Würzburger Straßenbahn

Rückgrat des Öffentlichen Verkehrs in Würzburg – die Würzburger Straßenbahn (Straba)

Straßenbahn Straba Würzburg Tram Bayern Deutschland
„Die Kauzen“ hat die 91 Promille Steigung nach Heuchelhof geschafft und die HS Madrider Ring erreicht (25.4.2014, Archiv Dr. Michael Populorum)

Allgemeines, Geschichte

Es war ein langer Weg bis Würzburg seine erste Straßenbahn, eine Pferdestraßenbahn, bekam. Bereits 1875 gab es die ersten Bestrebungen dazu, jedoch dauerte es bis zum Jahr 1892, bis die erste Linie der Pferdestraßenbahnlinie eröffnet werden konnte. Am 8. April 1892 wurde der 2,2 Kilometer lange Teilabschnitt Sanderau – Dom – Sandgasse abgenommen und am darauffolgenden Tag für den planmäßigen Fahrgastverkehr freigegeben. Dabei hatte es sich bewährt, dass am 3. August 1891 die private Würzburger Straßenbahn, Havestad, Contag & Cie gegründet wurde, die das Projekt entsprechend vorantrieb.

Relativ schnell ging es dann jedoch bei der Umwandlung der Pferdestraßenbahn in eine moderne elektrische Straßenbahn: Nachdem im Jahr 1899 die Würzburger Straßenbahn AG gegründet und im gleichen Jahr von der Elektrizitätsgesellschaft vorm. Schuckert & Cie aus Nürnberg, ein E-Werk gebaut wurde, konnte im Jahr 1900 die erste elektrische Linie in Würzburg eröffnet werden. Weitere Linien, die schon tw. vorher geplant waren, wurden nun in elektrischer Traktion errichtet, u.a. nach Sanderau und Zellerau.

Die Strecke Hauptbahnhof – Sandering durch die Altstadt mit dem markanten Killiansdom wird als Stammstrecke bezeichnet, da sie von allen Linien benutzt wird. Interessant auch fürs Sightseeing.

Straßenbahn Straba Würzburg Tram Bayern Deutschland
Würzburger Innenstadt mit Straba
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Würzburger Innenstadt mit Straba
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Würzburger Innenstadt mit Straba
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Würzburger Innenstadt mit Straba

Einige Kennzahlen

Die Straba in Würzburg verkehrt auf einer Meterspur (1000 mm) und der Fahrdraht wird mit 750 Volt Gleichstrom gespeist. Insgesamt 5 Linien gibt es aktuell mit einer Streckenlänge von 19,7 km, einer Gleislänge von 42 km, wobei 48 Haltestellen bedient werden.

Das Rollmaterial wird in 2 Betriebshöfen (alt: Sanderau an der Haltestelle Fechenbachstraße, zusätzlich neu Gewerbegebiet Heuchelhof-Rottenbauer an der ehemaligen Haltestelle Stauffenbergstraße) abgestellt.

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Einfahrt in die neue Remise Heuchelhof am Streckenast Richtung Rottenbauer nächst der Haltestelle Max-Mengeringhausen-Straße
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Blick in die alte Remise in Sanderau
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Modell vor dem Eingang der alten Remise
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Modell vor dem Eingang der alten Remise

Betreiber der Straba Würzburg ist die Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB), wobei im Jahr 2020 insgesamt 19,4 Millionen Fahrgäste befördert wurden. Die Straba ist in den Verkehrverbund Nahverkehr Mainfranken (NVM) integriert.

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Moderner Niederflur-GT-N Nummer 256 als Linie 1 in der HS Dom mitten in der Innenstadt
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Moderner Niederflur-GT-N Nummer 256 in derWendeschleife Sanderau (HS Königsberger Straße), von wo die Straba dann als Linie 4 nach Zellerau (HS Mainau) fährt
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Moderner Niederflur-GT-N Nummer 256 als Linie 4 nach Zellerau (HS Mainau)
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Haltestellenschild am Endhalt Königsberger Straße
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Linie 4 Richtung Sanderau
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Modernes Innenleben im GT-N
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Ehemaliger Bürgerbräu mit Straba
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Display in der Haltestelle Mainaustraße
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Straba Nummer 253 in der Haltestelle Mainaustraße als Linie 2 Richtung Hauptbahnhof

Die Linien

(Basis Stand 2014)

Linie 1: Streckenast Grombühl Uni-Kliniken – Hauptbahnhof – Juliuspromenade – Stadtmitte – Sanderring – Sanderau

