Durch Wiesen und Wälder des Mühlviertels strebt der D-Zug dem Bahnhof Summerau zu (Foto Archiv DEEF / Dr. Michael Populorum) 17.6.2012
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Tauernbahn nach monatelanger Sperre endlich wieder offen – aber wo sind die Railjets hin verschwunden?
Tauerntunnel Nordportal nächst Böckstein
Die auch für den internationalen Verkehr wichtige Nord-Südverbindung über bzw. durch den Tauern, die Tauernbahn, war ca. 8 Monate lang komplett gesperrt, um den Tauerntunnel zu sanieren und auch um die 3 Bahnhöfe Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein zu modernisieren. Diese Komplettsperre war äußerst umstritten und stellte natürlich die Tourismusdestinationen im Gasteintal (Salzburg) und Mölltal (Kärnten) vor große Herausforderungen.
Anmerkung dazu: Im Jahre 2003 wurde der Tauerntunnel grundlegend saniert, u.a. wurde eine feste Fahrbahn eingebaut und die Strecke wurde damals nur 2x kurz für wenige Tage gesperrt. Solch kundenfreundliches Arbeiten scheinen die heutigen ÖBB verlernt zu haben. Aber das ist ein anderes Thema!
Seit Anfang Juli 2025 rollen die Räder am Tauern wieder, anfangs die Tauernschleuse und nachfolgend auch der Personen- und Güterverkehr verkehren wieder wie üblich.
Mit einer Ausnahme: Die Railjets sind vom Tauern still und heimlich ohne Ankündigung oder gar Begründung durch die ÖBB entfernt worden. Anstelle der modernen Railjets, die mit viel Pomp und Trara vor einigen Jahren eingeführt wurden, verkehren nun wieder Intercitys oder Eurocitys sowie 1x pro Tag ein ICE. Ein gewaltiger Rückschritt für die zahlende Kundschaft, noch dazu sind IC wie EC nicht mehr das was sie einst waren, sie wurde kastriert. Zu wenig Waggons, zu kleine 1. Klasse, die Eurocitys noch dazu ohne Speisewagen (die vergammeln andernorts) und noch dazu hat es kein WLAN oder Businessklasse in diesen RIC-Wagen. Und oftmals ist auch noch ein uralter Steuerwagen eingereiht, mit Plumpsklo!
Railjet nach Klagenfurt beim Halt im Bahnhof Bad Gastein (1. Feber 2021, Foto Archiv DEEF / Dr. Michael Populorum)
Was haltet Ihr geschätzte Leserschaft davon, wie die ÖBB hier herumfuhrwerken? Wir freuen uns auf ein E-Mail von Euch!
PS: Übrigens sind auch die Bahnhofsumbauten trotz 8-monatiger Sperre nicht fertig, es schaut wild aus auf den Baustellen. In Dorfgastein hat man das Bahnhofsbuffet nicht nur geschlossen, man hat gleich das ganze Haus abgerissen. In Hofgastein muss man dank eines neuen Mittelbahnsteigs nun immer runter und rauf marschieren, denn den Hausbahnsteig hat man abgetragen und abgesperrt. Gleiches in Bad Gastein, dort hat es nun statt wie bisher 3 Bahnsteiggleisen nur mehr 2. Erst 2027!!! sollen diese Umbauten fertig werden, also ein nicht wirklich ambitionierter Zeitplan!
Link
DEEF-Doku „Die Tauernbahn“ – Ein Reader in 3 Teilen >>>
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Dampfzug des Stainzer Flascherlzuges im Bahnhof Preding Wieselsdorf
Der Stainzer Flascherlzug ist seit Jahren ein touristisches Highlight im Südwesten der Steiermark. Im touristischen Verkehr wird saisonal die schmalspurige Strecke von Stainz nach Preding-Wieselsdorf an der von der GKB betriebenen Wieserbahn (Graz-Wies-Eibiswald) als Museumsbahn geführt.
Wie vor einigen Tagen in manchen Medien berichtet wurde, stünde der Stainzer Flascherlzug wegen hohen Investitionsbedarf von deutlich über 1 Million Euro für die Streckensanierung (Gleise, Weichen) vor dem Aus, wenn das Land Steiermark diesbezüglich nicht einspringen würde.
Unsere Überlegungen dazu
So ein Kleinod von großer touristischer Bedeutung sollte unbedingt erhalten werden. Die nun wohl für die nächsten Jahre einmaligen Kosten für eine grundlegende Streckensanierung müssen von mehreren Schultern gestemmt werden, den täglichen Betrieb und diverse Arbeitsleistungen werden ja ohnehin von ehrenamtlichen Helfern des Stainzer Flascherlzuges geschultert. Dabei muss man natürlich kreativ sein, um bspw. Sponsoren zu gewinnen oder um eine Bausteinaktion für Freunde des Stainzer Flascherlzuges aufzulegen.
