Pinkatalbahn Petition zur Reaktivierung

Rettet die Pinkatalbahn – Petition zur Reaktivierung der internationalen Verbindung

Während die Politik in den letzten Jahren einiges investiert hat, um den Schienenverkehr im Norden des Burgenlandes zu attraktivieren, scheint man gleichzeitig für das „Mezzogiorno des Burgenlandes“ und dessen hochwertige Verkehrsanbindung (lokal, regional, überregional) wenig übrig zu haben. Ja im Gegenteil, im Süden des Burgenlandes droht nun sogar der Verlust einer der letzten Schienenstränge.

Täglicher Güterzug der Pinkatalbahn erreicht den Bahnhof Friedberg (10.9.2020)

Die Pinkatalbahn, also die ehem. internationale Bahnstrecke von Friedberg (an der Thermenbahn Richtung Fehring-Graz bzw. Wechselbahn Richtung Aspang-Wien) über Oberwart, Rechnitz und die Staatsgrenze nach Szombathely (dt. Steinamanger) kann als Opfer zweier Weltkriege und einer bis heute verfehlten Verkehrspolitik gesehen werden. Nach dem 1. WK kam ein Teil der Strecke weg von Ungarn zum neu entstandenen österr. Bundesland Burgenland, nach dem 2. Weltkrieg und der Herrschaft der Kommunisten in Ungarn wurde der Eiserne Vorhang hochgezogen und in Folge 1953 der Grenzübergang geschlossen und der Eisenbahnverkehr eingestellt.

Kartengrundlage openrailwaymap

Sukzessive wurde – wie vielerorts auf Nebenbahnen in Österreich – der Verkehr auf dem verbliebenen österr. Abschnitt ausgedünnt und mit der üblichen Salamitaktik der ÖBB die Strecke schrittweise stillgelegt. Der zuletzt verbliebene Personenverkehr von Friedberg nach Oberwart wurde plötzlich mitten in der Fahrplanperiode am 1.8.2011 eingestellt und nicht – wie vorher kommuniziert – bis Großpetersdorf verlängert!

Auch der beliebte Tourismusverkehr der FrOWOS mit Motordraisinen auf der Zweigstrecke Oberwart – Oberschützen wurde zwischenzeitlich als Folge eines Wechsels in den Besitzverhältnissen der Strecke eingestellt. Ein Teil der Pinkatalbahn wurde vom Land Burgenland übernommen und es findet aktuell (2021) Güterverkehr auf der Schiene zwischen Friedberg und Rotenturm statt. Wäre es nach den ÖBB gegangen, so würde heute der Güterverkehr auf der Straße stattfinden.


Bilaterale Petition zur Reaktivierung der Gesamtstrecke

Es ist ein Armutszeugnis der Politik, dass man es nach mehr als 30 Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs immer noch nicht geschafft hat, die gerade für eine strukturschwache Region mit vielen Pendlern so wichtige hochwertige Verkehrsachse zu reaktivieren.  Im Gegenteil, man hört bereits hinter vorgehaltener Hand, dass es auch der Thermenbahn an den Kragen gehen könnte. Klar, wenn es nach dem Wunsch der Staatsbahn ÖBB geht, dann sicher, man braucht sich nur die von den ÖBB gleich selbst formulierte „strategische Planung“ Zielnetz 2025+ durchlesen. Das ist ein „Wunschkonzert“ der Staatsbahn, nur mehr auf profitablen Hauptstrecken und einiger weniger Regionalbahnstrecken fahren zu wollen. Aber zurück zur Petition!

Da man sich offenbar von Seiten der Politik im Stich gelassen fühlt, nehmen engagierte Menschen im Burgenland sowie jenseits der Grenze in Ungarn die Sache nun selbst in die Hand und beginnen, für ihre Bahn zu kämpfen. Ein höchst unterstützenswertes Projekt meinen wir!

Wir dürfen daher unsere gewogene Leserschaft bitten, die Petition für die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Friedberg – Oberwart – Szombathely (Steinamanger) zu unterzeichen, um damit den offenbar notwendigen Druck auf die Burgenländischen Politiker aufzubauen, die Strecke endlich zu reaktivieren. Hirngespinsten wie einem Radlweg statt der Eisenbahn sind eine Absage zu erteilen – wirklich erfolgreiche und für den Tourismus relevante Radwege sind überall dort zu finden, so es eine Koexistenz Eisenbahn UND Radweg gibt (bspw. Drautalradweg).


Zur Petition ZUKUNFT AUF SCHIENE – A JÖVŐ SÍNEN VAN:

openpetition.eu/!bahn

Nur gemeinsam, liebe Eisenbahnfreunde und Befürworter eines nachhaltigen Verkehrs, ist es möglich, die Politik zum Handeln im Sinne der Bürger zu „motivieren“! Unterstützen wir unsere Freunde im südlichen Burgenland!

Zugkreuzung zweier Desiro in Friedberg – es ist an der Zeit, dass es auch wieder Personenverkehr auf der Pinkatalbahn zu den ungarischen Nachbarn gibt! (Foto 10.9.2020)

Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum.

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redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org


Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 4. April 2021;  Letzte Ergänzung: –