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Mit Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 halten in der Haltestelle Neumarkt-Köstendorf erstmals Railjets und schließen so den nordöstlichen Flachgau an den internationalen Eisenbahn-Fernverkehr an. Aber auch die Pendler werden sicher die stündlich Richtung Salzburg aber auch Richtung Attnang-Puchheim verkehren den Railjets nutzen. Diese Railjet-Halte sind als ein Baustein eines ganzen Maßnahmenbündels zu sehen, um diese prosperierende aber in punkto ÖPNV immer noch unterentwickelte Region nachhaltig weiter zu entwickeln.
v.l. Haller (ÖBB Immo), Rieger (BM Neumarkt), Mayr (LR Verkehr), Schöchl (Landtagsabgeordneter)
Nach einer äusserst knappen Bauzeit wurde nun die neue P&R-Anlage gegenüber vom historischen Bahnhofsgebäude rechtzeitig vor dem Halt des ersten RJ eröffnet. Das sollte allerdings nur als erster Schritt in die richtige Richtung gesehen werden, viele Dinge wären noch zu erledigen, um den Fahrgästen einen modernen Nahverkehrsknoten zu bieten.
Da hapert es allerdins vielerorts in Österreich! Man bräuchte nur in die Schweiz zu schauen um zu sehen, dass es an einem solchen Knoten oder generell bei Bahnhöfen mehr braucht, als ein paar Abstellflächen für Autos und einen Glaskäfig als Warteraum, der obendrein noch unbeheizt und ohne WC ist. Auch sieht man in der Schweiz fast auf jedem halbwegs wichtigen Bahnhof einen KIOSK, wo man Proviant, Getränke, oftmals kleine Speisen, Lebensmittel, Zeitungen etc. kaufen kann. Ja natürlich auch Fahrkarten. So einen kleinen aber feinen Service- und Dienstleistungsknoten sollte man an der Haltestelle Neumarkt-Köstendorf zukünftig einplanen.
Nun aber der Pressetext der ÖBB zur Eröffnung des P&R Platzes in Neumarkt-Köstendorf:
Neue Park+Ride-Anlage in Neumarkt am Wallersee in Betrieb
v.l. Haller (ÖBB Immo), Rieger (BM Neumarkt), Mayr (LR Verkehr), Schöchl (Landtagsabgeordneter)
Um die Qualität und den Komfort für die Kundinnen und Kunden in Salzburg weiter zu sichern, wurde am Bahnhof Neumarkt-Köstendorf in den vergangenen Monaten eine zusätzliche Park+Ride-Anlage mit 246 PKW-Stellplätzen neu errichtet. Für die Bahnkunden stehen damit ab sofort 403 Autoabstellplätzen zur Verfügung – die Kapazität an PKW-Stellplätzen wurde damit mehr als verdoppelt. Der Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn im nördlichen Flachgau und im benachbarten Innviertel wird damit noch attraktiver. Zudem stehen für die Reisenden 125 Abstellplätze für Fahrräder und 10 Stellplätze für einspurige Kraftfahrzeuge zur Verfügung.
Rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 wurde heute die neue Park+Ride Anlage von Landtagsabgeordneten Josef Schöchl (in Vertretung von Landeshauptmann Wilfried Haslauer), Landesrat Hans Mayr, Regionalleiter Engelbert Haller, ÖBB-Immobilienmanagement GmbH und Bürgermeister Adi Rieger, Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee, feierlich in Betrieb genommen.
Bahnhof Neumarkt-Köstendorf - bei weitem noch nicht Railjet-tauglich. Es gibt weder Aufzug noch Rolltreppen
Moderiert wurde die Runde von Dr. Christoph Gasser-Mair, Pressesprecher der ÖBB für Sbg, Tirol und Vlbg.
