Die Mangfalltalbahn von Holzkirchen nach Rosenheim

Allgemeines
Die Mangfalltalbahn (auch Mangfallbahn) ist eine eingleisige, elektrifizierte und 37 km lange Hauptbahn in Bayern, welche das Bayerische Oberland von Holzkirchen entlang des Tals des Flusses Mangfall mit Rosenheim an der Hauptstrecke München-Salzburg verbindet. Die Strecke ist Teil der ursprünglichen Hauptverbindung von München nach Salzburg, welche über Holzkirchen nach Rosenheim verlief und nicht wie heute über Aßling und Grafing.
Der minimale Radius der Strecke beträgt 300 m, die maximale Neigung 13 Promille und die Höchstgeschwindigkei 120 km/h. Als Zugsicherungssystem fungiert die PZB (Punktförmige Zugbeeinflussung).

Bei Störungen auf der Hauptstrecke München-Grafing-Rosenheim wird der Verkehr oftmals über Holzkirchen und die Mangfalltalbahn umgeleitet.
Geschichte
Die internationale „Magistrale“ Wien-Salzburg-München wurde auf österreichischer Seite von der KEB (Kaiserin-Elisabeth-Bahn) bis 1860 fertiggestellt. Am 1.8.1860 (Eröffnung) erreichte die Eisenbahn von Wien kommend den Salzburger Hauptbahnhof. In einem Staatsvertrag zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Bayern vom 21.6.1851 hatten sich die Bayern verpflichtet, nebst anderen grenzüberschreitenden Eisenbahnstrecken auch eine Eisenbahnstrecke von München nach Salzburg zu bauen.

Der Abschnitt Holzkirchen-Rosenheim (Mangfalltalbahn) als Teil der Verbindung München-Salzburg ging am 31.10.1857 in Betrieb. Gebaut wurde die Mangfalltalbahn als Abschnitt der Bayerischen Maximiliansbahn von den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen (K.Bay.Sts.B.). Die Weiterführung der Bahnstrecke von Rosenheim bis zur Grenze bei Salzburg (Freilassing) erfolgte bis zum 1. August 1860. Somit war dann die Fahrt frei für eine Reise von München über Holzkirchen und Rosenheim nach Salzburg und dann weiter auf den Gleisen der KEB nach Wien.
Bis zur Fertigstellung des Bahnhofs Rosenheim an der heutigen Stelle am 13. November 1858 endete die Strecke in einem provisorischen Bahnhof im Rosenheimer Vorort Am Roßacker. Der damalige 1. Bahnhof von Rosenheim ist heute das Rathaus, auch der ehemalige Lokschuppen ist erhalten und dient heute als Event-Location.

Am 15. März 1871 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Hauptbahn München–Grafing–Rosenheim feierlich in Betrieb und der Fernverkehr erfolgte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr über die Mangfalltalbahn. Der ursprünglich angedachte 2-gleisige Ausbau der Manfalltalbahn unterblieb, war doch die neue Strecke über Grafing 2-gleisig ausgebaut und auch um 10 km kürzer als die Strecke über Holzkirchen.
Die ursprünglichen Stationen waren neben den beiden Endbahnhöfen in Holzkirchen und Rosenheim die Bahnhöfe Westerham, Bruckmühl, Heufeld, Aibling und Kolbermoor. 1912 kam dann der Bahnhof Kreuzstraße dazu, wo die ursprüngliche Lokalbahn nach München-Giesing abzweigte (heute Teil der S-Bahn München).
Die Elektrifizierung der Mangfalltalbahn erfolgte bis zum 23. Mai 1971.
Betrieb

Seit Dezember 2013 erfolgt der Personenverkehr durch die Bayerische Oberlandbahn (BOB) im Auftrag der BEG (Bayerische Eisenbahn Gesellschaft), ursprünglich unter dem Markennamen Meridian, aktuell unter der Bezeichnung BRB (Bayerische Regiobahn). Eingesetzt werden 3-teilige und 6-teilige Triebzüge „KISS 3“ des Herstellers Stadler. Es hat einen Stundentakt, der in der HVZ verdichtet wird. Einige Verbindungen verkehren über Holzkirchen hinaus bis nach München Hbf.

Die Fahrtdauer zwischen Holzkirchen und Rosenheim beträgt meist 46 Minuten. Aktuell (Jänner 2026) hat es einige Langsamfahrstellen, sodass sich die Fahrzeit etwas länger sein kann und es zu Wartezeiten bei den Zugkreuzungen kommen kann.

Güterverkehr findet auf der Mangfalltalbahn in geringem Umfang zu Anschlussbahnen statt.
Stationen der Mangfalltalbahn

Holzkirchen, Bahnhof (Bf), km 0,000 (> München Hbf bzw. ins Oberland nach Tegernsee, Bayrischzell und Lenggries)


Kreuzstraße, Bf, km 6,566 (S-Bahn Linie S5 nach München-Giesing > Germering-Unterpfaffenhofen)









Westerham, Bf, km 13,500

Feldolling, Haltepunkt (HP), km 15,495 (seit 2019)
Bruckmühl, Bf, km 20,784)











Heufeldmühle, HP, km 22,180
Hinrichssegen, HP, km 23,518 (seit 2014)
Heufeld, Bf, km 24,808
Bad Aibling, Bf, km 27,782





Bad Aibling Kurpark, HP (seit 2009), km 28,660
Kolbermoor, Bf, km 32,948













Rosenheim Aicherpark, HP (seit 2019), km 34,740
Rosenheim-Fürstätt, ehem. HP, km 35,560
Rosenheim, Bf, km 37,195 (> München, Salzburg, Kufstein, Mühldorf)






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Text / Fotos / Videos copyright DEEF / Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum
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Bericht von: Dr. Michael Alexander Tiberius Populorum, Chefredakteur Railway & Mobility Research Austria / DEEF
Erstmals Online publiziert: / page first published 16. Jänner 2026; Letzte Ergänzung / page last modified 20.1.2026
