Udine-Cividale Eisenbahn

Ferrovia Udine Cividale / Eisenbahnstrecke Udine Cividale. Von Udine nach Cividale del Friuli

Ferrovia Udine Cividale Eisenbahn Italien Friaul FUC
2 Fiat-Triebwägen der FUC im neuen Bahnhof von Cividale (Foto vom 31. Juli 2013 Archiv Dr. Michael Populorum)

Allgemeines

Die Bahnlinie Udine – Cividale del Friuli ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte normalspurige Nebenbahn, welche vom Bahnhof Udine (Endpunkt der „Pontebbana“) ca. 15 km ostwärts ins traditionsreiche Städchen Cividale del Friuli (11.376 Einwohner) führt.

Die Strecke wurde am 24. Juni 1886 eröffnet. Die Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten. Betreiber ist seit 1. Jänner 2005 die regionale Eisenbahngesellschaft Società Ferrovie Udine Cividale s.r.l. (FUC), welche auch in Kooperation mit der ÖBB täglich 2 Zugpaare von Villach über die Pontebbana nach Udine führt. Vor 2005 war der Betreiber die italienische Staatsbahn FS.

Ferrovia Udine Cividale Eisenbahn Italien Friaul FUC
Logo der FUC auf einem Dieseltriebwagen Type ALn

Neben 3 älteren Fiat-Triebwägen samt Beiwagen finden sich noch 2 neue Stadler GTW im Fuhrpark des Eisenbahnunternehmens. Im Jahr 2010 wurden ca. 500.000 Passagiere befördert. Angeboten wird ein Stundentakt (keine Zugkreuzungen), der in Stoßzeiten zu einem Halbstundentakt verdichtet wird.

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ALn 663 904UC am 31.7.2013 bei der Ausfahrt vom Bahnhof Cividale zurück nach Udine
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Innenleben der Fiat-Triebwägen. Sie wurden nachträglich klimatisiert, gute Wirkung, Fenster nach wie vor zu öffnen (freut die Fotographen). Farbvariante blau
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Innenleben der Fiat-Triebwägen. Sie wurden nachträglich klimatisiert, gute Wirkung, Fenster nach wie vor zu öffnen (freut die Fotographen). Farbvariante rot/orange

Von 1916 (Isonzoschlachten) bzw. 1921 (zivile Nutzung) bis 1932 führte eine 750 mm Schmalspurbahn von Cividale weiter durch die Natisonetäler nach Karfreit, wo die Italiener in der 12. und letzten Isonzoschlacht vernichtend von den Österreich-Ungarischen Truppen geschlagen wurden. Heute heißt dieser ehemalige Endpunkt, der jetzt auf slowenischem Staatsgebiet liegt, slowenisch Kobarit bzw. ital. Caporetto.

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Zuglaufschild außen am Triebwagen

Update 2026: Basierend auf einer Vereinbarung zwischen dem bisherigen Eigentümer der Strecke, der Region Friaul-Julisch Venetien und dem Infrastrukturbetreiber der Italienischen Staatsbahn Rete Ferroviaria Italiana (RFI) aus dem Jahre 2020 wurde die Infrastruktur nachfolgend an die RFI übertragen, der Betrieb erfolgt weiter durch die FUC. Im Mai 2024 wurde die Strecke durch die RFI gesperrt, mehrmalige Anläufe zur Wiederinbetriebnahme scheiterten (warum auch immer). Stand März 2026 soll die Strecke im April 2026 wieder offen sein.

Ab dem Jahr 2029 soll die Strecke elektrifiziert werden.

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2 Triebwägen im Endbahnhof Cividale del Friuli

Die Stationen

Udine, Bahnhof, km 0,0; 126 m ü.d.M

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Der Hauptbahnhof von Udine. Udine hat ca. 100.000 Einwohner und ist Hauptstadt der Provinz Udine in der Region Friaul-Julisch Venetien
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Fiat Typ ALn 663 im Bahnhof von Udine bereit zur Fahr gen Cividale. Links im Hintergrund ein Frecciabianca
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Abfahrtsmonitor am Bahnsteig im Bf Udine
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Empfehlenswert die Bahnhofsbar in Udine, wo man auch Nudelgerichte und Pizza aus einem grossen Pizzaofen ordern kann. Leider ist der Bierpreis mit 4,40 für 0,4 l Perroni doch etwas heftig. Günstiger Prosecco oder Vino de la casa

San Gottardo, Haltestelle, km 4,1 (seit 2008)

Remanzacco, Bahnhof, km 7,1

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Bahnhof Remanzacco

Moimacco, Haltestelle, km 11,2

Bottenicco Zona Industriale, Haltestelle, km 12,7

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Haltestelle Bottenicco Zona Industriale

Cividale del Friuli, Bahnhof, km 15,3; 134 m ü.d.M.

Der neue Bahnhof von Cividale (seit 2008) ist zwar innen klimatisiert, versprüht jedoch mit dem angebauten Busbahnhof eher Bunkeratmosphäre als irgendein Wohlgefühl. Ganz anders der ca. 100 m entfernt liegende alte Bahnhof, der menschliche Dimensionen und Harmonie zeigt und wo auch nach wie vor die gut gehende Bar lokalisiert ist.

