HR: Die Eisenbahnstrecke Zagreb – Rijeka

Allgemeines, Geschichte
Die Eisenbahnstrecke von der Kroatischen Hauptstadt Zagreb in die Hafenstadt Rijeka ist 228 km lang, eingleisig und mit 25 kV 50 Hz Wechselstrom elektrifiziert. Diese Hauptbahn (Streckennummer 202) wird Teil der geplanten Magistrale (Bahnstrecke des Paneuropäischen Verkehrskorridors Nr. Vb) von der Staatsgrenze zu Ungarn – Botovo – Koprivnica – Zagreb nach Rijeka, wo eine maximale Geschwindigkeit auf Teilstücken bis 160 km/h vorgesehen ist. Aktuell beträgt die Höchstgeschwindigkeit von Zagreb bis Karlovac 100 bis 140 km/h, ab Karlovac meist zwischen 50 und 80 km/h (Neigezug abschnittsweise bis 100 km/h).
Der Abschnitt Zagreb – Karlovac wurde 1865 als Zweigbahn der Bahnstrecke Zidani Most (Steinbrück) nach Sisak von der österreichischen Südbahngesellschaft eröffnet. Durch Kauf ging siese Strecke1880 in den Besitz des ungarischen Staates über. Der Abschnitt Karlovac – Rijeka wurde am 6. September 1873 von der Ungarischen Staatsbahn in Betrieb genommen. Damit bestand eine durchgängig ungarisch kontrollierte Eisenbahnverbindung von Budapest in die damals ungarische Hafenstadt Rijeka, deren Bahnhof Grenzbahnhof zu Italien war.

Am Haken der Lokomotive 141 389 hängen 3 Waggons – voran 2 Wagen klimatisiert (davon 1 1. Klasse Waggon deklassiert als 2 Klasse), daran ein Abteilwagen, wo die Fenster noch zu öffnen sind, natürliche Klimatisierung also. Darin nehme ich Platz, will ich doch auch fotographieren und das nicht durch spiegelnde Fenster.

Aus der Geschichte her ist es verständlich, dass man daher die Elektrifizierung nach dem italienischen System 3000 Volt Gleichstrom vornahm. Die Jugoslawische Staatsbahn elektrifizierte die Strecke wie folgt:
*1953: Rijeka–Fužine
*1960: Fužine–Moravice
*1963: Moravice–Karlovac
*1970: Karlovac–Zagreb Glavni Kolodvor
In den Folgejahren elektrifizierte die Jugoslawische Staatsbahn jedoch sukzessive ihre Strecken mit 25 kV 50 Hz Wechselstrom, auch die Neubaustrecke Belgrad nach Bar wurde mit diesem Stromsystem elektrifiziert. auf die Eisenbahnstrecke Zagreb – Rijeka hatte das Auswirkungen wie folgt:
Elektrifizierung mit 25 kV 50 Hz Wechselstrom:
*1985: Zagreb Hauptbahnhof–Hrvatski Leskovac
*1987: Hrvatski Leskovac–Moravice
Moravice sollte zum langjährigen Systemwechselbahnhof werden. Erst Jahre nach dem Zerfall Jugoslawien im Gefolge des blutigen Bürgerkriegs vollendete der nunmehrige Betreiber, die Kroatischen Eisenbahnen, nach mehrjährigen Bauarbeiten die Um-Elektrifizierung: die verbliebene Teilstrecke Moravice–Rijeka wurde bis Mitte Dezember 2012 ebenfalls auf das Wechselstromsystem mit 25 kV und 50 Hz umgestellt.
Strecke, Betrieb
Im Jahresfahrplan 2016 werden auf der Gesamtstrecke Zagreb nach Rijeka 3 Direktzüge angeboten, dazu kommen noch 2 Verbindungen mit Umstieg in Ogulin. Die Fahrzeit beträgt bei den Direktzügen zwischen 3 Stunden 36 Minuten und 4 Stunden 21 Minuten. Die Zugkompositionen sind klassisch mit Lokomotive und daran meist 3 Schnellzugwagen.
Zusätzlich verkehren noch Züge von Zagreb bis Duga Resa bzw. bis Ogulin.
Der interessanteste Teil der Fahrt ist sicher die Querung des „Grünen Karsts“, der „Gorski Kotar“ (Bergland) genannt wird und daran anschließend der langgezogene Abstieg der Bahnstrecke durch das karstige Küstengebirge mit Blick auf die Kvarner Bucht und den Endpunkt der Reise, die Stadt Rijeka.
Tunnel 
Die Strecke weist 15 Tunnel auf, die ab dem Bahnhof Ljubošina (km 543,8) bis Rijeka situiert sind. Es sind dies:
Tičevo Tunnel, 175 m
Kloštar Tunnel, 248 m
Hodnik Tunnel, 140 m
Hambarište Tunnel, 70 m
Mance Tunnel, 55 m
Vrbovsko Tunnel, 74 m
Kupjak Tunnel, 1.222 m