Und man (Land und Bund) sollten generell mal das Budget durchforsten, um Zahlungen an diverse „duiose NGO´s“, die zu keiner Wertschöpfung und Steigerung der Lebensqualität im Lande beitragen, entsprechend umzuwidmen. Geld hat man in Österreich genug, wenn man die Nachhaltigkeit für die Bevölkerung im Auge behalten würde!
Stainzer Flascherlzug
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Flexity Outlook der Stubaitalbahn in Innsbruck Stubaitalbahnhof
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Diesellok Mk45 -2004 mit 2 Sommerwagen am Haken kurz vor der Abfahrt im Ausgangsbahnhof Széchenyihegy am 5.6.2025 (Foto Archiv DEEF / Dr. Michael Populorum)
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Vorne Triebwagen 67, hinten 57 nach der Ankunft in der Bergstation am 5. Juni 2025 (Foto Archiv DEEF / Dr. Michael Populorum)
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Am 29. April 2012 hat der Desirotriebwagen 5022 056-3 auf dem Weg von Graz Hbf nach St. Gotthard gerade den 531 m langen Laßnitztunnel verlassen und fährt in den Bahnhof Laßnitzhöhe ein
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Graffito auf der Außenmauer des Museumsparks. Stellt den MAV Dieseltriebzug “Hargita” dar (im Freigelände zu sehen)
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Nachruf auf den S-Link Salzburg / Regional-Stadtbahn / RSB / Euregiobahn
Logo S-Link
Vorbemerkungen
Nach Jahrzehnten des Planens, des Redens und des Hoffens sollte im Jahr 2024 endlich zum Handeln übergegangen werden, nämlich die längst fällige und von allen seriösen Planern vorgeschlagene und in Dutzend Studien nachzulesende Verlängerung der Salzburger Lokalbahn vom Bahnhof unterirdisch durch die Stadt Salzburg in den Süden und in mehreren Schritten bis Hallein umgesetzt werden. Auch der Bund – also der Österreichische Staat – meinte es mit den Salzburgern gut und im Konzessionsvertrag wurden den Salzburgern für dieses längst fällige „Jahrhundertprojekt“ die Übernahme von 50% der Kosten (also ca. 1,5 Milliarden Euro) zugesichert.
Doch weniger gut für Salzburg als das Ministerium in Wien meinten es einige wenige „Wadlbeisser“ und „Berufsprotestierer“ aus Salzburg, die wie zu erwarten war auch dieses Infrastrukturprojekt verhindern wollten – Verhinderung quasi als Lebenseinstellung und Lebensziel.
Eine „Volksbefragung“ findet statt! Aber wozu?
Angst gegen das Projekt wurde von den Gegner geschürt und Angst ist – wie man landläufig sagt – ein schlechter Ratgeber. Und so kam es wie es zu befürchten war: In einer Volksbefragung in 3 Bezirken (Salzburg Stadt, Salzburg Umgebung, Hallein/Tennengau) am 10. 11.2024 votierte in Summe eine kleine Mehrheit gegen das Projekt das Projekt ausgesprochen (53,2% vs. 46,8%). Der – wie viele Dinge in dieser Causa – nicht unumstrittene Abstimmungstext lautete: „Soll das Land Salzburg darauf hinwirken, dass im Interesse der Verkehrsentlastung die Verlängerung der Lokalbahn bis Hallein (S-LINK) als Teil einer Mobilitätslösung, die auch eine Stiegl- und eine Messe-/Flughafenbahn vorsieht, umgesetzt wird?“ Als professioneller und langgedienter Marktforscher habe ich mir meinen Teil gedacht zu so einem Abstimmungstext.
Plakat der Befürworter für den S-Link
Warum scheiterte dieses Projekt?
Einige Gedanken dazu:
Der Name S-Link
Nicht nur ich sondern zahlreiche Kolleginnen und Kollegen fragten sich (und auch mich) was denn dieser Name bedeuten soll. Namensgebung: Nicht genügend! Begriffe wie Stadtbahn, Regionalstadtbahn oder auch Euregiobahn waren schon länger in Gebrauch und wurden auch von der Bevölkerung wahrgenommen. Warum dieser krude Begriff??
