Sarajevo Trolleybus

BIH: Der Obus in der Bosnischen Hauptstadt Sarajevo

Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Dichtes Gedränge am Endhalt Dobrinja. Die Grenze zur Republik Serbien ist in dieser Satellitenstadt zum Greifen nahe

Allgemeines, Betrieb

Der Obus von Sarajevo stellt neben der Straßenbahn Sarajevo die zweite Säule im Öffentlichen Personen-Nahverkehr in der Bosnischen Hauptstadt dar. Während die Anfänge der Straßenbahn in das Jahr 1885 zurückreichen wurde der Obus erst in Hinblick auf die Olympischen Winterspiele in Sarajevo 1982 eingeführt.

Wie bei der Straßenbahn setzt man auch beim Obus auf Fahrzeuge, die man gebraucht und daher wohl günstig von ausländischen Obus-Betrieben gekauft hat. Deutsches und Schweizerisches Material befindet sich aktuell im Einsatz.

Der Betreiber von Obus und Straßenbahn ist derselbe, nämlich JKP GRAS Sarajevo (Javno Komunalno Preduzeće – Gradski Saobraćaj Sarajevo, übersetzt: Öffentliches Kommunales Unternehmen – Städtischer Verkehr Sarajevo). Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass es getrennte Fahrkarten für Straßenbahn (modern mit Magentstreifen) und Obus (historisch mit Lochung) gibt. Das sollte man doch vereinheitlichen können!

Stand 2017 werden 5 Linien geführt und 30 Haltestellen bedient.

Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Ein Dreiachs-Obus. Nummer 4429 – ein MAN – fuhr früher im deutschen Solingen

Update 2026:

Es werden 8 Linien mit 42 Haltestellen bedient (Linien 101 bis 108). Aufgrund von Streckenerweiterungen (geplant u.a. Anbindung des Flughafens) wurden ab 2021 erstmals Neufahrzeuge bestellt, die teilweise bereits ausgeliefert wurden. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge der Hersteller Belkommunmasch (Weißrussland) und Solaris aus Polen.


Eine Fahrt mit dem Obus in Sarajevo

Zumindest für einen Ortsunkundigen ist es allerdings leider nicht ganz ersichtlich, wann und wohin die Obusse fahren. Ich stieg bei meinem letzten Besuch in Sarajevo im Jahr 2016 (Erstbesuch war 1984) am „Österreich-Platz“ (Trg Austrije) in einen Obus der Linie 103 und ließ mich kutschieren – weit weit hinaus ging es, zu einer Trabantensiedlung namens Dobrinja. Dort ist die Grenze zur Bosnisch Serbischen Republik, wo im Jugoslawienkrieg Anfang der 1990er Jahre die Luft sehr bleihaltig war. Zurück dann mit einem Bus der Linie 108 nach Otoko, wo ich dann nach kurzem Fußmarsch in die Straßenbahn einstieg, um zu meinem Hotel Europe zurückzukehren.

Es war eine angenehme Fahrt, auch keine Probleme in Hinblick „Sicherheit“, da hat man mit der „Merkelschen Chaospolitik“ in Mitteleuropa schon deutlich mehr Probleme.


Fotos vom Obus in Sarajevo

Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Obus Nummer 4168, ein Fahrzeug Schweizer Provinienz, am „Platz Österreich“ in Sarajevo
Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Obus Nummer 4168, ein Fahrzeug Schweizer Provinienz, am „Platz Österreich“ in Sarajevo
Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Obus 4165 am „Platz Österreich“ als Linie 103 nach Dobrinja. Diese Obusse der Marke NAW/Hess wurden 2015 aus Genf übernommen
Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Innenraum des 4165
Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Obus 4429, ein MAN, ex Solingen
Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Im Inneren des ehemaligen Solingers
Obus Trolleybus Sarajevo Bosnien
Der Obus hat mich wieder ausgespuckt – am Endpunkt der Linie 108 Otoka

Fazit

Die Obus der Bosnischen Stadt Sarajevo stellt ein wichtiges Element zur Bewältigung des Öffentlichen Nahverkehrs in der Bosnischen Hauptstadt Sarajevo dar. Ausbaupläne sprechen von einer zeitnahen Anbindung des internationalen Flughafens der Hauptstadt. Der Öffentliche Nahverkehr in Sarajevo hat sehr viel Luft nach oben, wir wünschen dem Obus sowie der Straßenbahn Sarajevo eine erfolgreiche Zukunft – möge man Fehler wie in Mitteleuropa mit dem überbordenden Individualverkehr dort vermeiden, zum Wohle der Lebensqualität der Stadt und der dort lebenden Bevölkerung!


Links

Zum Betreiber JKP GRAS Sarajevo >>>

DEEF-Dokumentation Straßenbahn Sarajevo >>>

DEEF-Kategorie Trolleybusse in Europa >>>


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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 8. April 2017;  Seiten-Relaunch 23.6.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 23.6.2026