Metro Brescia

I: Die autonom fahrende Metro von Brescia – Lösung für staugeplagte Städte

Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Metro Brescia Zugbegegnung – alles läuft vollautomatisch (Foto vom 10.11.2016, Archiv Dr. Michael Populorum)

Vorbemerkungen

Ungezügelte und unkoordinierte Mobilität hat sich in den letzten Jahren zum Fluch für viele Städte entwickelt, immer mehr Bewohner von Agglomerationen leiden an den Folgen des motorisierten Individualverkehrs, nämlich Stau, Lärm und Gestank mit teils dramatischen Folgen für die Gesundheit der dort lebenden Menschen.

Während man in meiner Heimatstadt Salzburg dank inkompetenter und ignoranter „politischer Hobbygärtner“ langsam aber immer sicherer im völligen Verkehrs-Chaos versinkt und auch dank der unsäglichen „Konkurrenz-Politik“ mehr gegeneinander arbeitet anstatt gemeinsam Lösungen anzupacken, hat man in anderen Städten schon längst erfolgreich begonnen, umzudenken, umzuplanen und vor allem umzusetzen.

Eine Stadt, wo man innovativ gehandelt hat, ist die oberitalienische Stadt Brescia, die knapp 200.000 Einwohner zählt und somit durchaus mit Salzburg zu vergleichen ist.

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Logo der Metro Brescia

Einige Daten zur Metro in Brescia

Zusätzlich zum bestehenden Bussystem wurde ein autonom fahrendes Schienenverkehrssystem implementiert, welches unabhängig von den Hindernissen der Geographie der Stadt und dem überbordenen Verkehr Fahrgäste schnell und bequem vom Norden über das Zentrum und den Bahnhof in den Südosten der Stadt transportieren kann.

Diese Metropolitana di Brescia wurde 2013 eröffnet (Planungen gab es schon seit 1986) und verbindet vorerst auf 1 Linie mit einer Länge von 13,7 km 17 Stationen, wovon 13 Stationen unterirdische Tunnelstationen sind.

Errichtet wurde diese fahrerlose U-Bahn von der italienischen Firma Ansaldo, welche schon die 2002 eröffnete U-Bahn in Kopenhagen als Referenzprojekt vorzuweisen hatte.

Die Gesamtkosten für die Errichtung betrugen mehr als 750 Mio Euro, die von mehreren Quellen aufgebracht wurden. Insgesamt 18 Züge wurde angeschafft, aktuell können damit bei einem Intervall von 3 Minuten maximal 8.500 Personen pro Stunde befördert werden. Angedacht ist es, weitere Fahrzeuge anzuschaffen, um dann mit insgesamt 40 Zügen und einem Intervall von 1,5 Minuten maximal 17.000 Personen pro Stunde und Richtung transportieren zu können.

Weitere Daten:

Gewicht eines Zuges: 56 Tonnen
Maximale Geschwindigkeit: 80 km/h (im automatischen Betrieb)
Spannung: 750 Volt
Sitzplätze pro Zug: 72 Personen
Stehplätze pro Zug: 351 Personen

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Innenansicht einer Garnitur des Herstellers Ansaldo Breda

Die Stationen

Prealpino (Tunnel)
Casazza (Tunnel)
Mompiano (Tunnel)
Europa (Tunnel)
Ospedale (Tunnel)
Marconi (Tunnel)
S. Faustino (Tunnel)
Vittoria (Tunnel)
Stazione FS (Tunnel)
Brescia Due (Tunnel)
Lamarmora (Tunnel)
Volta (Tunnel)
Poliambulanza (ebenerdig)
San Polo Parco (ebenerdig)
San Polo Cimabue (Tunnel)
Sanpolino (Viadukt)
Sant’Eufemia – Buffalora (Viadukt) > Betriebshof

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Sehr spannend ist es, aus der Fahrerperspektive – der ja nicht vorhanden ist – die Fahrt zu erleben – im Tunnel …

Fazit

Während man in der Schilda-Stadt Salzburg seit 30 Jahren vom Projekt Regionalstadtbahn nur redet, dafür auch schon Millionen von Euro für Studien dazu ausgegeben hat aber immer noch keinen einzigen Schritt der Umsetzung getätigt hat, hat man in der mit Salzburg durchaus vergleichbaren Stadt Brescia (Unesco Weltkulturerbe „Langobarden in Italien“) bereits eine nachhaltige Mobilitätslösung mit der Metro Brescia geschaffen. Und diese völlig autonom verkehrende U-Bahn ist ausbaufähig, sowohl was die Frequenz und Kapazität betrifft als auch in Hinblick auf zusätzliche Linien im Stadt-Umland Verkehr.

Und die Kosten sind durchaus überschaubar, vergleichbar mit denen in Salzburg für die 1. Phase (Hauptbahnhof – Innenstadt – Salzburg Süd – Hallein). Von den cca. 750 Millionen Euro Gesamtbaukosten wurden von der Stadt Brescia 67 Millionen, der Region Lombardei 72,3 Millionen, Brescia Mobilità S.p.A. 86 Millionen, dem Staat 284,4 Millionen sowie durch ein 30-jähriges Darlehen 240,3 Millionen Euro beigesteuert.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunft ist allerdings ein ehrlicher politischer Wille – der scheint in Salzburg leider völlig zu fehlen!


Einige Fotos

Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Eine Garnitur erreicht den südöstlichen Endpunkt, den Bahnhof Sant’Eufemia – Buffalora, der auf einem Viadukt liegt. Daran anschließend befindet sich der Betriebshof
Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Futuristische Architektur – Bahnhof Brescia Due
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Die Gleise sind an den Stationen abgesichert, der Zugang ist erst möglich, wenn der Zug korrekt steht. Foto: Nördlicher Endbahnhof Prealpino
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Uuf der Strecke ist die Trasse im Freien aufgeständert
Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Futuristische Architektur – Bahnhof Brescia Due
Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Grüne Metro
Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Metro Brescia Info-Point
Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Zugbegegnung im Tunnel
Metro Brescia Metropolitana Autonome U-Bahn Italien
Geöffnete Bahnsteigtüren mit Werbung
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Abfahrende Komposition, Türen am Bahnsteig sind geschlossen
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Wichtige Station: Bresciadue

Links

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DEEF-Dokumentation Iseobahn Bescia – Iseo – Edolo >>>

DEEF-Kategorie Eisenbahnen in Italien >>>


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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum

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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF

Erstmals Online publiziert: / page first published 29. April 2017; Seiten-Relaunch 10.9.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 10.9.2026