Nostalgie-Express Leiser Berge auf dem Abschnitt Korneuburg – Ernstbrunn der Weinviertelbahn (Lokalbahn Korneuburg – Ernstbrunn – Asparn an der Zaya – Mistelbach – Hohenau an der March; Foto Archiv DEEF / Dr. Michael Populorum 2021)
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Haltestellenschild in Bad Pirawarth, aufgenommen Dezember 2019. Aktuell 2022 macht keine Info vor Ort auf den Museumsbetrieb aufmerksam
Zahlreich waren einst die Nebenbahnen (Regionalbahnen) im Niederösterreichischen Weinviertel, fast alle wurden kurzsichtig durch den Eigentümer und Betreiber ÖBB stillgelegt sowie abgebaut, alles unter Duldung der politisch Verantwortlichen vom Land Niederösterreich.
Die k.u.k. Museumsbahn
Umso erfreulicher ist es, wenn einige Strecken zumindest im Museumsbetrieb wieder Auferstehung feiern. So auch die Strecke von Bad Pirawarth nach Sulz-Nexing, einem 9 km langen Abschnitt der ehemaligen Stammersdorfer Lokalbahn von Stammersdorf über Obersdorf, Großschweinbarth, Bad Pirawarth, Sulz-Nexing und Zistersdorf nach Dobermanndorf.
Betreiber der so genannten k.u.k. Museumsbahn ist seit 2021 der 1.öSEK (Erster österreichischer Straßenbahn- und Eisenbahnklub), ein gemeinnütziger Verein, der auch das Heizhaus Strasshof – Österreichs größtes Eisenbahnmuseum – betreibt. Eigentümer nach den ÖBB ist das Unternehmen Gschwindl, ein Bus- und Reiseunternehmen aus Niederösterreich.
Die wirklich exotische Komposition bestehend aus einer Verschub-Diesellok, einem Spantenwagen und einer Motordraisine hat am 11. Juni 2022 aus Sulz-Nexing kommend den Bahnhof Bad Pirawarth erreicht
Im Sommer (Mai, Juni, Juli, August) werden jeweils Samstag und Sonntag mehrere Fahrten mit nostalgischen Fahrzeugen durchgeführt.
Am Samstag 11. Juni 2022 habe ich die Museumsbahn besucht und die hier publizierten Bilder geschossen.
k.u.k. Museumsbahn: Der verweiste Bahnhof Bad Pirawarth im Juni 2022. Eine Idylle, wenngleich es schmerzt dass hier aktuell kein Regelverkehr stattfindet. Da die Nutzung des Bahnhofsgeländes mit dem neuen Mittelbahnsteig dem Museumsbetrieb durch die ÖBB nicht gestattet ist stoppt der Museumszug kurz davor (im Hintergrund sichtbar),Man könnte sagen typisch Österreichisch, typisch Staatsbahn ÖBB. Das Motto: Wenn wir selbst nicht fahren dann sollen auch keine anderen fahren 🙁 Links Ende der Museumsbahn, dahinter ca. 30 Meter die Schienen herausgerissen und dahinter der Prellbock der ÖBB. Rechts das durchgehende Gleis, allerdings mit Sperrschuh versehen. Hier darf auf eine amikale Lösung gehofft werden! (Juni 2022)Metallschwellen aus Kruppstahl aus dem Jahre 1940 im Bahnhofsbereich Bad PirawarthDie Diesellok 2060.58, gebaut in den berühmen Tiroler Jenbacher Werken, beim Umsetzmanöver im Bf Bad PirawarthInnenraum der Motordraisine (Motorbahnwagen) X 626 (ex ÖBB), auch „gelbes Postkastl“ genanntDas Umsetzmanöver ist geglückt, die Komposition startbereit zur Fahrt vom Bahnhof Bad Pirawarth nach Sulz-Nexing (Juni 2022)ein klassischer SpantenwagenDie exotische Komposition auf ihrem Weg durch das Weinviertel gen Sulz-Nexing (k.u.k Museumsbahn, 1. ÖSEK, Foto Dr. Michael Populorum / DEEF Juni 2022)Durch die Flur und über kleine Brücken geht die kurzweilige Fahrt dahin (zwischen Bad Pirawarth und Sulz-Nexing)Danke an das nette Team vom Heizhaus Strasshof / 1. ÖSEK für den Fotohalt in der Station Klein-HarrasDurchfahrt durch den ehem. Bf HohenruppersdorfAnkunft im Bf Sulz-Nexing – Bitte Alle aussteigen 🙂Neuerliches Umsetzmanöver für die Rückfahrt. Im Hintergrund eine Zelthalle zum Unterstellen der Fahrzeuge. Rechts das Bahnhofsgebäude Sulz-Nexing (vormals Sulz Museumsdorf)Bahnhofsgebäude Sulz-Nexing, dahinter der Turm vom örtlichen Lagerhaus sowie daneben die Komposition des MuseumszugesDie 2060.58 kehrt zurück und wird sich zur Rückfahrt nach Bad Pirawarth wieder an die Spitze der exotischen Komposition setzen. k.u.k. Museumsbahn (Foto Dr. Michael Populorum, Archiv DEEF 2022)Ein weiteres Zugfahrzeug steht auf der Museumsstrecke zur Verfügung, diese im Dezember 2019 im Bf Bad Pirawarth fotographierte Köf 5184. Sie war aktuell im Juni 2022 in Sulz-Nexing hinterstellt (Foto Dr. Michael Populorum / Archiv DEEF)
An-/Abreise
Die Anreise erfolgte von Wien Meidling mit der S-Bahn auf der Nordbahn nach Deutsch-Wagram (Alternative wäre S-Bahn bis Gänserndorf) und von dort mit dem Bus (Stundentakt) nach Bad Pirawarth. Die Rückreise erfolgte mit dem Autobus direkt vom Museumsdorf weg nach Drösing, von dort mit dem REX auf der Nordbahn nach Wien.
Ein besonderes Service des Veranstalters, das im Preis inbegriffen ist und ich gerne in Anspruch nahm, ist der Transfer vom Bf Sulz-Nexing direkt zum Eingang des Museumsdorfs Niedersulz. Kleinbus der Fa. Gschwindl, dem Eigentümer der Museumsbahn
Fazit
Es war ein netter kurzweiliger Ausflug, im alten Spantenwagen durch das Weinviertel zu rumpeln. Schade dass ich der einzige Fahrgast war, die Museumsbahn hätte sich mehr Besucher verdient, auch unter dem Gesichtspunkt der aktuell hohen Spritpreise. Da bedarf es doch noch etwas mehr Marketing, wozu auch dieser kleine Beitrag mithelfen soll. Wunderbar wäre es, wenn man mit den ÖBB aushandeln kann, dass man in den Bahnhof Bad Pirawarth einfahren darf und die Fahrgäste nicht quasi auf freier Strecke einsteigen müssen. Angedacht ist – auch schon für 2022 – der Einsatz einer Dampflokomotive, auch das sollte zu mehr Fahrgästen führen. Ebenso ein Heurigenwaggon.
Nach der Zugfahrt ließ ich den schönen Nachmittag im Museumsdorf Sulz und der dortigen hervorragenden Vinothek ausklingen.
Das Museumsdorf Niedersulz gibt es seit 1979 und es ist das größte Freilichtmuseum Niederösterreichs. Das moderne Besucherzentrum (Museumseingang) gibt es seit 2012. Zwischen den diversen Objekten erfreuen auch Weinreben und herrlicher Blumenschmuck die Museumsbesucher (Foto Juni 2022, Dr. Michael Populorum)Im Zentrum des Museumsdorfes lockt eine Wirtschaft die hungrigen und durstigen Besucher an. Wenn man die einzelnen hierher transportierten bzw. wiederaufgebauten Häuser und Wirtschaftsgebäude sieht so ahnt man gar nicht, dass diese nicht hier autochton entstanden sindBeginn der Kellergasse. Man glaubt, die Häuser stünden hier schon seit sie gebaut wurden, es wirkt alles sehr authentisch.Leckere Aufstrichbrote in der Museumsvinothek. Dazu ein edler Tropfen (Gelber Muskateller) vom Winzer Ing. Willi Eminger aus NiedersulzHier kehrt man gerne ein – sehr gute Qualität, angenehme Preise
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Talstation der ehem. Pendelbahn Schrofenbahn im März 2022 (Foto Dr. Michael Populorum, Archiv DEEF)
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Rastkogelbahn Seilbahn Vorderlanersbach Tirol Österreich (Foto Dr. Michael Populorum März 2022)
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Eggalmbahn Seilbahn Lanersbach Tirol Österreich (Foto Dr. Michael Populorum, DEEF, März 2022)
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Das 9 Euro Ticket – bestes Beispiel warum es keine Gratis-Öffis geben darf
Immer wieder einmal hört man ja speziell von linksgrünen selbsternannten Verkehrsexperten (und innen) die Forderung, der Öffentliche Verkehr müsse generell gratis sein – „Gratis Öffis für alle“. Sollte das in Deutschland nun für die Monate Juni bis August 2022 erhältliche „9 Euro Ticket“ (Netzkarte um 9 Euro für den gesamten Öffentlichen Verkehr in Deutschland für 1 Monat, ausgenommen Fernverkehrszüge und die 1. Klasse) ein vorgestaffelter Feldversuch zur Einführung eines Gratis-Öffi-Ticket sein, so zeigen die ersten Tage bereits das Ergebnis: Nein zu einem Gratisticket für alle in den Öffis!
Das hat mehrere Gründe:
Die Züge (und Busse) werden teilweise regelrecht gestürmt, es hat nicht ansatzweise ausreichend Transportkapazität für solche „Massen an Billigtouristen“
Für die bereits jetzt mit den Zügen fahrenden und zahlenden Pendler, Geschäftsreisende oder Freizeitkunden wird die Situation und die Qualität des Reisens einfach unzumutbar
Grotesk auch die Forderung mancher, bei Überfüllung der 2. Klasse die 1. Klasse für die „Fast-gratis-Touristen“ zu öffnen – unzumutbar, die Fahrgäste in der 1. Klasse haben ordentlich und nicht zu wenig dafür bezahlt und wollen berechtigterweise ihre Ruhe vor den Massen haben
Die Deutsche Bahn wurde wie viele andere Staatsbahnen auch in den letzten Jahrzehnten fast zu Tode gespart und pfeifen infrastrukturell meist aus dem letzten Loch und haben viel zu wenig Transportkapazitäten und vor allem keine Reserven
Bei solchen fast geschenkten Fahrkarten können keine Einnahmen erwirtschaftet werden und die werden aber dringend für die Anschaffung von neuem Rollmaterial und für die Streckeninfrastruktur gebraucht
Bei Gratis-Tickets für alle hat man zusätzlich das Problem, dass auch alle möglichen „Assozialen“ laufend Busse und Züge bevölkern und die qualitätsbewussten Reisenden hinausekeln
Fazit
Nachhaltige und auch leistbare Mobilität – besonders auch auf der Schiene – ist auf alle Fälle wünschenswert. Allerdings solche effekthascherischen populistischen Maßnahmen sind entschieden abzulehnen, denn sie werden wohl kaum messbare neue Kundenströme für die Öffis generieren, sondern vertreiben eher bisherige qualitätsbewusste Öffi-Nutzer und bringen den Öffis auch keine der so dringend benötigten Einnahmen. Nachhaltige Mobilität sollte leistbar sein aber darf durchaus etwas kosten!
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Sommerberg Seilbahn Hintertux Tirol Österreich (Foto DEEF / Dr. Michael Populorum, März 2022)
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Funitel Gletscherbus Hintertux Seilbahn Tirol Österreich
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Freiheit – Maskenpflicht in Öffis in Österreich endlich gefallen
Maskenpflicht in Öffis – hoffentlich für immer und ewig Geschichte!
