Eisenbahnmuseum Schwechat

Das Eisenbahnmuseum Schwechat

Gleich gegenüber der Station Schwechat der S7 – somit also bestens umweltfreundlich mit Öffis zu erreichen – bietet sich den Eisenbahnfreunden eine Schatzkammer voll mit österreichischer Eisenbahngeschichte zum Angreifen.

Eines der Highlights der Sammlung, die 1072 01, vormals beschafft zur Traktion auf der Pressburger Bahn und dort als LWP Ewp bezeichnet. Von einst 1914 bis 1916 gebauten 8 Stück ist sie nun die letzte ihrer Art

Das Eisenbahnmuseum Schwechat bzw. der Verband der Eisenbahnfreunde (VEF), welcher das Museum führt, hat es sich an diesem besonderen historischen Standort – hier befand sich die Zugförderung der Lokalbahn Wien – Pressburg, kurz Pressburger Bahn – gemeinsam mit dem Partner Technisches Museum Wien, der auch einige wertvolle Exponate hier eingestellt hat, zur Aufgabe gemacht: „Das Bewahren historischen Eisenbahnmaterials unter besonderer Berücksichtigung der (alt-) österreichischen Geschichte und des technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfelds.“

Dieses Ziel schlägt sich auch in den gesammelten und ausgestellten Exponaten wider. Einige dieser Exponate wären fahrtüchtig, aber es wird immer schwieriger und kostenaufwendiger, mit historischem Material auf heutigen Schienen mit moderner Sicherungstechnik zu fahren und die Staatsbahn ÖBB ist besonders seit der „Kern-Ära“ ja nicht unbedingt dafür bekannt, besonders entgegenkommend und kulant gegenüber Anbietern von Nostalgiefahrten auf Schienen zu sein. Daher finden von Schwechat ausgehend auch kaum mehr Nostalgiefahrten statt – eigentlich jammerschade. Dabei gäbe es mit ein bisschen Wollen sicher Möglichkeiten, auf der alten Pressburger Bahn (heute S7) oder einer Zweigstrecke (Fischamend – Götzendorf oder Petronell-Carnuntum – Bruck/Leitha) Ausfahrten zu organisieren.

Viel wurde an ehrenamtlicher Arbeit geleistet, um den Besuchern heute das Eisenbahnmuseum Schwechat so präsentieren zu können. Darunter fällt auch der komplette Neubau einer Halle für die wertvollen Exponate.

Nachfolgend eine kleine Doku von meinem Besuch im Eisenbahnmuseum Schwechat im August 2016.

Im Schwechater Museum gibt es auch zahlreiche Feldbahnloks sowie dazugehörige Wagen und Gleise zu sehen. Und es wird damit auch gefahren!
Leider sind Teile der Exponate eng auf eng in den Hallen platziert, was Besichtigung und Fotographieren erschwert. Aber besser eng als mangels Hallen im Freien wie bspw. in Strasshof
Vorne Dampf (Feldbahnlok „Barbara“) und hinten Diesel – auf Feldbahngleisen geht es zu einer Fahrt durch das Außengelände des Museums

Überall gibt es Interessantes zu entdecken und auch aufzuarbeiten – die Arbeit geht hier sicher nie aus

Feldbahndampflok Barbara auf der Drehscheibe
auch eine Berglok 1020 ist hier abgestellt
Ein edler Dieseltriebwagen schlummert in einer der 4 Hallen des Museums – 5041 03 der BBÖ, Baujahr 1933
Waggon der Holzklasse der ehem. Pressburger Bahn
Die grüne Akkulok, Baujahr 1911
Bei dieser Dichte an Exponaten wünscht man den Museumsverantwortlichen, dass sie sich einmal ausbreiten können, um die Schätze auch entsprechend präsentieren zu können

ÖBB 1045 14 ist auch eine Leihgabe des Technischen Museums Wien. Denn die dort einst geplante große Halle zum Präsentieren der Lokomotiven ist bis dato leider immer noch nicht Wirklichkeit geworden…

Ein kompletter ET 4030 schlummert in einer der Hallen – wie schön wäre es, damit wieder Sonderfahrten machen zu können
Auch für das leibliche Wohl ist im Eisenbahnmuseum Schwechat gesorgt. Ein kleiner Museumsshop lädt zum Kauf von eisenbahnaffinen Souveniers ein

Fazit:

Das Eisenbahnmuseum Schwechat hat sich Dank ehrenamtlichen Einsatzes seiner Mitglieder sehr positiv entwickelt.  Speziell an Tagen mit Fahrbetrieb (immer am Wochenende) sowie Dampfbetrieb an ausgewählten Tagen kommt richtig Leben ins Museum. Wünschenswert wäre zum einen die Möglichkeit, die Exponate optimaler präsentieren zu können und zweitens, dass die betriebsfähigen Exponate auch wieder einem in „freier Wildbahn“ zu erleben wären. Nostalgiefahren wären sicher auch für das Museum die beste Werbung, auch um neue Freunde und Mitglieder gewinnen zu können.

Mein Dank gilt den Museumsverantwortlichen für die Führung durch das Museum im August 2016 und das geduldige Beantworten meiner zahlreichen Fragen. Ich komme gerne wieder einmal vorbei!


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Alle Fotos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: 26. Juni 2019; Letzte Ergänzung: