ÖBB Speisewagen-Desaster – Abgestellt und devastiert

Seit mehr als 1 Jahr vermissen die qualitätsbewusst Reisenden die Speiswägen der ÖBB. Eigentlich sollte laut Anforderungsprofil jede Komposition der Zuggattung „Eurocity“ (EC) einen Speisewagen führen, auch der Intercity hatte vormals ganz selbstverständlich einen Speisewagen im Zugverband. Doch bei der Staatsbahn ÖBB scheint man sich um vorgegebene Qualitätskriterien bei internationalen Zügen wie auch bei höherwertigen nationalen Zügen nicht zu kümmern, man ist der Platzhirsch und glaubt wohl selbstherrlich, Qualität je nach Lust und Laune bzw. Verfügbarkeit von Wagen selbst bestimmen zu können.
Nachdem man schon seit Jahren den damaligen IC 118/119 von Salzburg und später von Innsbruck nach Münster in Westfalen nicht als EC führte sondern als IC (weil man offenbar keinen Speisewagen frei hatte) und nachfolgend auch die DB-ÖBB-Eurocitys nach Italien auf ihrem langen Laufweg ohne Speisewagen fahren ließ (oftmals ohne das im Fahrplan zu vermerken), verkehren nun seit über 1 Jahr auch die verbliebenen EC der ÖBB ohne Speisewagen. Wie von Insidern zu hören ist, wurde die Speisewagen in der „Corona-Zeit“ einfach unsachgemäß abgestellt und die Wiederinbetriebnahme schien wohl zu aufwendig zu sein bzw. scheiterte an den zu geringen Werkstattkapazitäten bei den ÖBB.

Aber nicht nur die Speisewägen sind abgestellt, sondern – wie in den Medien zu hören war – es sollen sich bis zu einem Viertel der allseits bewährten und beliebten ehemaligen IC/EC-Wagen („Modularwagen“) abgestellt sein, weil man glaubt sie nicht mehr einsetzen zu müssen und weil offenkundig verabsäumt wurde, entsprechende Werkstatt-Kapazitäten vorzuhalten.

Speziell als Verstärkerzüge oder zur besseren Ausstattung der oftmals völlig amputierten Intercitys (nur 3 oder 4 Waggons, nur 1 AD-Wagen 1. Klasse statt einem zusätzlichen Abteilwagen 1. Klasse) wären diese bewährten Waggons wichtig. Und nebenbei bemerkt: Die ÖBB haben alte IC-Waggons der DB angemietet aber lassen sie nun ebenfalls abgestellt und diese gammeln vor sich hin.

Fazit: Lässt man bewährte und benötigte Waggons durch die ÖBB vergammeln, so ist das nicht nur eine Minderung der Qualität für die zahlende Kundschaft, sondern man verludert dabei auch Volksvermögen! Wo bleibt da eigentlich die Aufsichtsbehörde, wo der Rechnungshof?!

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 15.3.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 15.3.2026