Endlich hat man auch in Österreichs Öffis die „Plandemie“ ab 1. Juni 2022 für beendet erklärt und nötigt nicht länger die Fahrgäste und das Personal, einen Mund/Nasenschutz mit einer ohnehin zweifelhaften Wirksamkeit zu tragen. Das hat man in der Schweiz schon ab 1. April getan, aber die Schweiz ist eben die Schweiz und keine so große Bananenrepublik wie unser Österreich. Ach ja, in Wien wird man offiziell weiterhin dazu genötigt eine Maske zu tragen in den Öffis aber was ist schon Wien, dieses Klein-Bagdad im Osten der Republik Österreich?! Am besten man ignoriert diesen Schwachsinn, denn in solchen Fällen von nonsense wird kollektiver Ungehorsam quasi zur Bürgerpflicht! Oder man fährt einfach nicht mehr in Österreichs Wasserkopf, ein touristischer Boykott kann auch ganz schnell zu einer Meinungsänderung der dort planlos rumfuhrwerkenden Politiker führen. Denn Wiedergewähltwerden ist doch deren oberstes Ziel und dazu braucht es gutgelauntes Stimmvieh.
Und es gibt viele schöne Gegenden in Österreich abseits von Wien – ich sitze gerade im RJ und fahre von Salzburg nach Baden bei Wien, das liegt bekanntlich in Niederösterreich und dort kann man ohne Maske im Öffi sitzen oder stehen. Und für den Transit durch Wien (vom Wienerwaldtunnel bis kurz vor Mödling) da kann man ja einfach etwas mehr Selbstbewusstsein und Ungehorsam zeigen und ohne „Maulkorb“ unterwegs sein. I nix verstehen, kommen aus Salzburg, Stadt von Mozart und der Mozartkugel!
Für den Herbst, wo manche Hasenfüße und negativ gestimmte und selbsternannte Experten und Expertinnen ja schon wieder neue und gefährliche Varianten des Schnupfenvirus aus dem chinesischen Labor verbal heraufbeschwören, da heißt es standhaft bleiben und diesem Chaosmanagement die roten Karte zeigen! Wer eine Maske tragen will der soll das tun dürfen, aber wer das nicht möchte und auf seine natürlichen Abwehrkräfte baut, der soll das auch tun dürfen! Daher: Weg mit diesen sinnlosen Masken und nicht evidenzbasierten Maßnahmen!
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ÖBB überfüllte Züge – nicht die Fahrgäste sondern die ÖBB-Manager sind die Schuldigen
In den letzten Wochen sind die Medien voll von Berichten über übervolle Züge der ÖBB, die oft so voll sind, dass sie aus Sicherheitsgründen geräumt werden müssen. Und Fahrgäste, die am Bahnsteig zurückgelassen werden, weil selbst bei Schlichtung a la Sardinenbüchse kein Platz mehr für sie im Zug ist.
Überfüllter Triebwagen auf der Kremserbahn 2022
Problem nicht neu
Doch das Problem ist nicht neu – mehrfach haben wir von DEEF darüber berichtet und Besserung eingefordert. Leider vergeblich. Die ÖBB versuchen nun wiederum in alter Manier, den schwarzen Peter von sich zu weisen und den Fahrgästen unterzuschieben. Man müsse einfach nur reservieren, heißt es von der Staatsbahn. Allerdings wie soll man reservieren, wenn ganze Züge im Vorfeld schon ausreserviert sind?? Als ich selbst vor einigen Wochen nach der Eröffnungsfeier bei der Achenseebahn von Innsbruck nach Salzburg zurückfahren wollte, war es in 3 hintereinander verkehrenden Railjets nicht mehr möglich, irgendwas zu reservieren, weder in der Businessklasse (wo ich normalerweise reise), noch in der 1. Klasse geschweige denn in der Holzklasse, welche sich beim RJ hochtrabend Economy nennt.