Linie 2: Streckenast Hauptbahnhof – Juliuspromenade – Wörthstraße – Zellerau

Linie 3:Streckenast Hauptbahnhof – Juliuspromenade – Stadtmitte – Sanderring – Steinbachtal – Heidingsfeld – Heuchelhof

Linie 4: Streckenast Sanderau – Sanderring – Stadtmitte – Wörthstraße – Zellerau

Linie 5: Streckenast Grombühl Uni-Kliniken – Hauptbahnhof – Juliuspromenade – Stadtmitte – Sanderring – Steinbachtal – Heidingsfeld – Heuchelhof – Rottenbauer

Als Besonderheit ist zu vermerken, daß die Fahrzeuge oftmals eine „wechselnde Linienführung“ haben („Umlaufverknüpfungen“), dh. bspw. fährt ein Fahrzeug vom Hauptbahnhof als Linie 1 nach Sanderau, um dann dort zur Linie 4 Richtung Zellerau zu werden. An Sonn- und Feiertagen verkehren nur 3 Linien, die jedoch die beiden anderen Linien mitbedienen.

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Auf die lange Bank geschoben wurde bis dato immer die Gestaltung und die Haltestellensituation am Hauptbahnhof, wo es mehrere HS gibt. Straba Nr. 204 vor dem Haupteingang Hbf
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Abfahrtstafel Hauptbahnhof West
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Blick in den Einstieg des nachträglich adaptierten Niederflurteils eines GT-E.
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Innenansicht GT-E.
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GT-E Nummer 208 in der Wendeschleife beim Hbf
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GT-E Nummer 208 in der Wendeschleife Rottenbauer (Linie 5)

Weiters ist zu beachten, dass manche Endhaltestellen Ortsteile bezeichnen und nicht als Haltestellennamen vorzufinden sind, nämlich: Sanderau, Enhaltestelle „Königsberger Strasse“; Zellerau, Endhaltestelle „Mainaustrasse“; Grombühl, Endhaltestelle „Uni-Klinikum Bereich D“ bzw. „Robert-Koch-Strasse“; Heuchelhof, Endhaltstelle „Athener Ring“.

Die Ansage der Haltestellen erfolgt durch Kinder/Jugendliche, ähnlich wie ich das vor Jahren schon bei der Hamburger U-Bahn erleben konnte.

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GT-N Nummer 251 auf dem eigenständigen Trassee aus Richtung Zellerau kommend bei der Einfahrt in die Station Talavera

Fahrzeuge

Neben modernen, durchgängigen Niederflurgarnituren sind auch noch modernisierte mit einem niederflurigen Mittelteil ausgestattete Hochflurer im Einsatz, insgesamt 40 Fahrzeuge, die 3 Typen zugeordnet werden können. Zusätzlich noch einige historische Fahrzeuge, die auch für Extrafahrten angemietet werden können („Würzburger Schoppenexpress“).

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Oldtimer Nr. 291, Baujahr 1956 bei einer Rundfahrt in der HS Juliuspromenade
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Oldtimer Nr. 291, Baujahr 1956 bei einer Rundfahrt in der HS Juliuspromenade

6 dreiteilige GTW-D8 (Fahrzeugnummern 236, 238, 243 bis 246)

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Triebwagen 238 bei der Einfahrt in die Station Talavera

14 dreiteilige GT-E (Fahrzeugnummern 201 bis 214)

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Triebwagen 201 (Beklebung Kauzen Bräu) in der Station Juliuspromenade Richtung Hbf.

20 fünfteilige GT-N (Fahrzeugnummern 250 bis 269)

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Triebwagen 268 in Heuchelhof von der Wendeschleife Athener Ring kommend
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Schienenpflegewagen von der Löwenbrücke kommend Richtung Sandering (Ex 251 aus Bielefeld, umgebaut in Würzburg 1990)

Ausbaumaßnahmen

Nachdem die Straba bereits 2x kurzfristig stillgelegt war (u.a. kurz nach dem 1. WK) und sich auch in den 1960er Jahre Diskussionen über den Ausbau entwickelten, gilt die Straba heute als etabliert. Besonders positiv haben sich die partiellen Verlegungen der Straba-Schienen auf ein eigenes Trasse erwiesen, wodurch deutliche Fahrzeitgewinne erzielt werden können.

Der letzte Ausbau war die Erschließung des Gebietes Heuchelhof/Rottenbauer, wohin die Straba mit zum Teil beachtlicher Steigung (91 Promille) als Überlandstrassenbahn fährt. Heuchelhof wurde 1989 erreicht, Rottenbauer als bis dato letzte Neubaustrecke 1997.

