Die Straßenbahn in Ulm (Baden-Württemberg)

Allgemeines
Die Universitätsstadt Ulm mit 129.882 Einwohner (12/2024), eine wirtschaftlich prosperierende und überdurchschnittlich wachsende Agglomeration am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb in Baden Württemberg an der Grenze zu Bayern, hat seit 15. Mai 1897 einen Straßenbahnbetrieb. Waren es anfangs 2, dann zwischenzeitlich in den 1930/40 Jahren 4 Linien, so ist der Straßenbahnbetrieb nach dem 2. WK wieder auf 1 Linie zusammengeschmolzen und galt als kleinster Tram-Betrieb Deutschlands. Seit der Inbetriebnahme der Linie 2 im Jahr 2018 gilt die Stadt Naumburg (Saale) als kleineste Tram-Stadt Deutschlands.

Einige Kennzahlen der Ulmer Straßenbahn
Eröffnung: 15.5.1897
Betreiber: SWU Verkehr GmbH (Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm)
Verkehrsverbund: DING (Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH)
Streckenlänge: 19,1 km
Linien: 2
Spurweite: Meterspur
Traktion: Elektrisch, 750 Volt =
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h

Netz und Betrieb
Der letzte große Meilenstein wurde im Jahr 2018 gesetzt, als am 8. Dezember 2018 die Linie 2 in Betrieb genommen wurde. Davor bestand das Ulmer Netz ab 2964 für 64 Jahr nur aus 1 Linie. Beide Linien sind Durchmesserlinien: Linie 1 verläuft Ost-West, die neue Linie 2 Nord-Süd.
Der vorletzte große Meilenstein wurde am 21. März 2009 gesetzt, als das bis dahin 5,5 km lange Streckennetz durch die Verlängerung der Linie 1 in den Ulmer Stadtteil Böfingen auf 10,2 km anwuchs. In diesem Verlängerungsbereich liegt auch die größte Neigung des gesamten Straßenbahnnetzes von Ulm, nämlich bei 77 Promille entlang der „Böfinger Steige“ nach der Haltestelle Donauhalle.
Insgesamt werden 40 Haltestellen bedient. Eingesetzt werden seit 2003 10 Triebwagen des Typs Combino NGT 6 UL vom Hersteller Siemens. Die 5-teiligen Niederflur Gelenktriebwagen sind klimatisiert, wie übrigens auch die Dieselbusflotte. Im Zusammenhang mit der Errichtung einer Linie 2 kamen weitere 18 Niederflurstraßenbahnen vom Typ Siemens Avenio M (Nachfolgemodell des Combino) hinzu. Somit hat man 28 moderne Niederflurstraßenbahnen in der Flotte. Für Sonderfahrten sind einige hochflurige Oldtimer in der einzigen Remise (Betriebshof) hinterstellt.
Linie 1: Söflingen – Böfingen Ostpreußenweg, 22 Haltestellen, Länge 10,2 Kilometer; Fahrzeit 30 Minuten
Linie 2: Kuhberg Schulzentrum – Science Park II, 21 Haltestellen, Länge 9,3 Kilometer; Fahrzeit 28 Minuten
In der Hauptverkehrszeit verkehren beide Linien im 5-Minuten-Takt.
Bedeutendster und von der Optik her auch auffälligster Umsteigeknoten ist die Station Ehinger Tor. Hier kann auch zwischen der Tram-Linie 1 und 2 umgestiegen werden.
Interessant wäre es sicher auch, dass die Städte Ulm in Baden Württemberg und Neu Ulm in Bayern über die trennende/verbindende Donau hinweg wieder mit einer Tram verbunden werden, so wie es die Linie 2 bis 1944 tat, bevor die Strassßbahnlinie ebenso wie 81 Prozent der historischen Altstadt 1944 von den Terrorbombardements der Englisch-Amerikanischen Bomber („Moral Bombing Strategie“ = Kriegsverbrechen!) vernichtet wurden.

Einen Ansatz dazu gab es bereits in den 1990er Jahre seitens der Stadt Ulm, die einen Ausbau der Straßenbahn anhand eines „Fünf-Linien-Konzepts“ vorschlug. Dieses wurde jedoch in einem Bürgerentscheid mit 51% (aber nicht signifikant) abgelehnt und seither seitens der Stadtregierung nicht mehr ins Spiel gebracht. Konkrete Planungen zur Netzerweiterung gibt es 2026 keine.
Nota bene: Hier in Salzburg wäre man froh, wenn die zuständige Stadtregierung endlich die seit 20 Jahren versprochene Stadtbahn (Verlängerung unterirdisch vom Bahnhof in den Süden der Stadt) anpacken würde, aber hier drückt sich die Stadtregierung vor der Verantwortung und nicht die Bürgerschaft!
Übrigens verkehrte in der Stadt Ulm vom 14. Mai 1947 bis zum 23. Oktober 1963 ein Oberleitungsbus (Obus, Trolleybus), der danach durch Dieselbusse (Daimler Benz ist ja nicht weit) ersetzt wurde.


Noch einige Fotos














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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 16. August 2015; Seiten-Relaunch 15.5.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 15.5.2026