Der Railjet der ÖBB – zu wenig Garnituren vorhanden, Verstärkung (anhängen von Waggons) schwierig
Eklatanter Wagenmangel
Damit wird klar und bestätigt, dass die ÖBB seit Jahren einen eklatanten Mangel an Rollmaterial haben. Fällt eine Railjet-Garnitur aus, so kann es durchaus passieren, dass als Ersatz eine S-Bahn-Garnitur (Talent, City Jet) oder Waggons mit Plumpsklos (Cityshuttle) daherkommen. Wird ein Schlafwagen bei den Nachtzügen („Night Jets“) defekt, so mussten die Fahrgäste dann (schon mehrmals, siehe ÖBB-Facebookseite!) die Nacht im Sitzwaggon verbringen, der als Ersatz angeboten wurde. Und obwohl wissend, dass man einen Wagemangel hat, wurden in der Ära Christian Kern, nachfolgend Österreichs Bundeskanzler, durch den Railjet-Einsatz freigewordene Intercity-Waggons nicht etwa als Reserve zurückgehalten, nein man hat sie in Nachbarländer (u.a. Tschechien) billig verscherbelt.
Und obwohl man sich seitens der ÖBB immer damit brüstete, dass die Fahrgastzahlen stetig nach oben gehen (Ausnahme Corona), hat man nicht rechtzeitig darauf mit Bestellung/Kauf von neuem Rollmaterial regiert, sodass das bestehende Wagenmaterial im Dauereinsatz steht und offenbar nicht mal Zeit zu einer ordentlichen Reinigung besteht – die Railjetgarnituren (Fenster, Wagenkästen…) sind seit Jahren in total verdrecktem Zustand unterwegs, eine Schande (man vergleiche das mit der Westbahn – immer ordentlich gewaschen und poliert oder mit den SBB!). Und man hat keinerlei Reserven – Bildung von Reserven als strategischer Führungsgrundsatz, das sollte man im 1. oder 2. Semester BWL-Studium doch lernen, ich jedenfalls habe das mit 18 Jahren bei meiner Offiziersausbildung beim ÖBH gelernt!
Und etwaige „Zusatzzüge“ (da hat man die längst abgeschaffte Zugklasse „D-Zug“ wieder eingeführt) haben nicht mal 1. Klasse – denn die 1. Klasse-Waggons hat man entweder verscherbelt oder zu Liegewagen umgebaut 🙁
Fazit
1. Es ist gut, dass nun auch die Tagespresse kritisch über Missstände bei den ÖBB berichtet. Bis dato wurden von den „Lohnschreiberlingen“ der Tagespresse die ÖBB-Jubelmeldungen eher immer nur unkommentiert mit „Copy und Paste“ weitergemeldet.
2. Es ist an der Zeit, dass die Politik (Ministerium, Länder..) endlich Verantwortung übernimmt und als Eigentümervertreter bzw. Finanzier der ÖBB diesen genauer auf die Finger schaut und ggf. auf die Finger klopft und nicht die ÖBB weiterwurschteln lässt wie das bis dato gehandhabt wurde.
3. Es stünde den ÖBB-Verantwortlichen auch mal an, Fehler einzugestehen und sich für Missmanagement zu entschuldigen und nicht immer Jubelmeldungen vom Stapel zu lassen und die Fehler immer bei anderen (Fahrgästen) zu suchen.
4. Bonizahlungen an sowieso schon gut dotierte Manager sollen sich ausschließlich an der Kundenzufriedenheit orientieren, also an der Zufriedenheit der Fahrgäste. Und diese ist nicht selbst zu messen und zu verkünden, das muss durch unabhängige Marktforschung sichergestellt werden.
5. Wo sind eigentlich die selbsternannten Fahrgastvertretungen geblieben??? Es braucht eine seriöse und demokratisch aufgestellte Fahrgastvertretung in Österreich, welche auf Augenhöhe im Sinne und mit Stimme der Fahrgäste mit den Betreibern, den Verbünden und den politisch Verantwortlichen verhandelt. So eine Fahrgastvertretung fehlt leider in Österreich!
Links
DEEF-Blog Überfüllter Triebwagen auf der Kremserbahn >>>
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