Die Volksbefragung
Eine Befragung des Volkes, das Jahr und Tag „betreutes Denken“ gewohnt war plötzlich zu befragen und noch dazu zu so einem komplexen Thema war völlig unangebracht, das Argument der Projektgegner von „direkter Demokratie“ nur vorgeschoben. Die Politik hätte selbst das Projekt umsetzen müssen ohne Leien und aufgestachelte Kleingeister zu befragen.
ad Volksbefragung: So ein knappes Ergebnis als bindend (für wie lange??) zu erklären war seitens der Politik (der Befürworter) schlicht und einfach dumm und grob fahrlässig
ad Volksbefragung: Der Text der Befragung mit Vermischung S-Link mit Messebahn und Stieglbahn und Flughafenbahn war nicht richtig und töricht. Wurden letztgenannte nun auch abgewählt?
ad Volksbefragung: Die Auswahl der Probanden (der Bezirke) war willkürlich und nur schwer begründbar – warum soll ein Lungauer für eine immer in den Medien so genannte U-Bahn vorwiegend in der Stadt Salzburg Steuergelder leisten??
Die Politik – Die Politiker
Dass Politker heutzutage keine „Eier“ mehr haben hört man ja oft aus den Medien und als vernunftbegabtes Lebewesen kommt man ja auch selbst oft zu dieser Einschätzung. So ein Jahrhundertprojekt setzt man um und fragt nicht Leien! Wenn man vor Jahrzehnten in Wien die Bürger gefragt hätte, ob Wien eine U-Bahn braucht, so wäre sicher ein NEIN herausgekommen. Zum Glück tat man das nicht und heute ist die Wiener U-Bahn ein Vorzeigeprojekt und nicht mehr wegzudenken.
Die Politiker, die das Projekt befürwortet haben, waren zu leise. Bspw. waren viele Bürgermeister „Dafür“, aber wirklich gehört hat man sie nicht und wenn, dann mit ein paar Versuchen, sachbezogene Infos zu geben. Ich denke da bspw. auch an meine Heimatgemeinde Grödig. Der Bgm. war angeblich dafür, aber gehört hat man davon nicht wirklich etwas. Und weder in Grödig noch in der Stadt habe ich je ein „Abstimmungsbüchlein“ zu Gesicht bekommen, wo man als Bürger analog den Abstimmungen in der Schweiz neutral zum Projekt zu informieren gewesen wäre 🙁
Die Befürworter allgemein inkl. der Projektgesellschaft haben die Wadlbeisser und Dauerverhinderer in dieser Schilda-Stadt Salzburg deutlich unterschätzt. Sachbezogene Argumente der Befürworter gegen Angst- und Panikmache und Fake-News der Gegner, eine schwierige Gemengelage. Man hat zu spät und in zu geringem Umfang für das Projekt geworben. Bei einem Projekt von fast 3 Milliarden Euro sind sicher 2-stellige Millionen-Beträge als Werbekosten aufzuwenden nicht falsch, gegen diese Berufsverhinderer in der Stadt Salzburg gewinnt man vor allem mit Millionen an Propagandaaufwendungen (Werbekosten).
Dass bis zur Befragung bspw. im Raum Anif und Rif die Trasse nicht wirklich bekannt war oder zumindest nicht kommuniziert wurde, hat dort sicher nicht für Begeisterung gesorgt. Ich kenne einige Anwohner aus Anif bzw. Rif, die eigentlich für dieses Projekt waren aber mit Nein gestimmt haben, weil sie keine zufriedenstellende Antwort bekamen wo denn genau die Trasse verlaufe
Die Politiker, die (aus welchen Gründen auch immer) gegen das Projekt waren, die haben im Unterschied zu den Befürwortern laufend laut aufgewiehert und mit Angst und Fake-News die Bevölkerung gegen den S-Link aufgewiegelt. Wie zu erwarten war, haben diese Verhinderer aber keinen „Plan B“ parat und es wird weitergewurstelt wie bisher. Stau, Lärm, Zeitverlust, schlechtere Lebensqualität in der Stadt Salzburg.
Fazit
Blöd gelaufen könnte man sagen und nun ist auch noch der Staat Österreich fast pleite und die 1,5 Milliarden, die für Salzburg und seine Stadtbahn reserviert waren, sind futsch und andere freuen sich darüber dass die Salzburger so blöd war. Aber es gibt dennoch Hoffnung und zwar ganz demokratisch. Diejenigen Politiker, die mit Angst und Fake News dieses Infrastrukturprojekt zum Schaden aller Salzburger verhindert haben, sind bei den nächsten Wahlen (ich denke da vor allem an die Stadt Salzburg) einfach abzuwählen! So einfach ging das und ich hoffe im Namen meiner eisenbahnaffinen Leserinnen und Leser, dass das auch so passieren wird. Dann kann das Projekt endlich umgesetzt werden aber bitte mit einer besseren Bezeichnung als S-Link!
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