Die Laaser Marmorbahn -ein Meisterwerk von Adolf Bleichert: Spurensuche (1)

Vorbemerkungen
1929/1930 wurde zur Bringung von Marmor aus mehreren Brüchen oberhalb von Laas im Vinschgau die Laaser Marmorbahn von der Firma Adolf Bleichert & Co. aus Leipzig errichtet, die in wesentlichen Teilen bis Herbst 2019 im täglichen Betrieb stand. Dann wurde sie aus sicherheitstechnischen Gründen stillgelegt und Teile davon demontiert. Ein Jammer, wie man hier hauptsächlich seitens des Landes Südtirol mit so einem hochwertigen Kulturgut umgeht!
Der Transportweg des Marmors bestand im Wesentlichen aus 4 Teilen, welche beginnend von den Marmorbrüchen waren:
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- Seilkran
- Obere Bahnstrecke (Meterspur)
- Schrägaufzug (Bremsberg, Spurweite 2,5335 m)
- Untere Bahnstrecke ins Werk zur Bearbeitung (Meterspur)
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Teil 1: Auf Spurensuche im Tal

Da ich es leider verabsäumt hatte, trotz mehrmaligen Vorsätzen in den letzten Jahren die Laaser Marmorbahn zu besuchen, habe ich mich im Frühling 2026 entschlossen, auf Spurensuche zu gehen, um noch vorhandene Relikte zu dokumentieren. Nachfolgend einige Fotos von der Spurensuche im Tal, d.h. der meterspurigen Bahn von der Talstation des zwischenzeitlich zugewucherten Bremsberges (Schrägaufzug/Standseilbahn) bis ins Werk neben dem Bahnhof von Laas an der Vinschgerbahn.
Die Strecke ist ca. 800 Meter lang und verläuft schnurgerade abgesehen von einem scharfen Knick bei der Talstation des Bremsbergs / Schrägaufzug. Einziger Kunstbau ist eine Eisenbrücke über die Etsch gleich nach Verlassen des Marmorwerks.



























Fazit
Es ist wirklich ein Drama, dass man nicht beizeiten dieses einzigartige Industriedenkmal für die Nachwelt gesichert hat. Altlandeshauptmann Luis Durnwalder sagte in einem Interview (ich glaube es war in der Zeitung „Dolomiten“), dass man die Causa Laaser Marmorbahn seitens des Landes Südtirol verschlafen habe, man hätte rechtzeitig dem Marmor-Unternehmen eine ordentliche Unterstützung bieten müssen. Aber auch vor Ort in der Gemeinde Laas scheint man geschlafen zu haben – zumindest mein Eindruck. Es gab -zig Wortspenden aus Politik und Gesellschaft, was man denn nicht Alles machen könnte und sollte. Bis hin zu zur Beantragung des UNESCO-Weltkulturerbe-Status. Auch ein Verein „Freunde der Schrägbahn“ hat sich gegründet ist aber nicht mehr aktiv und auch die Webseite ist nicht mehr abrufbar.
Eine touristische Nutzung scheint naheliegend aber dazu braucht es auch konkrete Pläne, eine Finanzierung und auch eine nachhaltige Umsetzung. Wo sind die Macher?? Meine Sorge ist, dass die Anlagen nicht nur verwildern, zuwachsen (wie aktuell schon zu beobachten), sondern dass so ein „Lost Place“ Ziel von Vandalen wird, welche die noch bestehenden Anlagen (bspw. die Bergstation) verwüsten oder im schlimmsten Falle abfackeln. Hier hat es Handlungsbedarf und zwar pronto rapido! So ein einzigartiges Industriedenkmal darf nicht zerstört werden, es muss der Nachwelt erhalten bleiben!
In Planung: Spurensuche Teil 2: Bergstation Schrägaufzug und Höhenbahn (voraussichtlich Herbst 2026)
Links
Laaser Marmo AG >>>
DEEF-Dokumentation Vinschgerbahn >>>
DEEF-Dokumentation Reschenscheideck-Bahn >>>
Authentischer Bericht/Doku vom aktiven Betrieb 2007 auf sagen.at >>>
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https://www.youtube.com/@Railways-Ropeways-of-Europe
Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 19. 8. 2026; Letzte Ergänzung / page last modified 22.8.2026