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Bahnsteige des neuen Bahnhofs von Cividale
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Neuer Bahnhof Cividale innen
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Der neue Beton/Glasbahnhof Cividale (seit 2008)
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Geparkter ALn
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Alter Bahnhof von Cividale
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Alter Bahnhof Cividale (bis 2008)
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Türdetail alter Bahnhof Cividale (bis 2008)
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Alter Bahnhof Cividale (bis 2008) – ehemaliges WC
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Alter Bahnhof Cividale (bis 2008) mit überdachter Veranda
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Bar mit Gastgarten – wie meist in Italien Kommunikations- und Informationsdrehscheibe des Ortes
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Bar alter Bahnhof Cividale innen – wie meist in Italien Kommunikations- und Informationsdrehscheibe des Dorfes
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Alter Bahnhof von Cividale – Detail Uhr im Giebel

Cividale di Friuli ist ein traditionsreiches und gemütliches Städtchen. Der österreichische/deutsche Name war Östrich, wohl abgeleitet vom 776 n. Chr. von den Franken vergebenen Namen Civitas Austriae. Die ursprünglich keltische Siedlung wurde von Julius Caesar zur Stadt erhoben (Forum Iulii). Es lohnt sich hier die guten tw. deftigen Gerichte zu kosten und einen herrlichen Humpen Wein dazu zu trinken!

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Altstadt von Cividale
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ALn im neuen Bahnhof von Cividale del Friuli
Ferrovia Udine Cividale Eisenbahn Italien Friaul FUC
ALn der FUC im neuen Bahnhof von Cividale del Friuli am Hausbahnsteig

Die Karfreiter Bahn

Karfreiter Bahn Bahnstrecke Cividale–Kobarid Ferrovia Cividale–Caporetto, Železniška proga Čedad–Kobarid Eisenbahn Friaul Italien Österreich
Ex Cividale – Karfreit: Ehem. Bahnhof Cividale Barbetta (Quelle: Wikipedia gemeinfrei)

Die Bahnstrecke Cividale–Kobarid (italienisch: Ferrovia Cividale–Caporetto, slowenisch: Železniška proga Čedad–Kobarid) war ursprünglich eine italienische Heeresfeldbahn mit einer Spurweite von 750 mm, die nach dem Ersten Weltkrieg als öffentliche Eisenbahn verwendet wurde. Sie verlief von Cividale del Friuli in Friaul bis nach Kobarid im heutigen Slowenien und verband von 1916 bis 1932 das Natisonetal mit dem Isonzotal.

Die Schmalspurbahn(750mm) vom italienischen Cividale bis nach Karfreit(= Kobarid, Caporetto) in der (ehemaligen) österreichischen Provinz „Küstenland“ umfasste eine Länge von ca. 30 Kilometern und eine Höchststeigung von ca. 12 Promill. Betrieben wurde sie mit Dampf.

Der Bau begann im Jahr 1915 anlässlich des Kriegseintritts Italiens gegen Österreich-Ungarn von italienischer Seite aus. Diese neue Linie stand in erster Linie im Dienst der Versorgung der neuen „Isonzo-Front“. Daneben wurden aber auch zivile Transporte abgewickelt. Nach 1918 diente sie dann ausschließlich dem Zivilverkehr und wurde im Jahr 1932 aus Kostengründen aufgelassen. Als Ersatz wurde damals eine Autobuslinie eingerichtet.

Karfreiter Bahn Bahnstrecke Cividale–Kobarid Ferrovia Cividale–Caporetto, Železniška proga Čedad–Kobarid Eisenbahn Friaul Italien Österreich
Ex Cividale – Karfreit: Station Stupizza (Quelle: Wikipedia gemeinfrei)

Ursprünglich ging die Bahn vom Insel-Bahnhof „Cividale Barbetta“ aus und reichte ab 1916 – die damalige Staatsgrenze bereits überwindend – bis nach Suschid(Susida, Suzid) bei Karfreit. Die damaligen Zwischenstationen waren: Ponte San Quirino, San Pietro a.N., Brischis, Pulfero, Loch, Stupizza, Buzzard und Robis.

Im Zuge der österreichischen Offensive von 1917 wurde die Linie schwer beschädigt, konnte jedoch bis zum Frühjahr 1918 repariert und wieder in Betrieb genommen werden. Die Österreicher standen 1918 immerhin am Piave, mussten das eroberte Gebiet aber schließlich wieder aufgeben und auf der „Friedenskonferenz von St. Germain“ wurde dann die neue italienische Ostgrenze gezogen. Quelle: Elob (Elmar Oberegger „Karfreiter Bahn“).

Karfreiter Bahn Bahnstrecke Cividale–Kobarid Ferrovia Cividale–Caporetto, Železniška proga Čedad–Kobarid Eisenbahn Friaul Italien Österreich
Ex Cividale – Karfreit: Station Stupizza (Quelle: Wikipedia gemeinfrei)

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 7.10.2013;  Seiten-Relaunch: 23.3.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 24.3.2026