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Auch 2017 fand wiederum eine sogenannte "Regionalbahntagung" im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche statt, diesmal im Weinbauort Langenlois an der Kamptalbahn, einer Regionalbahn und Lebensader für die Region entlang des nord-süd verlaufenden Kamptals.
Das Motto der Tagung am 12.10. 2017 lautete: "Zukunft Regionalbahn. Gewinn für Gemeinden, Regionen, Tourismus und Unternehmen. Als Veranstaltungsort fungierte die örtliche Weinbauschule.
NÖ war einst ein mit Regionalbahnen reich gesegnetes Land - aufgrund kurzsichtiger Verkehrspolitik in den letzten Jahren sind zahlreiche Regionalbahnen nicht attraktiviert sondern demoliert worden. Die Aktion "Verkehrswende NÖ" macht darauf vor dem Eingang zum Tagungsort alle Teilnehmer aufmerksam
Die ÖBB organisierten - leider nur vom Wasserkopf Wien aus - eine Anfahrt mit einem Sonderzug, quasi als Einstimmung eine Exkursion entlang der Franz Josef Bahn und dann ab Sigmundsherberg auf der landschaftlich reizvollen Kamptalbahn.
Sonderzug der
ÖBB für die Teilnehmer der Regionalbahntagung aus Wien vor
Nach den Eröffnungsreden, u.a. durch den NÖ Verkehrslandesrat Wilfing, folgte der Keynotevortrag des bekannten Südtiroler Verkehrsexperten Dr. Ing. Helmuth Moroder mit dem Titel "Regionalbahnen – das Rückgrat unserer Mobilität".
Der NÖ Verkehrslandesrat als einer der Eröffnungsredner. Dabei versprach er, das Land NÖ werde die Traisentalbahn sowie das Schweinbarther Kreuz in den nächsten Jahren ausbauen und attraktivieren
Moroder brachte hier sehr anschaulich als realisiertes Vorzeigeprojekt die Reaktivierung und Attraktivierung der Vinschgaubahn von Meran nach Mals dem interessierten Publikum näher. Dann erläuterte er noch einige Projekte, die sich in der Pipeline befinden, ua. das Projekt Überetscher Bahn sowie das visionäre Projekt einer Dolomitenbahn vom Eisacktal quer durch die Dolomiten bis nach Cortina.
Keynote Sprecher Helmuth Moroder. Ein Statement von ihm: "Das Gute der Stadt in die Peripherie bringen". Dazu braucht es attraktive Regionalbahnen
Danach gab es eine Diskussionsrunde mit dem Titel "Bahn in der Region" mit folgenden Teilnehmern: Dr. Peter Görgl, Regionalplaner Mag. Paul Liebhart, MSc., VOR, Leitung Verkehrsangebot Bahn DI Christian Popp, Land NÖ, Gesamtverkehrsangelegenheiten LAbg. BGM Jürgen Maier, Bürgermeister Horn
Nach dem herrlichen Mittagessen in der Weinbauschule - "Haubenverdächtig"! - folgte eine Diskussionsrunde zum Thema "Bahn der Zukunft" mit folgenden Teilnehmern: Mag. Michael Elsner, ÖBB PV AG, Leiter Regionalmanagement Ostregion Ing. Werner Baltram, ÖBB-Infra AG, Geschäftsbereichsleiter Asset Management und strategische Planung
Elsner (oben), Baltram (unten)
Anschließend folgte eine Diskussionsrunde zum Thema "Bahn stärkt Tourismus" mit folgenden Teilnehmern: DI Dr. Romain Molitor, klimaaktiv mobil Programmmanager Tourismus DI Katharina Peherstorfer, eNu, Nextbike Markus Reisner, MSc., Region Villach Tourismus, Touristische Mobilitätszentrale Kärnten
Zum Abschluss der Regionalbahntagung 2017 konnten im Rahmen einer Verkostung Rebensäfte der Vinothek Ursin Haus Langenlois degustiert werden.
Für die Rückreise nutzte Chefred Dr. Populorum den angebotenen Sonderzug der ÖBB bis Absdorf Hippersdorf, wo an Bord noch zahlreiche Weine verkostet werden konnten.
Nota bene:
Just zu dem Zeitpunkt, wo man in Langenlois über die Wichtigkeit von Regionalbahnen als Rückgrad (Back Bone) des Öffentlichen Verkehrs diskutiert hat und auch der NÖ Verkehrslandesrat Wilfing die Wichtigkeit von Regionalbahnen unterstrich, hat das Land Niederösterreich ein kleines Teilstück der Donauuferbahn im Bereich Nibelungengau zur Demolierung freigegeben. Wahrlich ein kurzsichtiges und schändliches Unterfangen, in der Schweiz würde so eine Potential innehabende Strecke ein Tourismus-Leitbetrieb sein und ausgebaut statt demoliert werden.
Aktivisten rund um die "Verkehrswende NÖ" mit Frontmann DDr. Baum an der Spitze machten auf diesen Mißstand aufmerksam. Leider zeigte sich Landesrat Wilfing nicht gesprächsbereit, er kniff und wurde dafür von den anwesenden Tagungsteilnehmern auch ausgebuht. Schade, eigentlich hat man sich zum Diskurs getroffen und da ist so eine Gesprächsverweigerung wohl eher kontraproduktiv!
Aktivisten machen auf das Problem rund um die Demolierung der Donauuferbahn aufmerksam
Beitrag von DEEF zur Donauuferbahn (4 Teile) >>> Ihre Meinung? redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org
Die Weinbauschule Langenlois
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Last modified
Samstag, 21. Oktober 2017 19:14:24 +0200
Autor/F.d.I.v.: Kons. Univ. Lekt. Dr. Michael Alexander Populorum DEEF # Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung #
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