Budapest-Belgrad Eisenbahn

Ungarn / Serbien: Die internationale Magistrale Eisenbahnstrecke Budapest – Belgrad via Kelebia / Subotica (österr. Maria- Theresiopolis)

Eisenbahnstrecke Budapest Belgrad Beograd Ungarn Serbien Internationale Magistrale TEN Trans Europäische Netze
Fahrtrichtungswechsel des EC Avala im südungarischen Eisenbahnknoten Kiskunhalas am 28. Mai 2015 (Foto Archiv Dr. Michael Populorum)

Vorbemerkung

Im Frühjahr 2015 reiste ich – da auf der direkten klassischen Strecke von Salzburg nach Beograd via Tauern – Slowenien – Kroatien aktuell keine adäquaten Verbindungen angeboten werden – zum internationalen Journalistenmeeting in Budva (Montenegro) via Budapest und Belgrad an. Nachfolgend ein paar Informationen und Eindrücke zu dieser internationalen Strecke.

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Eurocity 344 /345 als direkte Verbindung von Wien über Budapest nach Belgrad

Zur Strecke

Die Bahnstrecke von Budapest nach Belgrad verläuft von Budapest als Kurbuchstrecke 150 nahezu schnurgerade nach Süden und erreicht nach 163 Kilometer den ungarischen Grenzbahnhof Kelebia. Der serbische Grenzbahnhof ist Subotica, 175 km von Budapest entfernt. Auf serbischen Gebiet verläuft die Bahnlinie zuerst schnurgerade gegen Süden nach Novi Sad, Hauptstadt der Vojvodina. Nach dem Halt in Novi Sad wird die Donau überquert (neue Brücke im Bau) und über Indija und Stara Pazova (Einmündung in die Hauptstrecke von Zagreb) verläuft der Schienenstrang Richtung Südosten Belgrad zu, welches nach 199 Tarif-km (ab Subotica) erreicht wird.

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Abfahrtsdisplay am Bahnsteig in Wien

Insgesamt sind es also ca. 370 Eisenbahnkilometer von Budapest nach Belgrad auf dem kürzesten Weg. 1882 wurde die Strecke Budapest – Kiskunhalas – Subotica eröffnet.

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Mein Waggon für die nächsten 8 Stunden von außen – ein 1. Klasse Großraumwaggon der MAV

Die Strecke ist durchgehend elektrifiziert und zwar mit 25 kV/50 Herz Wechselstrom, wobei in Subotica ein Lokwechsel stattfindet. Die Strecke ist großteils einspurig (Budapest bis Stara Pazova) und für eine „Magistrale“ ist die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h doch sehr bescheiden. Von Subotica Richtung Novi Sad zieht der Schienenstrang zwar schnurgerade und bretteleben durch die fruchtbare Ebene der Vojvodina dahin, aber der Expresszug (Eurocity EC 344/345 Avala) fährt gute 2 Stunden lang mit maximal 40 Stundenkilometer dahin – offenbar ist der Oberbau schon völlig hinüber. Das schlägt sich auch in der Fahrzeit von ca. 8 Stunden für die Gesamtstrecke nieder.


Neubau-Strecke

Da solche Leistungsmerkmale ganz und gar nicht einer internationalen Magistrale entsprechen, gibt es derzeit auch den konkreten Plan, eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den beiden Metropolen Budapest und Belgrad zu errichten. Mit dem Bau soll schon Ende 2015 begonnen werden und ab 2017 sollen die Züge für die 350 km lange Strecke zwischen den beiden Metropolen Belgrad und Budapest nur mehr ca. 2 1/2 Stunden benötigen. Die federführenden Initiatoren und Investoren kommen aus China. Die Kosten sollen ca. 1,5 Milliarden Euro betragen, wovon auf den serbischen Streckenteil (Länge 188 km) 885 Mio. Euro veranschlagt werden, wovon 370 Mio. Dank eines russischen Kredits bereits verfügbar sind.

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Das rollende plüscherne Wohnzimmer. Weit gemütlicher als die meisten Neubauten a la Railjet und Co

Betrieb

Auf der Kursbuchstrecke 150 von Budapest nach Kiskunhalas, einem wichtigen Bahnknotenpunkt und weiter nach dem Grenzbahnhof Kelebia wird ein 2-Stunden Takt angeboten im Regionalverkehr mit einer Fahrzeit von 2 Stunden und 18 Minuten. Der Eurocity 344/345 „Avala“ Wien – Budapest – Belgrad verkehrt interessanterweise nicht auf dieser Strecke, sondern nutzt die Gleisstränge weiter östlich Richtung Szeged – Kurbuchstrecke 142 bis Kecskemet, weiter Strecke 149 bis Kiskunfelegyhaza und von dort abzweigend von der Linie 142 (Richtung Szeged) nach Westen auf der Kursbuchstrecke 155 über Kiskunmajsa nach Kiskunhalas. Die Fahrzeit des EC Avala beträgt auf dieser Route 2 Stunden 37 Minuten und ist somit um einiges länger als die der Regionalzüge auf der Kursbuchstrecke 150 (2 Stunden 18 Minuten).


