Lilo Linzer Lokalbahn

LILO Linzer Lokalbahn – Überblick

Am Bahnhof Eferding kreuzen am 23. November 2016 die beiden GTW der LILO Nr. 22.163 (li) Richtung Neumarkt-Kallham sowie Nr. 22.159 (re) Richtung Linz

Die Linzer Lokalbahn, abgek. LILO, ist die bedeutendste der vom Gmundner Verkehrsunternehmen Stern & Hafferl betriebenen Lokalbahnen im österreichischen Bundesland Oberösterreich.

Eigentümer der Strecke ist die Linzer Lokalbahn AG, eine Aktiengesellschaft nach österreichischem Recht, deren größte Aktionäre die Stadt Linz mit 54,1 % der Anteile sowie das größte private Verkehrsunternehmen Österreichs, die Firma Stern & Hafferl Verkehrs-GmbH aus Gmunden, mit 35,3 % sind. Weitere Aktionäre sind die Stadt Eferding (2,6%) die Städte Leonding und Peuerbach (je 1%). Die restlichen Anteile verteilen sich auf mehrere Anrainergemeinden (5,0 %) sowie sind im Streubesitz (1,0 %).

Historisch gesehen besteht die heutige LILO aus ehemals 2 selbständigen Streckenteilen, nämlich

  • Lokalbahn Neumarkt–Waizenkirchen–Peuerbach: Errichtet von der „Neumarkt–Waizenkirchen–Peuerbach AG“, Eröffnung  Dezember 1908 („Alte LILO“)
ET 22.107 ist eben von Neumarkt-Kallham kommend in Waizenkirchen eingetroffen und macht sich wenige Minuten später wieder zur Rückfahrt bereit (23.9.2011)
  • Lokalbahn Linz–Eferding–Waizenkirchen: Errichtet von Stern & Hafferl, Eröffnung Dezember 1912 („NEUE LILO“)
3 GTW in der damals neuen Bahnhofshalle in Peuerbach – von links Nr. 22.162, 22.163 und rechts 22.156 (23.9.2011)

Erst im Jahr 1998 wurde die Lokalbahn Neumarkt-Waizenkirchen-Peuerbach der Lokalbahn Linz-Eferding-Waizenkirchen hinzugefügt.

Diese Linzer Lokalbahn (LILO) erschließt das westlich von Linz gelegene wirtschaftlich und touristische bedeutsame Eferdinger Landl und stellt eine Verbindung zur Passauerbahn in Neumarkt-Kallham her.

Die vor Ort gebräuchlichen Bezeichnungen „Alte LILO“ sowie „Neue LILO“ erfolgt(e) aufgrund der Historie, also der Streckeneröffnung, sowie augenscheinlich aufgrund des bis 2020 eingesetzten Rollmaterials. Seit dem Fahrplan 2020/21 werden auch die Kurse von/nach Neumarkt-Kallham via Niederspaching nicht mehr mit nostalgischen Triebwagen sondern mit neuem barrierefreiem Rollmaterial geführt.


LILO und Aschacherbahn

In Eferding wird die (noch) von den ÖBB nur im Güterverkehr betriebene Aschacherbahn gekreuzt. Eine Übernahme der Aschacherbahn durch das Land Oberösterreich ist seit längerem angedacht, womit ein Personenverkehr auf der Relation Linz-Eferding-Aschach an der Donau durch die LILO möglich würde. Konkret wurde das Jahr 2021 dafür angepeilt, allerdings ist die Strecke immer noch im Bestand der ÖBB (Oktober 2021).

ÖBB Triebwagen 5047. 081-4 am 25.9.2011 im Bf Aschach an der Donau

Einige Kennzahlen der LILO

  • Normalspurig
  • Eingleisig
  • Elektrifiziert mit 750 Volt Gleichstrom
  • Baulänge 68,557 km
  • Betriebslänge 58,611 km
  • Höchstgeschwindigkeit 70 km/h
  • Kleinster Radius 150 m (Hauptgleise)
  • Größte Neigung 27 Promille
  • Achslast 20 Tonnen
  • Inbetriebnahme 1908/1912
  • Eigentümer Linzer Lokalbahn AG
  • Betreiber Stern & Hafferl Verkehrs-GmbH
  • Transportierte Personen ca. 1,6 Mio pro Jahr
  • Transportierte Güter ca. ?
  • 44 Bahnhöfe/Haltestellen
  • 4 Remisen
  • 13 Anschlussbahnen
  • 103 Mitarbeiter
  • Teil des OÖ-Verkehrsverbunds (OÖVV)
  • Von Linz bis Eferding Teil des OÖ-S-Bahn-Netzes als S5
Die neue Werkstätte der LILO in Eferding, wo am 23.11.2016 22.152 abgestellt ist

Betrieb

Halbstundentakt Linz – Eferding, weiter bis Peuerbach bzw. Neumarkt-Kallham im Stundentakt

