahnstrecke Budweis – Krumau – Oberplan – Schwarzes Kreuz – Neuthal / Nove Udoli

Vorbemerkungen
An einem heißen Junitag 2015 habe ich eine interessante Rundreise wie folgt genossen: Salzburg-Wels, dann mit ICE nach Passau. Von dort mit der Ilztalbahn nach Waldkirchen. Die Bahnstrecke von Waldkirchen nach Haidmühle (Niederbayern) und dem tschechischen Grenzbahnhof Nove Udoli (vormals Neuthal) wurde leider demontiert – im Rahmen der Wiederbelebung des grenzüberschreitenden (Ausflugs-) Verkehrs verbindet aber eine auf den Zugfahrplan abgestimmte Buslinie die Orte Waldkirchen und Nove Uduli.

Geschichte, Strecke
Nachfolgend einige Fakten zur Bahnlinie (Nove Udoli / Neuthal-) Černý Kříž (Schwarzes Kreuz) – Horny Plana (Oberplan) – Krumau nach Budweis sowie einige Fotos dazu.
Die Bahnstrecke von Budweis nach Schwarzes Kreuz (heute Černý Kříž) ist eine eingleisige, normalspurige und nicht elektrifizierte 70 km lange Nebenbahn in Tschechien. Sie wurde in 2 Etappen von 2 unterschiedlichen Bahngesellschaften bis 1910 errichtet und wird heute im 2-Stunden-Takt von der Cesky Drahy (CD), der Tschechischen Staatsbahn, bedient. Die Züge verkehren normalerweise von Černý Kříž weiter bis Nove Udoli (vormals Neuthal).
30. August 1884: Die ÖLEG (Österreichische Lokaleisenbahngesellschaft) erhält die Konzession auf 90 Jahre für eine Lokalbahn von Budweis (Pořič) über Krumau nach Salnau (heute Nova Pec) .
19. November 1891: Eröffnung der Strecke von Budweis nach Gojau (heute Kajov). Die Betriebsführung erfolgte durch die k.k. Staatsbahnen (kkStB) für Rechnung der ÖLEG
4. Juli 1892: Eröffnung der Reststrecke bis Salnau
1. Jänner 1894: Verstaatlichung der ÖLEG, die Bahnstrecke gehörte somit zum Netz der kkStB
11. Februar 1908: Konzessionserteilung für die Vereinigten Böhmerwald-Lokalbahnen zur Erweiterung der bestehenden Strecke von Salnau nach Schwarzes Kreuz – und von Wallern (heute Volary) zur Reichsgrenze bei Neuthal, heute Nove Udoli)
12. Juni 1910: Eröffnung der Strecke von Salnau nach Schwarzes Kreuz (-Neuthal – Haidmühle). Somit war die durchgehende Verbindung von Budweis nach Passau hergestellt.
1919: Nach der Niederlage Österreich-Ungarns im 1. Weltkrieg wird die Monarchie von den Siegern „filetiert“. Südböhmen wird der neugegründeten Tschechoslowakei zugeschlagen, nach einem kurzen Intermezzo im 2. Weltkrieg (Reichsprotektorat) wird nach dem 2. Weltkrieg völkerrechtswidrig die nach wie vor zahlreiche Deutsche (Österreichische) Bevölkerung vertrieben bzw. ermordet. Ein unerhörtes Verbrechen diese „Benes-Dektrete“, bis heute ungesühnt. Die Betriebsführung geht nach dem 1. Weltkrieg an die CSD (Tschechoslowakischen Staatsbahnen) über
1. Jänner 1925: Verstaatlichung der Vereinigten Böhmerwald-Lokalbahnen, Infra gehört nun auch der CSD
20. April 1958: 13 km lange Neutrassierung aufgrund des Baus des Lipno Stausees geht in Betrieb
1. Jänner 1993: Strecke geht an die CD über
2003: Strecke gehört zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC)
Update:
Im Fahrplan 2019 wird die Strecke České Budějovice–Černý Kříž im Zweistundentakt von Personenzügen bedient, die zumeist nach Nové Údolí durchgebunden sind. Weitere Züge verkehren zwischen České Budějovice und Česky Krumlov bzw. Kajov.
Seit dem 10. Dezember 2017 wird der Schienenpersonennahverkehr nach einer Neuausschreibung der Verkehrsleistungen von GW Train Regio (GWTR) betrieben. GW Train Regio setzt seit 2017 „Regio Sprinter“ der Baureihe 654 (bezeichnet als Baureihe 818) sowie von DB Regio übernommene Triebzüge der Baureihe 628, im tschechischen Nummernsystem als Baureihe 845 bezeichnet, im Reiseverkehr ein.
Die Stationen
Budweis (heute Ceske Budejovice), Bahnhof, -Abzweigung „Rožnov“ von der Bahnstrecke Budweis – Summerau, km 0,0



Boršov nad Vltavou (früher Poříč), km 3,640


Černý Dub (früher Korosek), km 6,572
Hradce (früher Hradzen), km 9,612
Vrábče (früher Brabsch), km 10,981
Křemže (früher Krems-Mřitsch), Bahnhof, km 13,927
Holubov früher Adolfsthal, km 15,763
Třísov, km 17,871
Plešovice, km 20,055
Zlatá Koruna früher Goldenkron, Bahnhof, km 22,145
Domoradice früher Dumrawitz, km 25,008
Český Krumlov früher Krumau, Bahnhof, km 27,111





Kájov früher Gojau, Bahnhof, km 32,000





Mezipotočí früher Nespoding, km 36,028

Hořice na Šumavě früher Höritz, Bahnhof, km 41,814

Polná na Šumavě früher Stein-Irresdorf, Bahnhof, km 48,354

Polečnice früher Neustift-Quitosching, Bahnhof, km 50,495

Hodňov früher Honetschlag, km 53,555
Žlábek früher Olschhof, km 55,338

Černá v Pošumaví früher Schwarzbach-Stuben, Bahnhof, km 58,276 (ab hier bis Salnau Neutrassierung 1958)


Pestřice früher Stögenwald, km 61,100 (ehem. Haltestelle an der alten Trasse)
Horní Planá zastávka, km 61,700

Horní Planá, Bahnhof, km 63,749


Horní Planá früher Oberplan, km 64,600 (ehem. Bahnhof an der alten Trasse)
Pernek na Šumavě, km 67,592

Pernek, km ca. 67,7 (ehem. Haltestelle an der alten Trasse)
Nová Pec früher Salnau, Bahnhof, km 71,348




Ovesná früher Haberdorf, km 74,200

Pěkná früher Hintring-Schönau, km 79,764

Černý Kříž vormals Schwarzes Kreuz, Bahnhof, km 83,800 (Abzweig ehem. Vereinigte Böhmerwald-Lokalbahnen nach Nove Udoli bzw. Cicenice); km 61,866 von Cicenice; Seehöhe 740 m.ü.d.M.



Stožec früher Tusset-Böhm. Röhren, km 65,703; 785 m



Nové Údolí früher Neuthal, Bahnhof, km 69,615 (von Cicenice); 805 m






— Ruttenbach (Staatsgrenze Tschechien–Deutschland), km 69,715 (ab hier abgebaut) —




Weiter über Haidmühle (Niederbay) nach Waldkirchen (vormals K. Bay. Sts. B.) > Ilztalbahn

Links
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Webseite GW Train Regio (GWTR) >>>
DEEF-Kategorie Eisenbahnen in Tschechien >>>
DEEF-Dokumentation Budweiserbahn Summerau-Budweis >>>
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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 19. September 2015; Seiten-Relaunch 20.4.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 20.4.2026
