Papa-Csorna Eisenbahn Ungarn

Ungarn: Eisenbahnstrecke 14 Papa-Csorna (dt. Poppa-Gschirnau)

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Bahnhof Papa, Westungarn: Frau Bahnhofsvorstand stapfte für jeden abzufertigenden Zug nach draussen und hob gebieterisch die Winkerkelle (Foto 2015 Archiv Dr. Michael Populorum)

Allgemeines, Geschichte, Betrieb

Die in Ungarn als Linie 14 titulierte Strecke von Papa (dt. Poppa) nach Csorna (dt. Gschirnau) ist eine normalspurige, eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in der westungarischen Region Westtransdanubien mit einer Länge von 37 km, Kilometrierung beginnend in Csorna.

Karte Eisenbahnstrecken Westungarn
Karte Eisenbahnstrecken Westungarn (Quelle: Wikipedia gemeinfrei)

Die Eröffnung der Strecke erfolgte am 1. August 1896 als Vincinalbahn, der Hauptgrund für die Errichtung der Bahnlinie war der Gütertransport vor allem von Getreide, Zuckerrüben und Holz aus den Esterhazy-Latifundien.

Am 4. März 2007 wurde der Personenverkehr eingestellt, ein Busverkehr sollte aufgezogen werden. Da dieser überhaupt nicht erfolgreich war, wurde der Personenverkehr mit der Eisenbahn am 4. Juli 2010 wieder aufgenommen.

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Viel Betrieb ist in den beiden Bahnknoten Csorna und Papa – hier Papa mit links 117 177 (Triebwagen Papa – Csorna), Mitte Diesellok 418 164 mit einem Holzzug am Haken und rechts Triebwagen 117 378 mit Beiwagen (Györ – Celldömölk)

Zum Einsatz kommen Dieseltriebwägen der Reihe Bzmot (gebaut bei Vagonka Studenka in Tschechien). Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke beträgt 60 km/h, teilweise scheint der Oberbau dringend sanierungsbedürftig zu sein. So „authentisch“ eine Fahrt auch auf dieser Strecke für einen Eisenbahnforscher oder Eisenbahnfetischisten sein mag – Nebenbahnromantik pur – so gering ist die Attraktivität für einen täglichen Nutzer (Pendler) vor Ort und damit eben nicht zukunftssicher. Überhaupt nur im Schritttempo ging es über 3 hintereinander situierte genietete Eisenbrücken (aus 1896??), die bei der Überquerung deutlich hörbar zu ächzen schienen.

Fahrt für die Foto-Doku am 13. Mai 2015, ab Papa 15.04, an Csorna 15.54. Insgesamt waren 3 Personen an Bord, nämlich der Triebfahrzeugführer, der Schaffner sowie ich als einziger Fahrgast auf der gesamten Strecke. Wie ich gesehen habe stiegen für die Rückfahrt von Csorna nach Papa deutlich mehr Fahrgäste ein.

Die Fahrzeit beträgt 50 Minuten, es gibt aktuell in jede Richtung nur 2 Züge am Tag (vormittags/morgens sowie am Nachmittag, Stand 2015).

Update 2026: Es verkehren 3 tägliche Zugpaare direkt, Fahrzeit 1 Stunde. Ansonsten stündliche Verbindungen über Györ, dabei kürzeste Fahrzeit 1 Stunde und 19 Minuten, sonst 1 Stunde und 57 Minuten, also doppelt so lange wie die Direttissima.

Der Betrieb wurde per April 2026 nicht mehr von der MAV sondern von der Gysev abgewickelt. Die Gysev plant den Einsatz von moderneren Triebwagen.


Die Stationen

Csorna (Gschirnau) km 0,0 (Übergang zur Linie 8 Sopron-Györ, Linie 16 Hegyeshalom – Szombathely)

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Bahnhof Csorna. Csorna (Gschirnau) hat 10.585 Einwohner, bekannteste Sehenswürdigkeit ist die Prämonstratenserabtei Csorna
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Am Bahnhof gibt es noch Personal. Fahrdienstleiterin wurde gesichtet, die Kassa war auch besetzt
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Dieselstrecken und elektrifizierte Strecken kreuzen sich in Csorna
Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Der Triebwagen, eben aus Papa angekommen, wird gleich wieder zurückfahren nach Papa
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Gemütliches Innenleben im Triebwagen und als einziger Fahrgast auch viel Platz. Leider sind die Fenster nur zu kippen, das freut den Fotographen eher weniger
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Intercity aus Richtung Györ-Budapest kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Csorna, die Linie 14 nach Papa biegt hier nach Süden ab, ohne Strommasten

Rábapordány (Raabprodersdorf) km 7

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Stationsgebäude Rábapordány (Raabprodersdorf)

Bei allen Bahnhofsgebäuden auf der Strecke sind Türen und Fenster verbrettert, der Warteraum teilweise offen (aber ohne Tür). Wirkt alles eher desolat als romantisch.

