Railway & Mobility Research Austria # Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
Slowenisches Eisenbahnmuseum Laibach
Das Slowenische Eisenbahnmuseum in Laibach
Rostige Schönheit – ob dieses stählerne Ungetüm jemals aufgearbeitet werden kann? Eisenbahnmuseum Laibach (Archiv Dr. Michael Populorum)
Vorbemerkungen, Das Museum
Nationale Eisenbahnmuseen sind für Freunde der Eisenbahn und der Technik so etwas wie für Kunstliebhaber Museen der Kategorie Louvre, Eremitage, Prado oder Uffizien. Das Kunsthistorische Museum zu Wien nicht zu vergessen.
Das Erbe der Slowenischen Eisenbahnen (in Nachfolge der k.k. Staatsbahn sowie der Jugoslawischen Eisenbahnen) für die Nachwelt zu bewahren und dem interessierten Publikum zu präsentieren hat sich das Slowenische Eisenbahnmuseum in Laibach zur Aufgabe gemacht. Das Museum befindet sich unweit des Laibacher Hauptbahnhofs auf dem Gelände des ehem. Bahnhofs Laibach Siska, im dortigen Heizhaus und Angelände.
Vom Hauptbahnhof sind es ca. 15 Minuten zu Fuß zum Museum
Herzstück des Museums ist zweifelsohne der mächtige Rundschuppen (Heizhaus) mit der Drehscheibe davor. Zahlreiche Exponate stehen (wohl zwangsweise aus Platzmangel) auf dem Freigelände, eine Sammlung von diversen Exponaten aus der Welt der Eisenbahn (Uniformen, Stellwerke, Bahnhofsuhren, Draisinen etc.) in einem Nebengebäude vervollständigen die Sammlung.
Betreiber des Museums sind die Slowenischen Staatsbahnen SŽ (Slovenske železnice). Das Museum ist täglich außer Montag geöffnet. Bedanken möchte ich mich beim Chef des Museums, Herrn Mladen Bogić, der mich exklusiv durch den nichtöffentlichen Teil des Heizhauses führte und für alle meine Fragen ein offenes Ohr hatte. Und diese in perfektem Deutsch beantwortete.
Für die Zukunft ist dem Museum zu wünschen, dass die Slowenischen Eisenbahnen als Eigentümer sowie der Slowenische Staat und die Stadt Laibach die Bedeutung des Museums erkennen und deutlich mehr Mittel für den Betrieb des Museums und die Aufarbeitung der Exponate zur Verfügung stellen werden.
Update 2026: Die Lage des Museums ist prekär wie schon bei meinem Besuch. Die finanziellen Mittel sind sehr begrenzt und die Slowenische Staatseisenbahn hat offenkundig kein Interesse an der Geschichte ihrer Unternehmung – Schade! Wie heißt es doch so schön: Ein Unternehmen das seine Geschichte nicht ehrt hat keine Zukunft! Man schaue nur, welch´ hervorragende Museum die diversen Automarken unterhalten!
SHS 270.202 als Denkmallok in Celje (dt. Cilli) an der Südbahnstrecke zwischen Marburg und Zidani Most (dt. Steinbrück)
Zum Slowenischen Eisenbahnmuseum gehören knapp 80 Dampflokomotiven, die allerdings – auch aus Platzmangel – nicht alle Laibach ausgestellt sind. Einige sind als Denkmalloks auf diversen Slowenischen Bahnhöfen aufgestellt und das Slowenische Eisenbahnmuseum führt auch die Dampfzugfahrten auf der Wocheiner Bahn durch, wo Lokomotiven und Waggons des Museums im Einsatz sind und auch ausserhalb Laibachs in Depots untergestellt sind.
Einige Fotos vom Museum
Nachfolgend eine kurze Foto-Doku von meinem Museumsbesuch im März 2016.
