Kroatisches Eisenbahnmuseum Zagreb

Das Kroatische Eisenbahnmuseum in Zagreb / Agram

Kroatisches Eisenbahnmuseum Zagreb Hravatski Zeljeznicki Muzej Verkehrsmuseum Kroatien Agram
Diesellok von General Motors (EMD, Typ G16), die in mehreren Ländern am Balkan im Einsatz war und noch ist. Gewaltiger Sound (Foto 22.3.2016 Archiv Dr. Michael Populorum)

Vorbemerkungen zum Museum

Wenige Tage nachdem ich das Slowenische Eisenbahnmuseum in Laibach visitiert hatte, schaute ich während meines Aufenthalt in Zagreb im Rahmen des EU-Workshops „Projektmanagement“ beim Kroatischen Eisenbahmmuseum vorbei. Die Idee eines Eisenbahnmuseums in Kroatien reicht zurück bis in das Jahr 1966, offiziell gegründet wurde es aber erst am 3. März 1991. Das Museum wird von 3 Damen geleitet und befindet sich am ehem. Produktionsgelände der Kroatischen Waggonfabrik Gredelj, die ja nach wie vor im Geschäft sind.

Kroatisches Eisenbahnmuseum Zagreb Hravatski Zeljeznicki Muzej Verkehrsmuseum Kroatien Agram
Logo des Museums

Wie in Slowenien so ist auch in Kroatien die dortige Staatsbahn (Infrastruktur der HZ) Träger des Museum, wie in Slowenien kämpft man auch hier ums (finanzielle) Überleben. Ich hatte meinen Besuch angekündigt (High Noon) und nach dem Klingeln neben dem Eisentor kam schon meine Führerin durch das Museum, Frau Janka Fucic, die mich dann über 1 Stunde durch das Museumsgelände begleitete und mir sachkundige Informationen in bestem Deutsch nahebrachte.

Kroatisches Eisenbahnmuseum Zagreb Hravatski Zeljeznicki Muzej Verkehrsmuseum Kroatien Agram
Der Eingang ins Museumsgelände. Eigentlich eine Fläche wo Exponate auf Schienen in der Wiese herumstehen. Rechts im flachen Bau die Büroräume der 3 Damen, die das Museum führen. Um Eingang zu bekommen muss geklingelt werden, wer auf Nummer sicher gehen will dass jemand da ist der meldet sich so wie ich vorher an. Haltestelle „Kruge“ der Zagreber Straßenbahn

Während man Laibach die meisten Exponate im Rundhaus (Heizhaus) unterbringen kann, so stehen alle Exponate in Zagreb im Freien – und das, obwohl die meisten angrenzenden Hallen der Firma Gredelj zwischenzeitlich leer stehen und dem Eisenbahnmuseum als Heimstätte für die zahlreichen hochwertigen Exponate zugesichert worden waren. Aber die Stadt Zagreb hat wohl andere Pläne oder möglicherweise gar keine – jedenfalls traurig, dass so hochwertige Exponate Wind und Wetter im Freien ausgesetzt sein müssen.

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Teile der Hallen der Waggonfabrik Gredelj stehen leer und sollten ursprünglich auch nach Vorstellung der Stadt Zagreb das Museum aufnehmen. Offenbar wittert man in der Stadt Zagreb aber das große Geld in Form von Wohn- und Geschäftsbauten. Man sollte zu seinem Wort stehen und das Eisenbahnmuseum unterstützen.