Egyed-Rábacsanak (Engelsfeld-Schenkenfeld), Bahnhof, km 14

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Bahnhofsgebäude Egyed-Rábacsanak (Engelsfeld-Schenkenfeld)

Emmamajor km 16, aktuell nicht bedient
Szany-Rábaszentandrás (Lichtenwald-St. Andrä in der Raabau), Bahnhof, km 18

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Bahnhofsgebäude Szany-Rábaszentandrás (Lichtenwald-St. Andrä in der Raabau)

Auch in diesem Bahnhof wären Zugkreuzungen möglich, auf der Fahrt gab es jedoch keine einzige Kreuzung. Dennoch setzte der Zugbegleiter offenbar jedesmal per Handy eine Meldung ab, dass der Bahnhof erreicht wurde.

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Desolate Brücken waren schon oftmals Gründe für die Einstellung von Nebenbahnen

Rábahíd km 20
Marcaltő (Marzeltal) km 23

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Marcaltő (Marzeltal). Wie oft wird auf dieser Bank vor dem Bahnhofsgebäude jemand sitzen?

Nemesgörzsöny km 29

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Auch eine Moorlandschaft wird durchfahren
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Station Nemesgörzsöny – Niemand stieg unterwegs ein – aussteigen konnte niemand da ich der einzige Fahrgast war

Ihász, Bahnhof, aktuell nicht bedient, km 33
Papa (Poppa), km 37 (Übergang Linie 10 Györ – Celldömölk, Linie 13 Tatabanya)

Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Triebwagen 117 177, mit dem ich die Fahrt von Papa nach Csorna geniessen konnte, im Bahnhof Papa
Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Das außen und innen herrschaftlich wirkende Bahnhofsgebäude von Papa. Leider ist das Bahnhofsrestaurant (Etterem) außer Funktion
Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Bahnhofsgebäude Papa innen
Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Persönliche Abfertigung der Züge
Csorna Papa Eisenbahn Ungarn Gysev
Kesselwagenzug mit 628 302 vorgespannt vor der Abfahrt gen Celldömölk

Papa, das Barockjuwel

Papa Stadt Ungarn
Eines der Wahrzeichen der Stadt, das Esterhazy Schloss

Papa, die Barockstadt, sollte schon besucht werden, soviel Zeit muss sein. Papa hat 32.473 Einwohner. Der Bahnhof liegt etwas ausserhalb des Zentrums, ist aber fussläufig angenehm in ca. 15 Minuten zu erreichen. Oder man nimmt den Bus, meist einen ungarischen „Ikarus“, der gegenüber des Bahnhofs am Busbahnhof (mit Buffet) abfährt. Der Spaziergang durch die Esterhazy Strasse ins Zentrum ist intererssant, man spaziert durch eine Allee mit Bänken zum Ausruhen alle 50 Meter und links und rechts eine Villa nach der anderen, alte und neue, bewohnte oder zu verkaufen, prächtige Bauten. Offenbar die Strasse der Reichen von ganz Ungarn.

Papa Stadt Ungarn
Die kath. Kirche St. Stephan, ein weiteres Wahrzeichen der Barockstadt Papa
Papa Stadt Ungarn
In der Fußgängerzone
Ikarus Autobus Ungarn
Auch die Busfreunde kommen auf ihre Rechnung – Setra, Mercedes Benz und MAN in Ehren, aber ein Ikarus aus Ungarn ist schon was besonderes 🙂

Links

Betreiber GYSEV >>>

DEEF-Dokumentation Die internationale Magistrale Budapest – Belgrad via Kelebia / Subotica (österr. Maria- Theresiopolis) >>>

DEEF-Dokumentation Die Vororte-Linie H 5 Budapest – (Szentendre Budapesti Helyiérdekű Vasút, BHÉV) >>>

DEEF-Dokumentation Schwabenbergbahn – Zahnradbahn auf den Schwabenberg in Budapest (ungar. Svábhegy) >>>

DEEF-Dokumentation Pioniereisenbahn Budapest – MÁV Zrt. Széchenyi-hegyi Gyermekvasút >>>


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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 14. Mai 2015;  Seiten-Relaunch 26.6.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 26.6.2026