Die LILO ist Teil des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes (OÖVV) und der Abschnitt Linz bis Eferding ist als S5 Teil des S-Bahn-Netzes Oberösterreich. Bis 2020 wurden die Fahrten ab/bis Neumarkt-Kallham (Alte LILO) meist mit alten Fahrzeugen aus den 1950er Jahren durchgeführt, wobei Fahrten ab Neumarkt-Kallham entweder direkt bis Waizenkirchen führten, oder direkt nach Peuerbach oder nur bis Niederspaching, wo dann von der alten auf die neue LILO umgestiegen werden musste. Werktags gab es 2020 nahezu einen Stundentakt, am Wochenende einen 2-Stunden-Takt. Einige Jahre zuvor gab es sonntags auf der alten LILO zwischen Neumarkt-Kallham und Niederspaching keinen Verkehr. Ab 2020/21 verkehren auch auf der alten LILO neue Garnituren und es werden zahlreiche Kurse von Neumarkt-Kallham nach Linz durchgebunden.

Der ET 22.107, gebaut 1951 bei der Simmering-Graz-Pauker AG mit elektrischer Ausrüstung von Elin, gehörte jahrelang zum täglichen Anblick am Stumpfgleis in Neumarkt-Kallham Richtung Niederspaching. Das Foto zeigt den bewährten Triebwagen der „Alten LILO“ an einem prächtigen Spätsommertag (23.9.2011)
Gemütliche Wohnzimmeratmosphäre im ET 22.107, die Fenster ohne Zwischenstrebe ganz herunterziehbar

Von Linz bis Eferding (S5) verkehren die Züge werktags im Halbstundentakt, plus Verstärker in der HVZ. Von Eferding weiter bis Peuerbach im Stundentakt. Speziell nachmittags verkehren die Züge ab Linz nicht direkt nach Peuerbach sondern nach Neumarkt-Kallham, Fahrgäste nach Peuerbach müssen in Niederspaching umsteigen (sofortiger Anschluss).

Der ET 22.107, aus dem das Foto geschossen wurde, ist in Niederspaching angekommen, am Nachbargleis steht abfahrtsbereit Richtung Peuerbach der Stadler GTW 22.162 vor dem noch vorhandenen Aufnahmsgebäude des Bf Niederspaching. Der ET 22.107 wird weiterfahren nach Waizenkirchen (23.9.2011)

In den letzten Jahrzehnten ist viel in die Strecke, die Stationen sowie in das Rollmaterial investiert worden. Die wichtigste Maßnahme war dabei die Einbindung der LILO in den neuen Linzer Hauptbahnhof – seit 18. November 2005 hat die LILO ihren Endbahnhof nicht mehr im alten Bahnhofsprovisorium in der Coulinstraße, sondern fährt direkt am Nahverkehrsgleis des Linzer Hauptbahnhofs ein. Dort haben die Fahrgäste optimale Umstiegsmöglichkeiten auf/von den ÖBB-Nah- und Fernverkehr, den Linzer Obus, die Linzer Straßenbahn sowie die städtischen und regionalen Autobuslinien.

Stadler GTW 22.162 der LILO im sanierten Bf Untergaumberg, der sich schon auf der ÖBB-Strecke (Westbahnstrecke) befindet (4. Mai 2013)

Rückgrad der Flotte sind die 2001 angeschafften Stadler GTW (Nummer 151-164), welche Zweisystemfahrzeuge sind, dh. zusätzlich zur LILO-Spannung von 750 Volt Gleichstrom auch auf der ÖBB-Strecke unter 15 kV Wechselstrom in den Linzer Hauptbahnhof fahren können.

Der blau beklebte Stadler GTW 22.157 (Werbung für S-Bahn Oberösterreich) fährt aus Linz kommend in den Bf Waizenkirchen ein (20.12.2019)
Im Inneren des Stadler GTW 2/6 der LILO. Die Triebwagen wurden in 2. Serien gebaut und geliefert (ET 22 151–158 im Jahr 2000, ET 22 159–164 im Jahr 2005), wobei die 2. Serie bereits als 2-System-Fahrzeuge ausgeliefert wurden, die 1. Serie wurde nachgerüstet). Die GTW haben eine Leistung von 520 kW, eine Höchstgeschwindigkeit 120 km/h und bieten den Fahrgästen 126 Sitzplätze und 108 Stehplätze. Alles barrierefrei und klimatisiert
„Lounge-Bereich“ am Ende einer Komposition direkt hinter dem Führerstand

Daneben gibt es als Reserve noch einige Altbautriebwagen sowie Nostalgietriebwägen für besondere Anlässe.

Oldtimer-Triebwagen ET 22.109 steht am 23.9.2011 in der Remise in Waizenkirchen. Der ET wurde 1908 bei der Grazer Waggonfabrik gebaut und hat eine Leistung von 108 kW

Für weitere Details siehe:

Die LILO Teil 1: Die LILO von Neumarkt-Kallham nach Niederspaching >>>

Die LILO Teil 2: Die LILO von Linz über Eferding und Niederspaching nach Peuerbach >>>


Links

Die LILO/Linzer Lokalbahn >>>

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DEEF Doku Übersicht Stern & Hafferl >>>

DEEF Doku Passauerbahn >>>


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 20. Oktober 2021; Letzte Ergänzung: 22.10.2021