Salzbergbahn Dürrnberg Hallein

Das Salzbergwerk in Hallein -Teil 4: Die Salzberg-Bahn Hallein: Seilbahn von Hallein auf den Dürrnberg, *1952 – 2001

Am 22. August 1952 wurde in Anwesenheit des österreichischen Bundespräsidenten General a.D. Theodor Körner die Seilbahn von Hallein auf den Dürrnberg eröffnet. Sie wurde aus Mitteln des Marshall-Plans finanziert. Die Salzbergbahn (Seilbahn auf den Dürrnberg) stellte für genau 30 Jahre die wichtigste Verkehrsader sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für die Bergwerksbesucher dar, denn als Alternativen gab es nur die alte, steile und für den öffentlichen Verkehr nur eingeschränkt nutzbare Dürrnbergstrasse sowie die ebenfalls eher schwierig zu befahrene Winterstallstrasse.

Diese Kabinen dürften ident mit denen der alten Zwölferhornbahn in St. Gilgen sein. Waren das die ursprünglichen Kabinen oder die rechteckigen, die man auf obigen historischen Plakat sieht?? Wann wurden sie getauscht?

Gut kann sich der Verfasser dieser Zeilen noch daran erinnern, wie er als kleiner Bub von den auf und abfahrenden kleinen Gondeln fasziniert war, die er bei seinen regelmäßigen Besuchen bei Tante Mitzi (Maria Schilling, Ehefrau von Ing. Fritz Schilling, MA der Grillwerke) in Hallein (sie wohnte in der „Grill-Villa“ in den Grillwerken) vom Garten aus beobachten konnte. Beim Besuch des Salzbergwerkes 1967 mit Oma Gusti Populorum wurde zur Bergfahrt mangels Alternativen auch die Gondel benutzt.

Erst 1982 wurde die neue, ganzjährig einfach zu befahrene Dürrnbergstrasse (L 256) eröffnet. Damit war der Niedergang und schlussendlich auch die Stilllegung der Seilbahn vorgezeichnet. Wiedereinmal hatte die Strassenbau- und KfZ-Lobby mit Duldung der Politik die Oberhand gewonnen.

Der letzte Betriebstag der Seilbahn war am 29.9.2001. Am 25. Juni 2002 wurde von der Betreibergesellschaft, der Salzbergbahn Hallein GmbH, der Antrag auf Abriss eingebracht, der dann sukzessive durchgeführt wurde. Trag- und Zugseil sowie Stützen wurden als erstes abgetragen.

Das Gebäude der Talstation neben der Salzberghalle wurde erst 2008/2009 geschleift, das Gebäude der Bergstation, wo auch das Antriebsaggregat installiert war, steht noch (2010) und soll in ein Haus mit Fremdenzimmer umgewandelt werden.

Rügenswert ist die Tatsache, dass seitens der Stadt Hallein bis dato keinerlei Tradtionspflege hinsichtlich des für die Stadt jahrzehntelang so bedeutenden Verkehrsmittels festzustellen ist. Zumindest die Aufstellung einer Kabine der Bahn in situ mit entsprechender Info und Foto-Dokumentation wäre dringend zu wünschen!


Einige technische Daten zur Bahn (Anm.: Diese divergieren tw. je nach Quelle)

  • Eröffnung: 22. August 1952
  • 2 Seil Umlaufbahn, System Wallmannsberger (andere Quelle: System Girak)
  • Betriebslänge: 1.543 m
  • Talstation an der Salzberghalle (ehemaliger „Griesrechen“): 450 M.ü.d.M
  • Bergstation: 799 M.ü.d.M
  • Höhenunterschied: 349 m
  • Maximale Neigung: 46,5 %
  • Mittlere Neigung: 24,00 %
  • 30 Kabinen für je 4 Personen (> Wann wurden die Gondeln ausgewechselt??)
  • Kabinenhersteller: Swoboda
  • Fahrzeit: 20,3 Minuten
  • Geschwindigkeit: 2,5 m/sek
  • Beförderungskapazität: 300 Personen je Stunde (auch 350 und 400, je nach Quelle)
  • Inkl. Berg- und Talstation 5 Stützen
  • Gewicht des Tragseils: 9 Tonnen
  • Gewicht des Zugseils: 4,5 Tonnen
  • Antrieb: Talstation
  • Letzter Betriebstag: 29. September 2001
  • Antrag auf Abbruch gestellt und dann umgesetzt: 25. Juni 2002

Noch vorhandene Relikte:

Die Bergstation ist noch vorhanden. Die Schneise der Trassenführung im Wald ist von Hallein aus gut zu erkennen. Die Talstation wurde 2008/2009 abgerissen.

Aktualisierung: Die Bergstation wurde offenbar im Jahr 2011 oder 2012 abgerissen, wie uns ein Informant per Mail mitteilte. Schade 🙁


Fotos von der Bergstation 2010:


Die Talstation während des Abrisses (24.7.2008)

2008 ist noch deutlich die Schneise der ehem. Seilbahntrasse im Wald erkennbar
Der Name der Seilbahn lebt in diesem Gasthausnamen weiter – allerdings wäre eine ordentliche Würdigung dieser ehem. für den Ort so wichtigen Seilbahn wünschenswert

Die Sesselbahn vom Dürrnberg auf den Zinken (Zinkenlift)bedient ein kleines stadtnahes Schigebiet, im Sommer eine beliebte Rodelbahn

Literatur/Links:

Betreiber des Salzbergwerkes Hallein: www.salzwelten.at

Brandner, R., 1954: Führer durch das Salzbergwerk Hallein-Dürrnberg. Salzburg.

Fritz, Herbert, 1998: Die Grubenbahn des Salzbergwerks Hallein. Verlag Kenning.

Mayerhofer, Gerhard, 1998: Die touristische Nutzung der österreichischen Salzbergwerke. Die Standorte Hallstatt, Hallein, Altaussee und Bad Ischl im Vergleich. Diplomarbeit aus Geographie.

ÖSAG (Hrsg.), 1986: Salzbergwerk Dürrnberg. 2. Auflage. Salzburg.

Schatteiner, J.F., 1991: Der Salzbergbau Dürrnberg und die Saline Hallein. In: H. Dopsch und H. Spatzenegger (Hrsg.), Geschichte Salzburgs. Stadt und Land, 2/4. S 2631 bis 2711

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 7. November 2010; Letzte Ergänzung: 8.8.2020