Der Zugang zum Museum. Das Rundhaus (Heizhaus) mit den Lokomotiven, im Gebäude rechts die diversen Schaustücke und hinter dem Heizhaus links das Freigelände mit der ehem. SchmiedeNach Öffnen der Eingangstür nach der Kassa begrüßt die 29 010 die Besucher. Wie so viele der in Laibach ausgestellten Lokomotiven kommt sie aus der guten alten österreichisch-ungarischen k.k. Zeit, Baujahr 1922 in Wiener Neustadt (alte Bezeichnung BBÖ 81)Im Laibacher Museum werden ausschließlich Dampfer ausgestellt, also keine E-Loks oder Dieselloks. Frisch grundiert präsentiert sich 36 013 (ehem. Bezeichnung DRG 58 1226), gebaut 1919 bei Henschel. Kam im 2. Weltkrieg nach Jugoslawien. Für den Anstrich fehlt momentan leider das nötige KleingeldEin herrliches FlügelradDer Lokschuppen an sich ist schon ein Architekturgenuss, dazu die schönen alten Dampfer aus der altösterreichischen Vergangenheit. Die K3 ist eine Schwesterlok der „Stainz“ (steht im Museum TEML in Lieboch) und wurde 1892 bei Kraus in Linz gefertigt.Noch eine ehemalige österreichische Dampflok – Güterzuglok SB 718, ex Baureihe SB 29 der Südbahn, gebaut bei StEG im Jahr 1861Titos „Hofzuglok“ JZ 11 023 (ehem. MAV Baureihe MAV 424), Baujahr 1924 bei MAVAG. Die beiden anderen Dampf-Zugloks von Titos „Blauem Zug“ befinden sich in Agram (Zagreb) im dortigen Eisenbahnmuseum sowie in Belgrad als Denkmallok vor dem Belgrader HauptbahnhofTypenschild von Titos DampferSüdbahnlok 03 002 (ehem. Bezeichnung SB 109.38), Baujahr 1914 bei WLF (Wiener Lokomotivfabrik Floridsdorf), weltweit nur mehr 3 Exemplare vorhandenGleich links vom Eingang in das Heizhaus am Weg zum Freigelände steht eine kkStB Rh 97 Lokalbahnlok (150 03, alte Bezeichnung kkStB 97.69), Baujahr 1893 in Wien bei der priv. Österreichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft (StEG)
Am Freigelände finden zeitweise noch Zugbewegungen statt und zwar von der Infrastruktur der Slowenischen Staatsbahn, die hier Gleisbaumaschinen abgestellt hat.
Drehscheibe und Heizhaus. Hier wären die Lokomotiven besser zu fotographieren gewesen als im dunklen Heizhaus, dort sind sie allerdings geschützt, auch gegen den Vandalismus unserer ZeitenDie alte Gießerei der Jugoslawischen Staatsbahn. Das Gebäude hat eine sehr positive Ausstrahlung, da ließe sich mit behutsamen Umbauarbeiten eine schöne Location für das Museum schaffen. Zur Zeit verfällt das Gebäude aber deutlichDie Gießerei innen„Morbide Bilder“ wie in so vielen Eisenbahnmuseen – es ist zu hoffen, dass die Wertschätzung für diese Industrie- und Technikkulturleistungen unserer Vorfahren einsetzt bevor die letzten Zeugnisse zu Staub zerrieselt sindRost hat zwar schon eine höchst interessante Ausstrahlung, aber die Exponate hätten sich mehr Zuneigung und Pflege verdient – aber man sehe nur ins Österreichische Strasshof, auch dort mangelt es vor allem an finanzieller UnterstützungAuch für die Jugend und die Junggebliebenen ist im Museum gesorgt – eine Gartenbahn durchzieht Teile des GeländesStellwerksanlagen, die meisten davon noch aus Altösterreichischer ZeitUniform eines k.k. EisenbahnersManche dieser Uhren schlugen schon zu Zeiten unseres Kaisers Franz JosephEin Raum ist Draisinenfahrzeugen gewidmetDer Nachbau eines k.k. BahnstationsamtesIm Frühjahr 2016 gab es im 1. Stock eine Ausstellung von Eisenbahnbildern des slowenischen Malers Stane Kumar. Hier ein Bild, welches einen Dampfzug bei der Ausfahrt aus dem St. Daniels Tunnel (Karstbahn) zeigt. Am Hügel die Ortschaft St. Daniel (heute Stanjel)Übersichtlich kartographisch dargestellt die Genese des Eisenbahnnetzes in Slowenien, beginnend mit dem Bauten in Altösterreichischer Zeit bis 1918Das Bahnhofsgebäude von Laibach Saska, heute ein Wohnhaus. Gegenüber vom Bahnhof (rechts) liegt das Eisenbahnmuseum sowie die Eisenbahnstrecke nach Jesenice (vormals Aßling), das Gleis vor dem Bahnhof führt in die Union Brauerei
Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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