Laaser Marmorbahn

Die Laaser Marmorbahn -ein Meisterwerk von Adolf Bleichert: Spurensuche (1)

Laaser Marmorbahn Laas Vinschgau Talbahn Lost Place Südtirol
Die kleine Lok bei Brown Boveri 1930 als Akku-Lokomotive gebaut, wurde 1937 auf eine 320 V= Oberleitungsbahn umgerüstet und ist seit 1993 mit einem dieselelektrischen Aggregat ausgestattet (Foto im Marmorwerk Mai 2026, Archiv Dr. Michael Populorum)

Vorbemerkungen

1929/1930 wurde zur Bringung von Marmor aus mehreren Brüchen oberhalb von Laas im Vinschgau die Laaser Marmorbahn von der Firma Adolf Bleichert & Co. aus Leipzig errichtet, die in wesentlichen Teilen bis Herbst 2019 im täglichen Betrieb stand. Dann wurde sie aus sicherheitstechnischen Gründen stillgelegt und Teile davon demontiert. Ein Jammer, wie man hier hauptsächlich seitens des Landes Südtirol mit so einem hochwertigen Kulturgut umgeht!

Der Transportweg des Marmors bestand  im Wesentlichen aus 4 Teilen, welche beginnend von den Marmorbrüchen waren:

      1. Seilkran
      2. Obere Bahnstrecke (Meterspur)
      3. Schrägaufzug (Bremsberg, Spurweite 2,5335 m)
      4. Untere Bahnstrecke ins Werk zur Bearbeitung (Meterspur)

Teil 1: Auf Spurensuche im Tal

Laaser Marmorbahn Laas Vinschgau Talbahn Lost Place Südtirol
Dieseltriebwagen der Vinschgerbahn im Bahnhof Laas mit dem mächtigen Kran im Marmorwerk in Laas (Foto Archiv Dr. Michael Populorum, Juli 2013)

Da ich es leider verabsäumt hatte, trotz mehrmaligen Vorsätzen in den letzten Jahren die Laaser Marmorbahn zu besuchen, habe ich mich im Frühling 2026 entschlossen, auf Spurensuche zu gehen, um noch vorhandene Relikte zu dokumentieren. Nachfolgend einige Fotos von der Spurensuche im Tal, d.h. der meterspurigen Bahn von der Talstation des zwischenzeitlich zugewucherten Bremsberges (Schrägaufzug/Standseilbahn) bis ins Werk neben dem Bahnhof von Laas an der Vinschgerbahn.

Die Strecke ist ca. 800 Meter lang und verläuft schnurgerade abgesehen von einem scharfen Knick bei der Talstation des Bremsbergs / Schrägaufzug. Einziger Kunstbau ist eine Eisenbrücke über die Etsch gleich nach Verlassen des Marmorwerks.

