Ferrovia Udine Cividale / Eisenbahnstrecke Udine Cividale. Von Udine nach Cividale del Friuli

Allgemeines
Die Bahnlinie Udine – Cividale del Friuli ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte normalspurige Nebenbahn, welche vom Bahnhof Udine (Endpunkt der „Pontebbana“) ca. 15 km ostwärts ins traditionsreiche Städchen Cividale del Friuli (11.376 Einwohner) führt.
Die Strecke wurde am 24. Juni 1886 eröffnet. Die Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten. Betreiber ist seit 1. Jänner 2005 die regionale Eisenbahngesellschaft Società Ferrovie Udine Cividale s.r.l. (FUC), welche auch in Kooperation mit der ÖBB täglich 2 Zugpaare von Villach über die Pontebbana nach Udine führt. Vor 2005 war der Betreiber die italienische Staatsbahn FS.

Neben 3 älteren Fiat-Triebwägen samt Beiwagen finden sich noch 2 neue Stadler GTW im Fuhrpark des Eisenbahnunternehmens. Im Jahr 2010 wurden ca. 500.000 Passagiere befördert. Angeboten wird ein Stundentakt (keine Zugkreuzungen), der in Stoßzeiten zu einem Halbstundentakt verdichtet wird.



Von 1916 (Isonzoschlachten) bzw. 1921 (zivile Nutzung) bis 1932 führte eine 750 mm Schmalspurbahn von Cividale weiter durch die Natisonetäler nach Karfreit, wo die Italiener in der 12. und letzten Isonzoschlacht vernichtend von den Österreich-Ungarischen Truppen geschlagen wurden. Heute heißt dieser ehemalige Endpunkt, der jetzt auf slowenischem Staatsgebiet liegt, slowenisch Kobarit bzw. ital. Caporetto.

Update 2026: Basierend auf einer Vereinbarung zwischen dem bisherigen Eigentümer der Strecke, der Region Friaul-Julisch Venetien und dem Infrastrukturbetreiber der Italienischen Staatsbahn Rete Ferroviaria Italiana (RFI) aus dem Jahre 2020 wurde die Infrastruktur nachfolgend an die RFI übertragen, der Betrieb erfolgt weiter durch die FUC. Im Mai 2024 wurde die Strecke durch die RFI gesperrt, mehrmalige Anläufe zur Wiederinbetriebnahme scheiterten (warum auch immer). Stand März 2026 soll die Strecke im April 2026 wieder offen sein.
Ab dem Jahr 2029 soll die Strecke elektrifiziert werden.

Die Stationen
Udine, Bahnhof, km 0,0; 126 m ü.d.M




San Gottardo, Haltestelle, km 4,1 (seit 2008)
Remanzacco, Bahnhof, km 7,1

Moimacco, Haltestelle, km 11,2
Bottenicco Zona Industriale, Haltestelle, km 12,7

Cividale del Friuli, Bahnhof, km 15,3; 134 m ü.d.M.
Der neue Bahnhof von Cividale (seit 2008) ist zwar innen klimatisiert, versprüht jedoch mit dem angebauten Busbahnhof eher Bunkeratmosphäre als irgendein Wohlgefühl. Ganz anders der ca. 100 m entfernt liegende alte Bahnhof, der menschliche Dimensionen und Harmonie zeigt und wo auch nach wie vor die gut gehende Bar lokalisiert ist.












Cividale di Friuli ist ein traditionsreiches und gemütliches Städtchen. Der österreichische/deutsche Name war Östrich, wohl abgeleitet vom 776 n. Chr. von den Franken vergebenen Namen Civitas Austriae. Die ursprünglich keltische Siedlung wurde von Julius Caesar zur Stadt erhoben (Forum Iulii). Es lohnt sich hier die guten tw. deftigen Gerichte zu kosten und einen herrlichen Humpen Wein dazu zu trinken!



Die Karfreiter Bahn

Die Bahnstrecke Cividale–Kobarid (italienisch: Ferrovia Cividale–Caporetto, slowenisch: Železniška proga Čedad–Kobarid) war ursprünglich eine italienische Heeresfeldbahn mit einer Spurweite von 750 mm, die nach dem Ersten Weltkrieg als öffentliche Eisenbahn verwendet wurde. Sie verlief von Cividale del Friuli in Friaul bis nach Kobarid im heutigen Slowenien und verband von 1916 bis 1932 das Natisonetal mit dem Isonzotal.
Die Schmalspurbahn(750mm) vom italienischen Cividale bis nach Karfreit(= Kobarid, Caporetto) in der (ehemaligen) österreichischen Provinz „Küstenland“ umfasste eine Länge von ca. 30 Kilometern und eine Höchststeigung von ca. 12 Promill. Betrieben wurde sie mit Dampf.
Der Bau begann im Jahr 1915 anlässlich des Kriegseintritts Italiens gegen Österreich-Ungarn von italienischer Seite aus. Diese neue Linie stand in erster Linie im Dienst der Versorgung der neuen „Isonzo-Front“. Daneben wurden aber auch zivile Transporte abgewickelt. Nach 1918 diente sie dann ausschließlich dem Zivilverkehr und wurde im Jahr 1932 aus Kostengründen aufgelassen. Als Ersatz wurde damals eine Autobuslinie eingerichtet.

Ursprünglich ging die Bahn vom Insel-Bahnhof „Cividale Barbetta“ aus und reichte ab 1916 – die damalige Staatsgrenze bereits überwindend – bis nach Suschid(Susida, Suzid) bei Karfreit. Die damaligen Zwischenstationen waren: Ponte San Quirino, San Pietro a.N., Brischis, Pulfero, Loch, Stupizza, Buzzard und Robis.
Im Zuge der österreichischen Offensive von 1917 wurde die Linie schwer beschädigt, konnte jedoch bis zum Frühjahr 1918 repariert und wieder in Betrieb genommen werden. Die Österreicher standen 1918 immerhin am Piave, mussten das eroberte Gebiet aber schließlich wieder aufgeben und auf der „Friedenskonferenz von St. Germain“ wurde dann die neue italienische Ostgrenze gezogen. Quelle: Elob (Elmar Oberegger „Karfreiter Bahn“).

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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 7.10.2013; Seiten-Relaunch: 23.3.2026; Letzte Ergänzung / page last modified 24.3.2026