Die Stationen in Serbien

(Angabe Tarif-Kilometer)

Subotica, km 0

Aleksandrovo pred, km 5

Naumovicevo, km 10

Verusic, km 15

Zednik, km 20

Mali Beograd, km 26

Backa Topola, km 36

Mali Idos Polje, km 45

Mali Idos, km 48

Lovcenac, km 54

Vrbas, km 66

Zmajevo, km 81

Stepanovicevo, km 87

Kisac, km 95

Novi Sad (dt. Neusatz), km 110

Petrovaradin, km 117

Sremski Karlovci, km 122

Karlovacki Vinogradi, km 128

Cortanovci Dunav, km 131

Cortanovci, km 134

Beska, km 138

Indija, km 149

Stara Pazova, km 158

Nova Pazova, km 167

Batajnica, km 173

Zemunsko Polje, km 181

Zemun, km 186

Tosin Bunar, km 190

Novi Beograd, km 199

Beograd / Belgrad, km 199


Ein paar Fotos von der Reise

Anm.: Da die nicht zu öffnenden Fenster dreckig und mit Schlieren übersät waren bitten wir, die tw. mindere Qualität der Schnappschüsse aus dem Zug heraus zu entschuldigen.

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Station Flughafen Ferihegy, der Budapester Flughafen Liszt Ferenc Repülőtér
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Bahnhof Kiskunfélegyháza, Bahnhofsgebäude
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Bahnhof Kiskunfélegyháza, Schienenbus für eine von hier abzweigende Nebenstrecke
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Bahnhof Galambos
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Bahnhof Kiskunmajsa
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Reisen macht hungrig und durstig – auf in den ungarischen Speisewagen
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Speisewagen der MAV am EC Avala
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Das Paprikahendl schmeckte vorzüglich, begleitet von einem ungarischen Bierchen aus Sopron (vormals Ödenburg)
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Bahnhof Harkakötöny (régen Harkapuszta)
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Eisenbahnknoten in Südungarn, Kiskunhalas
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Am 19. Oktober 1912 wurde der Streckenabschnitt Kiskunhalas bis Kiskunmajsa (Streckenkilometer 20,0) eröffnet
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Im Aufnahmsgebäude von Kiskunhalas
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Triebwagen 416 037 der MAV Start am 28. Mai 2015 im Bahnhof Kiskunhalas
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Ein reger Verkehr ist in Kiskunhalas zu beobachten
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Auch eine „Taigatrommel“ konnte neben dem Heizhaus in Kiskunhalas gesichtet werden
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Roter Mohn im Südungarischen vor dem Grenzbahnhof Kelebia
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Bahnhof Kisszállás, Streckenkilometer 152 ab Budapest (Kursbuchstrecke 150)
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Ungarischer Grenzbahn Kelebia, 163 Streckenkilometer von Budapest entfernt
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Schon auf serbischen Gebiet vor Subotica zeigen sich alte rostige Dampfröser zwischen den Gebüschen
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Subotica (dt. Subotitz), der serbische Grenzbahnhof. Die serbische Lokomotive für den EC Avala ist im anrollen
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Gleich gehts mit neuer Power weiter gen Belgrad – Zuglok 441-752 vor dem EC Avala
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Die Zeleznice Srbije ist das Nachfolge-EVU der ehem. Jugoslawischen Staats-Eisenbahngesellschaft JZ Jugoslovenske Železnice (Југословенске Железнице, JŽ-ЈЖ)
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Typenschild
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Der Charme Altösterreichs ist im Bahnhof von Subotica noch allgegenwärtig
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Bahnhof Subotica Bahnhofshalle
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Marmorsäulen im Bahnhof Subotica
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Aufnahmegebäude Bahnhof Subotica straßenseitig
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Bautrupp der Serbischen Eisenbahn, der Arbeitswagen noch mit den Insignien der JZ, im Bahnhof Subotica
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Bahnhofsgebäude von Zednik
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Bahnhofsgebäude von Backa Topola
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Bahnhofsgebäude von Lovcnenac
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Gemütlches und ansprechendes Aufnahmsgebäude Bahnhof Vrbas
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Bahnhofs-Ensemble Vrbas
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Schnurgerade durch die Vojvodina zwischen Kisac und Vrbas
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Bahnhof Kisac
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Bahnhof Novi Sad. Moderner Betonbau, erinnerte mich auf den ersten Blick an den Bahnhof von Jesenice
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Die Zeiten der Behelfsbrücke über die Donau bei Novi Sad sind bald Geschichte – die neue Brücke ist im Entstehen. Eine Nachwehe des Nato-Terror-Bombardements auf Serbien im Jugoslawienkrieg Anfang der 1990er Jahre
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Nordportal des ca. 3? km langen Tunnels südlich des Bahnhofs Karlovacki Vinogradi
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Das mächtige Bahnhofsgebäude von Indija
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Bahnhof Stara Pazova
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Bahnhof Zemunsko Polje
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Die schon leicht marode Brücke über die Save zwischen Novi Beograd und Beograd
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Der Bahnhof von Belgrad ist eine Sehenswürdigkeit an sich… bester Blick aufs Geschehen vom Bahnhofsbuffet aus. Man fühlt sich geborgen dort wie in einem Mühlviertler Vierkanter
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Schmeckt sehr gut – Jelen Pivo, „das“ Serbische Bier, hier genossen im Bahnhofsbuffet im denkmalgeschützten Bahnhof von Belgrad
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Bei der Rückfahrt von Belgrad ein Wohnzimmer-Abteilwaggon
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Bei der Rückfahrt wurde im Speisewagen ein ungarisches Gulasch mit Nockerl bestellt, dazu Essiggurken und natürlich ungarisches Bier aus Sopron. Da macht das Reisen doppelt Freude

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 20. September 2015;  Seiten-Relaunch 12.4.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 12.4.2026