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Das Marmorwerk mit dem mächtigen Kran neben den Gleisen der Vinschgerbahn
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Portalkran Detail
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Schild vor dem Besucherzentrum des Marmorwerks
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Die kleine Lok der Talbahn im Marmorwerk 2026
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Straße mit Hinweisschild Eisenbahnkreuzung – links die Etsch, rechts hinter der Mauer das Marmorwerk
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Gleise über die Straße zur Brücke über die Etsch. Das Eisengeländer ist mit Holz verkleidet, wohl zur Sicherheit für die Radler und Fußgeher
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Gleise hinein ins Marmorwerk
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Das Betreten der Brücke ist zwischenzeitlich nicht mehr verboten
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Brücke von der anderen Seite Blickrichtung Marmorwerk – die Gleise sind mit Schotter überdeckt
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2 Betonklötze liegen auf der ehemaligen Trasse Im Hintergrund sieht man den Bremsberg/Schrägaufzug
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Neuer Schotter aber die Gleise liegen noch. Dahinter der markante Bremsberg mit Abt´scher Weiche in der Mitte
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Hier sieht man auch noch die Schienen, dahinter liegen sie unter Gras und oftmals von Holzstapeln überdeckt
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Holzlager kurz vor dem Endhalt bei der Talstation des Schrägaufzugs
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Holzstapel, dahinter Häuschen das zum Betrieb des Bremsberges gehört
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Trafostation der Marmorbahn neben der Trasse des Schrägaufzugs
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Der Schrägaufzug. Von links führten die Gleise der Talbahn hinein und der meterspurige Güterwagen mit dem Marmorblock darauf, der in der Bergstation hineingeschoben wurde, kann hier wieder herausgezogen werden und der Waggon ins Marmorwerk gebracht werden
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Innen in dem kleinen Häuschen bei der Talstation des Schrägaufzugs
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Stützmauer, davor lagen die Gleise der Talbahn, rechts nicht im Bild befindet sich der Schrägaufzug. Wie schnell doch die Natur ihr Revier zurückgewinnt
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Trasse des Schrägaufzugs, die auch immer mehr zuwächst. Will man da eine touristische Nutzung machen dann wartet viel Arbeit wenn man das so verwahrlosen lässt
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Links von der Trasse des Schrägaufzugs führt ein offizieller Wanderweg (Pfad) hinauf zur Bergstation und zur Höhenbahn
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Zum Bremsberg
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Mehrere Schautafeln erzählen von der Marmorbahn
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Gleise, Blick zurück Richtung Dorf Laas und Marmorwerk. Links und rechts davon Obstplantagen
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„Lasa Marmo“ – Beschriftung am mächtigen Kran im Marmorwerk (Foto von 2013)
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Ein hübsches Bahnhofsgebäude in Laas
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Zahlreiche Führungen werden angeboten, auch mit mehrstündigen Wanderungen zu den Brüchen und zur Bergstation und Höhenbahn. Aber dafür sollte man die Anlagen nachhaltig konservieren damit man auch in Zukunft was zum Anschauen hat
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Dieseltriebwagen der Vinschgerbahn Richtung Meran im Bahnhof Laas, rechts das Marmorwerk (2013)

Fazit

Es ist wirklich ein Drama, dass man nicht beizeiten dieses einzigartige Industriedenkmal für die Nachwelt gesichert hat. Altlandeshauptmann Luis Durnwalder sagte in einem Interview (ich glaube es war in der Zeitung „Dolomiten“), dass man die Causa Laaser Marmorbahn seitens des Landes Südtirol verschlafen habe, man hätte rechtzeitig dem Marmor-Unternehmen eine ordentliche Unterstützung bieten müssen. Aber auch vor Ort in der Gemeinde Laas scheint man geschlafen zu haben – zumindest mein Eindruck. Es gab -zig Wortspenden aus Politik und Gesellschaft, was man denn nicht Alles machen könnte und sollte. Bis hin zu zur Beantragung des UNESCO-Weltkulturerbe-Status. Auch ein Verein „Freunde der Schrägbahn“ hat sich gegründet ist aber nicht mehr aktiv und auch die Webseite ist nicht mehr abrufbar.

Eine touristische Nutzung scheint naheliegend aber dazu braucht es auch konkrete Pläne, eine Finanzierung und auch eine nachhaltige Umsetzung. Wo sind die Macher?? Meine Sorge ist, dass die Anlagen nicht nur verwildern, zuwachsen (wie aktuell schon zu beobachten), sondern dass so ein „Lost Place“ Ziel von Vandalen wird, welche die noch bestehenden Anlagen (bspw. die Bergstation) verwüsten oder im schlimmsten Falle abfackeln. Hier hat es Handlungsbedarf und zwar pronto rapido! So ein einzigartiges Industriedenkmal darf nicht zerstört werden, es muss der Nachwelt erhalten bleiben!


In Planung: Spurensuche Teil 2: Bergstation Schrägaufzug und Höhenbahn (voraussichtlich Herbst 2026)


Links

Laaser Marmo AG >>>

DEEF-Dokumentation Vinschgerbahn >>>

DEEF-Dokumentation Reschenscheideck-Bahn >>>

Authentischer Bericht/Doku vom aktiven Betrieb 2007 auf sagen.at >>>


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https://www.youtube.com/@Railways-Ropeways-of-Europe 


Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 19. 8. 2026; Letzte Ergänzung / page last modified 22.8.2026