„Das Park+Ride-Angebot in Neumarkt am Wallersee konnte in nur vier Monaten Bauzeit mehr als verdoppelt werden. Somit stehen jetzt am Bahnhof Neumarkt-Köstendorf insgesamt über 400 Autoabstellplätze zur Verfügung. Durch die Erhöhung der Anzahl der Nahverkehrszüge pro Stunde und die neue Haltestelle für den Railjet-Fernverkehr wird der Bahnhof Neumarkt-Köstendorf zum wichtigen Nah- und Fernverkehrs-Knotenpunkt im Flachgau. Der kontinuierliche Ausbau des Park+Ride-Angebotes ist einer der Schlüsselfaktoren, um die Menschen zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu motivieren. Nur durch die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte dieses wichtige Projekt in dieser kurzen Zeit umgesetzt werden.“
„Wir freuen uns sehr, dass nach nur viermonatiger Bauzeit nunmehr die Park+Ride Anlage termingerecht in Betrieb genommen werden kann. Dies ist der Beginn des überregionalen Fernverkehrsknotens Neumarkt. Mit der Fahrplanumstellung 2017 werden ab 10. Dezember stündlich Railjetzüge nach Wien bzw. Salzburg in Neumarkt halten. Von Neumarkt nach New York mit Umsteigen in Wien ist ab jetzt möglich! Auch der Nahverkehr wird mit stündlich 3 Zügen von und nach Salzburg deutlich ausgebaut. Dieser erste Schritt und die weiteren Investitionen ab 2019 mit der Verlängerung der Mattigtalbahn nach Neumarkt, dem Neubau der Bahnhaltestelle Neumarkt mit einem Mittelbahnsteig und einem modernen Busterminal machen den Flachgauer Verkehrsknoten noch attraktiver. Ein absoluter Gewinn nicht nur für Neumarkt, sondern für die gesamte Region.“
„Eine moderne, attraktive und zeitgemäße Infrastruktur, die in einer guten Partnerschaft mit dem Land und den Gemeinden geschaffen wird, ist der Grundstein für unseren Auftrag als größter Mobilitätsanbieter Österreichs. Die Maßnahmen hier am Bahnhof Neumarkt-Köstendorf sind wichtiger Bestandteil eines leistungsfähigen Nah- und Fernverkehrssystems für den Großraum Salzburg. Vom Mehrwert profitieren die Menschen des Flachgaus bis ins benachbarte Innviertel, die so zum Umstieg vom PKW auf die umweltfreundliche Bahn motiviert werden können.“
„Für den Flachgau, als eine der sich am stärksten und besten entwickelnden Regionen in ganz Österreich, ist ein starke Infrastruktur von zentraler Bedeutung. Für die gute Nutzbarkeit der vorhandenen öffentlichen Verkehrsmittel sind aber attraktive P&R Plätze, wie hier in Neumarkt, Voraussetzung.“
Fazit: Es bleibt zu hoffen, dass diesem notwendigen ersten Schritt weitere sinnvolle und kundenfreundliche folgen werden. Bspw. dass sich die Attraktivierungsmaßnahmen nicht darauf beschränken, einen Mittelbahnsteig hinzuknallen mit gläsernem Wartekäfig, sondern dass das schöne alte Aufnahmsgebäude aus dem19. Jhd. mit in die Gestaltungen einbezogen wird und dass ein kleiner feiner Service- und Dienstleistungsknoten hier entsteht. Darunter als Minimum ein Kiosk nach Schweizer Vorbild.
ein typischer Schweizer Bahnhof auf einer Regionalstrecke, Nesslau-Neu St. Johann. Der Ort hat ca. 3.600 Einwohner. Vor dem gemütlichen Aufnahmsgebäude, welches nicht wie meist in Österreich zweckentfremdet verwendet oder geschlossen ist, die Haltestellen für den Postbus. Ein Kiosk belebt den Bahnhof und bietet Fahrgästen wie Anwohnern Essen, Getränke, Zeitungen sowie diverse Lebensmittel. Das sollte dringend in Österreich etabliert werden. Aber die letzten Jahre hat die ÖBB Immo fast alle Bahnhofsrestaurants vernichtet, Geschäfte und Wohnungen gekündigt und somit landesweit für verwaiste Geisterbahnhöfe gesorgt. Diesem Treiben muss Einhalt geboten werden!
Ihre Meinung? redaktion@dokumentationszentrum-eisenbahnforschung.org
Ab 10.12.2017 Railjetstation, die Haltestelle Neumarkt-Köstendorf. Bis hierher wird auch die Mattigtalbahn auf einem separaten 3. Gleis geführt
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Alle Beiträge geben die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Beiträge (Blogs) von anderen Autoren (Bloggern) sind gerne willkommen. Die Beiträge dienen dazu, die Öffentlichkeit zu informieren und zu sensibilisieren. Der investigative Journalismus soll zu einer Verbesserung der Dienstleistungen im Eisenbahnsektor Anstoß geben und ist nicht Selbstzweck sondern dem Wohle der Eisenbahn verpflichtet Bericht von: Dr. Michael Populorum, Chefredakteur DEEF; Erstmals Online publiziert: 05. Dezember 2017; Ergänzungen: - |
Last modified
Dienstag, 05. Dezember 2017 19:25:31 +0100
Autor/F.d.I.v.: Kons. Univ. Lekt. Dr. Michael Alexander Populorum DEEF # Dokumentationszentrum für Europäische Eisenbahnforschung #
Railway Research Austria 2009-2020