Einige Fotos vom Museum

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Gleich links von Eingang eine Schmalspurdampflok – sie war früher u.a. im Bergwerkseinsatz in Serbien
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Eine ehemals italienische E-Lok der Serie E 626, die auch im ehem. Jugoslawien im Einsatz waren
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Eine der 3 Dampflokomotiven von Titos „Blauem Zug“ – die anderen beiden Exemplare stehen im Slowenischen Eisenbahnmuseum Laibach sowie als Denkmallok vor dem Belgrader Hauptbahnhof
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Plavi Voz Lokomotive
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Eines großen Führers würdig – JZ BR 11 015, gebaut 1947 in Budapest (MAV Serie 424)
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Österreich läßt grüßen – eine kleine Jenbacher Bergwerkslok
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Ein wuchtiger Schneepflug
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51 144, sieht recht gut erhalten aus. Gebaut 1945 in der Lokomotivfabrik „Tvornica vagona, strojeva i mostova“ in Slavonski Brod – jedoch nach der Plänen der Budapester Fabrik, wo die BR konstruiert wurde
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BR 62 054 der JZ, gebaut in USA
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Eine mit 20 mm Stahlplatten gepanzerte Diesellok
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Diesellok der BR 21 33 004, gebaut in Deutschland bei der Maschinenbau Kiel AG
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Ein General Motors „Monster“, der Sound ist gigantisch. Dieses Exemplar im Museum hat eine eher traurige Berühmtheit erlangt, war es doch in einen Unfall mit zahlreichen Toten involviert
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Das Titelfoto – Diesel und Dampf
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Eine rostige Patina kann auch entzückend sein
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Das Gleis führt weiter zum Hauptbahnhof von Zagreb, dem Glavni Kolodvor
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Ob der Waggon je aufbereitet werden kann? Der Wille seitens der Museumsleitung ist da, aber der Geldfluss von der HZ ist doch sehr bescheiden und von der Stadt Zagreb fehlt offenbar jegliche Unterstützung
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Inspektionsfahrzeug auf Basis eines Wolga-Pkw M24
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Kleinwagen (Motor-Draisine) für den Arbeitseinsatz
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Ein idyllischer Blick auf das Gelände
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Der dieselelektrische Aluminium-Triebwagens der JZ BR 611 als Modell im Bürotrakt des Museums. 6 Triebzüge wurden gebaut. Leider scheinen keine den Tito-Staat Jugoslawien überlebt zu haben 🙁
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Dieser renovierte Postwaggon gehört auch dem Zagreber Eisenbahnmuseum und ich konnte ihn im April 2016 am Glavni Kolodvor ablichten, gleich neben dem blauen Waggon des Trainhostels. Es ist zu wünschen, dass der Waggon bespielt werden wird, bspw. mit wechselnden Ausstellungen

Zu den externen Exponaten des Museums gehört u.a. auch ein Panzerzug aus dem Jugoslawien-Krieg, der zum Zeitpunkt meines Museumsbesuchs in Zagreb am Bahnhof Split-Predgrade hinterstellt ist. Ferner sind 15 Dampflokomotiven auf diversen Bahnhöfen als Denkmalloks ausgestellt.

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Denkmallok am Zagreber Hauptbahnhof Glavni Kolodvor

Fazit

Eine interessante Sammlung zur Geschichte der Kroatischen Eisenbahn, die sich allerdings eine „feste Unterkunft“ verdient hat, denn die edlen Exponate einfach auf der Wiese Wind und Wetter auszusetzen ist ja direkt schändlich, schließlich handelt es sich um das historische Eisenbahn-Erbe Kroatiens und damit muss man behutsamer umgehen. DEEF wünscht dem Museum und den 3 Museumsmitarbeiterinnen der HZ eine erfolgreiche Zukunft und natürlich auch Lokomotiven, die ab und an mit Sonderzügen unterwegs sein werden. Das Areal der ehem. Firma Gredelj sollte unverzüglich von der Stadt Zagreb für das Kroatische Eisenbahnmuseum zur Verfügung gestellt werden!

Kroatisches Eisenbahnmuseum Zagreb Hravatski Zeljeznicki Muzej Verkehrsmuseum Kroatien Agram
Ein herzliches „Danke Schön“ an Frau Janka Fucic für die äußerst fachkundige Führung in deutscher Sprache durch das Museum

Links

Zur Webseite des Museums >>>

DEEF-Dokumentation Slowenisches Eisenbahnmuseum Laibach >>>

DEEF-Dokumentation Serbisches Eisenbahnmuseum Belgrad >>>

DEEF-Dokumentation Straßenbahn Zagreb >>>

DEEF-Dokumentation Eisenbahnstrecke Zagreb-Rijeka >>>


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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 4. Mai 2016; Seiten-Relaunch 22.9.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 22.9.2026