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Neben der Straba sind auch die 28 Stadtbuslinien von großer Bedeutung im öffentlichen Verkehr Würzburgs
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Gelenkbus im Einsatz auf der Linie 12

Von weiteren Ausbauplänen hört man viel, bis dato wird leider nur darüber gesprochen, denn auch in Würzburg scheint Ebbe in der kommunalen Kasse zu herrschen und obendrein – so wurde mir bei meinem Besuch im Frühjahr 2014 zumindest gesagt – habe man nun einen Bürgermeister von der CDU bekommen und diese Partei hält es ja bekanntlich mehr mit der Autolobby statt mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs – zumindest sagte man mir das in netter Runde bei einem (nein mehreren) Schoppen Scheurebe im Wirtshaus Lämmle).

Den vielerorts zu hörenden lapidaren Bemerkungen der Kommunen „Kein Geld“ wenn es um den Ausbau des öffentlichen Verkehrs geht ist jedoch entschieden entgegenzutreten. Es kann nicht angehen dass hier auf Jahrzehnte hin wichtige Investitionen zum (gesundheitlichen) Wohl der Bürger verschleppt werden – hier sind alternative Finanzierungsmodelle anzudenken (bspw. PPP-Modelle), schließlich sind Infrastrukturinvestitionen Investitionen in die Zukunft – so hat man das bis dato ja immer gehört. Am Konkretesten scheinen Ausbaupläne der Linie 6 in Richtung Frauenland und Hubland (u.a. Universitätserweiterung) zu sein, wie mir ein Straba-Fahrer vor Ort mitteilte. Traurig stimmt die Tatsache, dass der Verkehr in den Innenstadtbereich von Heidingsfeld/Ostbahnhof (Abzweig Reuterstrasse von der Linie Richtung Heuchelhof/Rottenbauer) nun gänzlich Geschichte sein dürfte, zumindest bis auf weiteres. 2014 wurden nach einer letzten Sonderfahrt im Jahr 2013 partiell die Schienen herausgerissen.

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Auf gehts mit dem GT-N Nr. 268 nach Heuchelhof (Foto in der Innenstadt)
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Auf gehts mit dem GT-N Nr. 268 nach Heuchelhof (Foto in der Wendeschleife Athener Ring)
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Haltestellen-Display Athener Ring
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„Die Kauzen“ hat die 91 Promille Steigung nach Heuchelhof geschafft und die HS Madrider Ring erreicht
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Nach dem Abbiegen auf den Streckenast Richtung Rottenbauer kreuzt die „Kauzen“ mit der „Möma“
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GT-E 204 hat ebenfalls die Steigung geschafft
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Zurück Richtung Innenstadt geht es mit GT-N 268
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Die Station Reuterplatz ist ein Umsteigeknoten zu den Buslinien
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Straba 253 auf eigenem Trassee (Wiesengleise)
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Vom Reuterplatz führen Schienen hinein ins Zentrum von Heidingsfeld und dem Ostbahnhof. Das ist seit 2013 leider Geschichte (Begründung: Brüchige Betonmasten der Oberleitung und marode Schienen)

Mit einem lauten „Glück auf“ wünsche ich der Straba Würzburg eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte und der Stadt Würzburg weise Politiker, die die nötigen Geldmittel für einen (groß) zügigen Weiterausbau der Straba zeitnah zur Verfügung stellen werden. Auch der angedachte Weg zu einer Regionalstadtbahn nach Karlsruher Muster sollte weiter verfolgt und zeitnah umgesetzt werden.

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GT-N 259 in der wichtigen Innenstadtstation Juliuspromenade
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GT-E 213 verläßt die Löwenbrücke (Achtung: Auf die zahlreichen Radlfahrer muß man in Würzburg in mehrer Hinsicht immer extrem aufpassen)

Würzburg

Bayern, Regierungssitz des Bezirks Unterfranken, 133.258 Einwohner (12/2024), klassische Universitätsstadt, lebendige, lebensfrohe Stadt am Main, wozu sicher auch der gute „Bocksbeutel-Wein“ der umliegenden Rebflächen beiträgt. Trotz angelsächsischen Bombenterror Anfang 1945 zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten vorhanden. UNESCO Weltkulturerbe Würzburger Residenz mit Hofgarten (seit 1981).

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Festung Marienberg von der alten Mainbrücke aus
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Normalerweise im 40-Minuten-Takt fährt die Buslinie vom Zentrum auf die Festung Marienberg hinauf (im Sommer)
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Würzburger Residenz mit Hofgarten
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Kurvengeist signalisiert GT-N Nr. 265 vor dem Killiansdom

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 17. Mai 2014;  Seiten-Relaunch 15.5.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 16.5.2026