Sušica Tunnel, 370 m
Resnjak Tunnel, 197 m
Bukovac Tunnel, 213 m
Sleme Tunnel, 457 m
Kobiljak Tunnel, 577 m
Meja Tunnel, 74 m
Baudine Tunnel, 275 m
Kalvarija Tunnel, 451 m
Die Stationen
Zagreb Glavni Kolodvor (altösterr. Agram Hauptbahnhof), km 424,4 (Kilometrierung ab Belgrad via Sisak)

Remetinec, km 430,4
Hrvatski Leskovac, km 435,2

Horvati, km 441,9

Mavračići, km 444,7
Zdenčina, km 448,4
Desinec, km 451,9
Jastrebarsko, km 457,0
Domagović, km 460,1
Lazina, km 463,1
Draganići, km 467,5
Karlovac, km 477,0 > Abzweig nach Ozalj-Bubnjarci-Metlika-Laibach bzw. nach Sisak (unbenutzbar durch Kriegsschäden)

Karlovac Centar, km 478,5
Mrzlo Polje, km 483,1
Duga Resa, km 488,3

Belavići, km 492,1
Zvečaj, km 497,9
Gornji Zvečaj, km 500,6
Generalski Stol, km 505,6

Donje Dubrave, km 509,5

Gornje Dubrave, km 516,1
Tounj, km 520,1
Kukača, km 522,3
Košare, km 523,9
Oštarije, km 527,3 > Zwischen Ostarje und Ogulin Verbindungsschleife der Lika Bahn nach Knin und weiter nach Split


Ogulin, km 533,5


Ogulinski Hreljin, km 539,9
Ljubošina, km 543,8
Gomirje, km 547,9


Vrbovsko, km 554,4

Moravice, km 563,2

Brod Moravice, km 570,4

Žrnovac, km 573,9

Skrad, km 579,6


Kupjak, km 583,1

Zalesina, km 586,5


Delnice, km 592,4

Lokve, km 600,9

Vrata, km 607,2
Fužine, km 609,7

Lič, km 613,2
Drivenik, km 616,8
Zlobin, km 621,0

Plase, km 625,9


Melnice, km 628,8
Meja, km 633,3

Škrljevo, km 641,2 > Industriegleis nach Bakar



Sušak-Pećine, km 650,3 > Gleis zum Hafen (Terminal Rijeka Brajdica) durch den 1.873 m Brajdica Tunnel, ein Spiraltunnel



Rijeka, km 653,2 > Bahnstrecke Pivka-Laibach sowie SEV nach Lupoglav, dann per Zug weiter nach Pula


In Rijeka weht noch ein Hauch der guten alten k.k. Zeit der Österreicher und Ungarn sowie der italienischen Besatzungszeit durch die Altstadt, den Korzo und den Hafen. Eine sehr angenehme Stadt trotz des vielen Verkehrs. Einwohner hat Rijeka (ital. Fiume) 128.624 Einwohner (Agglomeration knapp über 300.000, Stand 2016).





Einige Fotos von Rijeka Bahnhof und Hafenverschub
























Links
Betreiber Kroatische Staatsbahn (Hrvatske željeznice, HŽ) >>>
DEEF-Dokumentation Straßenbahn Zagreb >>>
DEEF-Dokumentation Kroatisches Eisenbahnmuseum >>>
DEEF-Dokumentation Standseilbahn Zagreb >>>
Besuchen Sie auch unseren Video-Kanal – Join our Video-Channel
https://www.youtube.com/@Railways-Ropeways-of-Europe
Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
Sollten Sie Anregungen zu den Projekten haben oder eigene Beiträge oder Fotos präsentieren wollen, so freuen wir uns auf eine Kontaktaufnahme. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Bitte um Info >
redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org
Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 11. 8. 2016; Seiten-Relaunch 11-9-2026; Letzte Ergänzung / page last modified 12.9.2026
